Höfner gerettet: Wie es jetzt mit Beatles-Bass & Co. weitergeht

Als die Insolvenz des fränkischen Traditionsherstellers Höfner Anfang 2026 bekannt wurde, wurde diese Meldung weltweit mit großer Bestürzung aufgenommen. Schließlich steht der Name Höfner nicht nur für eine über 130-jährige Instrumentenbaugeschichte, sondern auch für einen der berühmtesten E-Bässe aller Zeiten: den Violin Bass (auch: „Beatle“- oder „Beatles-Bass“) von Paul McCartney. Nun gibt es gute Nachrichten: Der Fortbestand der Marke ist gesichert!

Aufatmen: Die Zukunft des deutschen Traditionsunternehmens Höfner ist gesichert. (Alle Bilder: Höfner)

Welche(n) neuen Eigentümer hat Höfner gefunden?

Zur Erinnerung: Die Karl Höfner GmbH & Co. KG, seit 1887 bekannt für ihre handwerklich gefertigten Gitarren, Bässe und Streichinstrumente, hatte Ende letzten Jahres eine vorläufige Insolvenzverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Fürth ordnete am 10. Dezember 2025 um 17:05 Uhr Maßnahmen nach § 21 der Insolvenzordnung an.

Ein Insolvenzverwalter wurde eingesetzt, um eine nachhaltige finanzielle Lösung zu finden, etwa durch Investoren oder eine Reorganisation des Geschäfts. Und tatsächlich: Einige Wochen nach der schockierenden Eröffnung des Insolvenzverfahrens konnte eine Lösung für den Fortbestand des Unternehmens präsentiert werden. Künftig hat die Streelife GmbH – ein Tochterunternehmen des Musikhauses Thomann und des Vertriebes GEWA music – die Markenrechte für Höfner inne.

Zwar werden leider nur 24 der 52 Beschäftigten übernommen, aber immerhin bleiben unterm Strich wesentliche Teile der Fertigung und des Know-hows im Firmenstandort Baiersdorf erhalten. Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl sprach von einem „komplexen Prozess, der den langfristigen Fortbestand des Standortes und die Zukunftsfähigkeit der Traditionsmarken sichert.“

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Alle wichtigen News zur Höfner-Rettung auf einen Blick

  • Die Streelife GmbH, ein gemeinsames Unternehmen des Musikhauses Thomann und des Musikvertriebs GEWA music, hat die Markenrechte für Höfner (sowie die Schwesterfirma Paesold) erworben.
  • Die GEWA music GmbH mit Sitz im sächsischen Adorf hat zum 1. April 2026 den operativen Geschäftsbetrieb am Höfner-Hauptsitz in Baiersdorf übernommen.
  • Immerhin knapp die Hälfte der Belegschaft (24 von 52 Mitarbeitern) am Standort Baiersdorf konnte übernommen werden.
  • Die Thomann GmbH hat zukünftig die exklusiven Vertriebsrechte für Europa inne, während die GEWA music GmbH den internationalen Vertrieb außerhalb Europas leitet.

Verbleibt auch die Fertigung der Beatles-Bässe in Franken?

Für Bassistinnen und Bassisten dürfte vor allem eine Nachricht von Interesse sein: Auch die Produktion der berühmten Höfner Violin-Bässe, die untrennbar mit Paul McCartney und dem Sound der Beatles verbunden sind, soll in Baiersdorf verbleiben.

Der Violin Bass zählt bis heute zu den bekanntesten Bassmodellen der Musikgeschichte. Sein charakteristischer Ton, das geringe Gewicht und die unverwechselbare Optik machen ihn seit Jahrzehnten zu einer festen Größe im Portfolio des Herstellers.

Doch nicht nur die Produktion der ikonischen Höfner E-Bässe, sondern auch die der hochwertigen Streichinstrumente und Bögen der Firma Paesold soll weiterhin im fränkischen Baiersdorf erfolgen.

Was ändert sich am Höfner-Vertriebsnetz?

Mit der Übernahme werden die Vertriebsstrukturen Höfners neu organisiert: Während der europäische Markt künftig über Thomann bedient werden soll, übernimmt GEWA die internationale Vermarktung außerhalb Europas. Die Marke Paesold wird weltweit exklusiv über GEWA vertrieben.

Für die Instrumente könnte diese Neuaufstellung durchaus Chancen bieten. Die Kombination aus einem international aufgestellten Hersteller, einem erfahrenen und gut vernetzten Vertrieb sowie einem der größten Musikhändler Europas verspricht eine hohe Sichtbarkeit auf dem weltweiten Markt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Warum genießt die Traditionsmarke Höfner so einen guten Ruf?

Höfner hat sich über die Jahrzehnte einen festen Platz in der Musikwelt erarbeitet. Ursprünglich von Geigenbauer Karl Höfner in Schönbach (heute Tschechien) gegründet, wuchs das Unternehmen rasch zu einem bedeutenden Hersteller von Streichinstrumenten und später auch von Gitarren und Bässen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte man den Firmenstandort nach Bayern und begann in den 1950er-Jahren mit der Produktion elektrischer Bassgitarren. Insbesondere der Höfner 500/1 Violin Bass erlangte weltweiten Ruhm, als kein Geringerer als Paul McCartney damit unzählige Aufnahmen und Konzerte prägte, was dem Modell den Spitznamen „Beatle Bass“ einbrachte. Kaum ein anderer Basshersteller kann auf eine vergleichbare Verbindung zur Popmusikgeschichte verweisen – der Höfner Violin Bass wurde zu einem weltweiten Symbol des Beat- bzw. des Pop-Zeitalters!

Erst vor wenigen Jahren rückte Höfner erneut ins Rampenlicht, als McCartneys lange verschollener Originalbass nach jahrzehntelanger Suche wieder auftauchte (wir berichteten). Die Geschichte sorgte nicht nur weltweit für Schlagzeilen – sie führte uns auch einmal mehr vor Augen, welche Bedeutung Höfner in der Musikwelt genießt!

Höfner gerettet – die Szene atmet auf!

Natürlich sind noch viele Fragen zur langfristigen Entwicklung des Unternehmens offen. Unabhängig von wirtschaftlichen Details ist aber eine Botschaft klar: „Höfner lebt weiter!“ Eine Marke, die Generationen von Musikerinnen und Musikern begleitet hat und deren Instrumente auf einigen der berühmtesten Recordings der Popmusikgeschichte zu hören sind, verschwindet nicht einfach so von der Bildfläche.

Diese Meldung ist in meinen Augen ein Hoffungsschimmer in unserer schnelllebigen und auf Gewinnoptimierung ausgerichteten Zeit! Dass diese ikonischen Instrumente auch künftig in Baiersdorf gebaut werden sollen, ist ein Bekenntnis zu Handwerkskunst, zu Tradition und einem Erbe, das Musikschaffende auf der ganzen Welt inspiriert.

Wie schön, dass die Geschichte des Höfner-Basses nicht zum Museumsstück verkommt, sondern aktiv weitergeschrieben wird!

Weitere Infos über Höfner gibt es hier: www.hofner.com

Hot or Not
?
hofner bass

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Comparison: Electro-Harmonix Bass Big Muff Pi vs. Nano Bass Big Muff Pi 2
  • Harley Benton MV-4JB Plus BassTheWorld - classic Jazz Bass vibes! #harleybenton #basstheworld #bass
  • Harley Benton MV-4JB Plus BassTheWorld - Sound Demo (no talking)