Die US-amerikanische Company D’Addario ist seit Jahrzehnten ein Garant für hochprofessionelle Gitarren- und Bass-Saiten. Seit ich Bass spiele und gegen Ende der 80er-Jahre das erste Mal ein Musikgeschäft betrat, war die Company aus New York in meiner Wahrnehmung stets präsent. Unzählige Artists vertrauen den dicken Drähten aus dem “Big Apple”, und wenn ein Big Player wie D’Addario neue Saitentypen auf den Markt bringt, erregt das unweigerlich die Aufmerksamkeit der Szene. So wie jetzt: Soeben hat die Traditionsfirma ihre neuen D’Addario XSB-Saiten herausgebracht, und diesen Release haben wir zum Anlass genommen, um uns einmal durch die komplette Range an Bass-Saiten zu testen und diese direkt miteinander zu vergleichen.

- Was für Arten an Basssaiten von D’Addario gibt es?
- Wie klingen die verschiedenen Bass-Saiten von D’Addario?
- ▶ D’Addario XL Nickel Wound
- ▶ D’Addario NYXL
- ▶ D’Addario XT
- ▶ D’Addario XSB
- ▶ D’Addario Pro Steel
- ▶ D’Addario Half Wound
- ▶ D’Addario Chromes
- ▶ D’Addario Nylon Tape Wound
- Alle Bass-Saiten von D’Addario im Video-Direktvergleich
- Vergleichstest Bass-Saiten von D’Addario – Fazit
Was für Arten an Basssaiten von D’Addario gibt es?
Mit den neuen XSB-Saiten hat D’Addario nunmehr ganze acht unterschiedliche Optionen für Bassleute im Angebot. Hier findet ihr zum Einstieg eine kleine Einordnung – auf den Sound der einzelnen Saiten-Sets gehen wir später im Vergleichstest ein.
D’Addario XL Nickel Wound: Seit Jahrzehnten der Klassiker: Stahlkern mit hohem Carbon-Anteil mit einem Nickel-legierten Runddraht als Umwicklung.
D’Addario XL Pro Steels: Gleicher Aufbau wie die XL Nickel Wound, allerdings mit einem Runddraht aus Stainless Steel als Umwicklung.
D’Addario NYXL: Kern aus NY-Stahl und Umwicklung aus vernickeltem NYXL-Stahl – was diese Bezeichnungene genau bedeuten, bleibt jedoch D’Addarios Firmengeheimnis. Auf den Punkt gebracht sind die NYXL eine in Sachen Haptik, Stimmstabilität, Dynamik, Sound, Ausgewogenheit und Langlebigkeit weiterentwickelte XL Nickel Wound. Die NYXL sind sozusagen D’Addarios Flaggschiff, auf dem auch die beiden nächsten Kandidaten aufbauen.
D’Addario XT: Einfach ausgedrückt handelt es sich hier um die NYXL-Saiten mit einer hauchdünnen Nano-Beschichtung. Diese verhindert die Ablagerung von Schweiß, Hautpartikel und Verschmutzung aus der Luft auf den Saiten. Diese „Schutzummantelung“ sorgt logischerweise für eine deutlich verlängerte Lebensdauer und einen konstanten Sound.
D’Addario XSB: Auch diese Saiten basieren auf den NYXL, allerdings optimierte D’Addario hier abermals das Verhältnis zwischen Kern und äußerem Runddraht. Auch die Legierung wurde aufwendig neu entwickelt. So verstehen sich die XSB im Vergleich zu den NYXL als weiteres Upgrade in Sachen Sound, Dynamik, Schwingungseigenschaften und Stimmstabilität. Auch hier kommt eine neue hauchdünne Nano-Beschichtung zum Einsatz, die extrem widerstandsfähig und langlebig sein soll.
Die drei folgenden Kandidaten spielen eine gewisse Sonderrolle im Portfolio der Company aus New York:
D’Addario XL Half Round: Diese Saiten sind so etwas wie die „goldene Mitte“ zwischen Roundwound und Flatwound, daher der Name “Half Round” (in der Szene ist dieser Saitentyp gemeinhin als “Half Wounds” bekannt). Um einen Kern aus Stahl mit hohem Carbon-Anteil kommt eine Umwicklung aus reinem Nickel Draht, der jedoch gepresst wird. Dadurch fühlt sich die Oberfläche deutlich glatter an als bei herkömmlichen Roundwounds. Ein angenehmer Nebeneffekt: Durch die glattere Oberfläche reduzieren sich auch Nebengeräusche, z. B. bei Lagenwechseln.
D’Addario XL Chromes: Die Flatwound-Saiten der New Yorker. Um einen Stahlkern wird ein Flachdraht aus Stainless Steel gewickelt, um das smoothe Spielgefühl und den charakteristischen Sound zu erzielen.
D’Addario XL Tapewound: Die wärmste und smootheste Saite von D’Addario. Um einen Stahlkern wird ein flacher schwarzer Nylon-Draht gewickelt und anschließend poliert.
Wie klingen die verschiedenen Bass-Saiten von D’Addario?
Bei allen Sätzen haben wir Wert darauf gelegt, die gleichen Stärken zu verwenden (0.45 – 130). Abweichungen gibt es lediglich bei den Half Wounds, Chrome und Nylon Tapewound, welche D’Addario aufgrund der Besonderheit der Saiten lediglich in anderen Stärken anbietet.
Die Klangbeispiele im Video sprechen eigentlich für sich, daher hier nur eine kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke:
▶ D’Addario XL Nickel Wound
Glatte und smoothe Oberfläche, sehr schön ausgeprägte Mitten, ordentliches Low End und gute H-Saite, angenehme Höhen, klassischer Allrounder
▶ D’Addario NYXL
Glatte und smoothe Oberfläche, etwas weicher als Nickel Wound, schöne ausgeprägte Mitten, gute H-Saite, angenehme Höhen, etwas definierter als Nickel Wound, strafferes Low End, ein bisschen wie „Tuch vorm Speaker weg“, bringen das Instrument mehr zum Vorschein
▶ D’Addario XT
In allen Belangen sehr ähnlich zu NYXL, allerdings mit etwas bedeckteren Höhen. Die Beschichtung fühlte sich nach einiger Spieldauer etwas rutschig an, was aber nicht unbedingt als Nachteil zu verstehen ist.

Der Wechsel der Basssaiten ist im Grunde einfach – und doch kann man dabei eine Menge verkehrt machen! Hier ein paar handfeste praktische Tipps!
▶ D’Addario XSB
Noch glatter, smoother und weicher, schwingfreudiger, mehr Höhen als alle anderen Nickel-Saiten, minimal mehr Definition, tighteres Low End, definiertere H-Saite, Beschichtung wurde zu keinem Zeitpunkt rutschig
▶ D’Addario Pro Steel
Rauhere Oberfläche aber weicheres Spielgefühl, mehr Höhen, mehr Biss, mehr Low End, wuchtiger, etwas weniger Mitten
▶ D’Addario Half Wound
Weiche und glatte Oberfläche irgendwo zwischen Rounds und Flats, fühlt sich den Flats sehr ähnlich an, kaum Nebengeräusche bei Lagenwechseln, deutlich dunkler und wärmer, weniger Output, weniger Pegel, H-Saite etwas weniger definiert

Im derzeit aufwendigsten und ausführlichsten Testmarathon hat Oliver Poschmann satte 15 Flatwound Saiten-Sets für E-Bass miteinander verglichen.
▶ D’Addario Chromes
Sehr weich und glatt, kaum Nebengeräusche bei Lagenwechseln, deutlich dunkler als Nickel-Sound, dafür aber erstaunlicherweise heller als Half Rounds, wärmer, weniger Output, weniger Pegel, H-Saite etwas weniger definiert
▶ D’Addario Nylon Tape Wound
Mit Abstand am weichsten, sehr glatt, kaum Nebengeräusche bei Lagenwechseln, deutlich dunkler als Nickel, dafür erstaunlicherweise heller als Half Rounds, wärmer, weniger Output, weniger Pegel, H-Saite weniger definiert, spezieller Charakter der Mitten und Hochmitten durch Nylon-Umwicklung
Alle Bass-Saiten von D’Addario im Video-Direktvergleich
Vergleichstest Bass-Saiten von D’Addario – Fazit
Man muss es sagen, wie es ist: D’Addario hält tatsächlich für jede Gelegenheit, jede Anforderung sowie jede Bassistin / jeden Bassisten die passende Bass-Saite bereit. Sämtliche Nickel Wounds sowie die Pro Steels sind für jedes Genre und jede Spieltechnik geeignet und erfüllen hochprofessionelle Ansprüche. Ob man etwas mehr Mitten oder etwas mehr Biss möchte, ist da eher Geschmacksache und hängt zudem stark von der eigenen Spieltechnik ab.
Preislich liegt man zwischen aktuell 27,- € (Stand: Mai 2026) für die Nickel Wounds und 64,- € für die neuen D’Addario XSB. Dazwischen ist alles vertreten, und mit jedem Preissprung erhält man hörbar ein paar Prozent „mehr“ an Sound und Definition. Hier reden wir allerdings freilich nicht von Welten, da bereits der Klassiker Nickel Wound auf einem ausgesprochen hohen Niveau agiert. Einen wirklichen Sprung „nach oben“ machten für mich die D’Addario XSB!
Ob man zu herkömmlichen oder beschichteten Saiten greift, hängt natürlich stark von den eigenen Anforderungen und Bedürfnissen ab. Zudem ist es eine preisliche Frage, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Manche Bassleute sparen Geld durch die Verwendung beschichteter Saiten, andere können sich mit dem Thema schlicht nicht anfreunden und setzen lieber auf traditionelle, nicht ummantelte Strings.
In diesem Zusammenhang ist es ein schönes Feature, dass D’Addario mittlerweile beide Optionen anbietet. Leider kann ich aufgrund der Natur dieses Tests nichts zur Langlebigkeit der Beschichtungen sagen. Von den XT weiß ich jedoch, dass sie sehr lange halten – und D’Addario gibt an, dass die XSB diese Langlebigkeit sogar noch übertreffen! Ich persönlich kann nur feststellen, dass ich die Beschichtung der XSB beim Spielen wenig bis gar nicht gespürt oder gar gehört habe, was für mich ebenfalls ein ausgesprochenes Qualitätskriterium darstellt.
Half Rounds, Chromes und Nylon Tapewounds bilden natürlich so etwas wie ihre eigene Klasse und lassen sich schlecht mit den übrigen Saitentypen vergleichen. Mein Favorit sind hier die Chromes, welche generell zu den heller klingenden Flatwounds zählen. Half Rounds und Nylon Tapewounds schließlich besitzen ihren ganz eigenen Charme in Sachen Bespielbarkeit und Klang. Hier kann ich nur zum Selbstexperiment raten, denn falls man auf der Suche nach einer Saite abseits des Mainstreams ist, könnte man hier definitiv fündig werden. Auch hier ist D’Addario einer der wenigen Hersteller, die diese beiden Optionen überhaupt im Programm haben.
Viel Spaß beim Testen und bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt


