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Spotify setzt nun auf neue KI-Remixe

Worin Spotify eine tolle neue Möglichkeit sieht um zu monetarisieren, sehen Kunstschaffende mal wieder schwarz. Der Konzern arbeitet an einer KI, die es Usern möglich machen soll, Musik nach belieben zu remixen. Das ist ja schön liebe Metallica, dass ihr eigentlich Metal machen wolltet. Ich höre The Unforgiven III eben lieber in einer Country-Version und auf Deutsch.

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Kann bald jeder alle Songs auf Spotify remixen?

Laut Music Business Worldwide erklärte Spotifys Co-CEO Gustav Söderström im Q4-2025-Earnings-Call, die technische Grundlage für die neue Funktion sei bereits aufgebaut und könnte grundsätzlich sofort genutzt werden. Spotify spricht im Investorencall von einer „ungenutzten Gelegenheit“, bei der Artists mit ihrer bestehenden Musik zusätzliche Einnahmen erzielen könnten.

Die Hürde: Lizensierung der KI-Remixe

Eine Veröffentlichung stehe aber vorerst nicht an: Es gebe noch kein industrieweit anerkanntes Lizenzmodell, das klar regelt, wie bestehende Werke rechtssicher in KI-basierte Transformationsprozesse einfließen dürfen.

Artists seien laut Söderström sehr interessiert daran, ihre Songs auf diese Art mit ihren Fans zu teilen. Welche Künstlerinnen oder Bands das genau sind lässt er dabei offen.

Und Spotify ist mit der Idee nicht allein. Warner-Music-CEO Robert Kyncl sprach in einem Earnings Call davon, dass künftige „Superfan-Tiers“ (also teurere Fan-Abos) AI-Funktionen zum Erstellen beinhalten könnten. „Creation“ als ultimative Form vom Fan-Sein. Und: Warner sei dazu bereits mit DSPs im Gespräch. Heißt übersetzt: Das Thema wird nicht nur in Labs diskutiert, sondern schon im Business-Kontext verhandelt.

Walled Garden oder Open Studio?

Wir streiten uns hier nicht mehr über das „Ob“, sondern viel mehr über das wie und wo. Während Universal die KI-Versionen lieber auf der Plattform behalten würde (Walled-Garden-Modell), möchte Suno die kreative Freiheit ausleben und die KI-Versionen frei teilbar machen (Open Studio). Das birgt allerdings das Risiko, dass die von Fans erzeugten Songs mit den Originalen konkurrieren müssten. Spotify positioniert sich bislang irgendwo dazwischen.

Und was ist mit AI-Spam und Transparenz?

Spätestens hier wird’s für Kunstschaffende tricky: Mehr Tools bedeuten auch mehr Uploads und damit potenziell mehr Spam, Fake-Tracks und „AI-Slop“, der Plattformen flutet. Spotify sagt, das sei ein bekanntes Problem und verweist darauf, in den letzten 12 Monaten über 75 Millionen „spammy tracks“ entfernt zu haben. Gleichzeitig betont Söderström: Spotify wolle nicht der Gatekeeper sein, welche Tools „erlaubt“ sind – aber Hörer:innen sollen sehen können, wie ein Track entstanden ist (Stichwort: Metadata/Disclosure, „About The Song“).

Können wir bald alle Songs remixen?

Die kurze Antwort: Nicht „alle Songs“, nicht „sofort“, und ziemlich sicher nicht ohne Grenzen. Technisch könnte Spotify zwar loslegen, aber ohne ein branchenweit akzeptiertes Lizenzmodell bleibt das Ganze erst mal: Vision + Investorensache.

Bonedo-Fazit: KI-Remixe

Spotify verkauft KI-Remixes als neue Geldquelle und Fan-Feature. Kunstschaffende hören erstmal nur „Kontrollverlust“. Ob daraus ein fairer Deal wird, hängt vor allem von den Regeln ab: Wer darf was remixen? Wo darf es sein? Wie werden Rechte sauber vergütet? Und wie werden Originale gegen Spam & Verwechslung geschützt?
Bis diese Fragen geklärt sind, bleibt die beste Reaktion wahrscheinlich: Augen und Ohren offen halten.

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