Es gibt musikalische Kooperationen, die sich wie kleine Reisen anfühlen – mit unerwarteten Abzweigungen, überraschenden Begegnungen und Momenten, die sich ins Gedächtnis brennen. Genau so ein Erlebnis bietet das YouTube-Video „Meduoteran feat. Carles Benavent“. In diesem YouTube-Fundstück treffen vier Ausnahmemusiker aufeinander: Taylan Arikan an der Bağlama, Srdjan Vukašinović am Akkordeon, Roberto Hacaturyan an den Percussions, sowie der legendäre spanische Bassist Carles Benavent.

Meduoteran: Klangliche Verschmelzung von Orient, Balkan und Jazz
Das Duo Meduoteran besteht aus dem türkischen Saitenvirtuosen Taylan Arikan an der Bağlama (traditionelles Saiteninstrument aus der Türkei) und dem aus Serbien stammenden Akkordeonisten Srdjan Vukasinovic. Das Duo entwickelt einen einzigartigen Sound, der traditionelle anatolische Musik mit Balkan-Rhythmen und moderner Improvisationskunst verbindet. Mit Roberto „Robbie“ Hacaturyan an den Percussions sowie dem international renommierten spanischen Bassisten Carles Benavent erweitern Meduoteran in diesem schon 2016 geposteten Video ihre Musik abermals um neue Farben.
Natürlich interessiert uns hier vor allem Carles Benavents fantastisches Plektrum-Bassspiel. Der Stil des ehemaligen Mitstreiters von Paco De Lucia, Miles Davis oder Chick Corea ist ebenso tief im Flamenco wie auch im Jazz verwurzelt, und eröffnet der Musik eine weitere Dimension. Spieltechnisch präsentiert uns Benavent jene für ihn typische Mischung aus rasend schnellen Plektrum-Läufen und zartem Akkordspiel – dargeboten mit immenser rhythmischer Präzision auf seinem markanten halbakustischen Jerzy Drozd Barcelona Carles Benavent Bass.
Dialog auf Augenhöhe
Das hervorstechende Merkmal dieser Performance ist die erstaunliche Interaktion zwischen allen Beteiligten. Kein einzelner Musiker dominiert das Geschehen, jeder hört dem anderen zu. Die Baglama schickt filigrane Melodien in den Raum, das Akkordeon antwortet mit dichten Harmonien, und Precussions und Bass legen eine rhythmische Basis, die mitreißend groovt und das Geschehen trägt. Dieses ständige Geben und Nehmen erzeugt eine Spannung, die sich immer wieder in improvisatorischen Höhepunkten entlädt.
Improvisation als Herzstück
Überhaupt: Improvisation ist in dieser Performance nicht nur Beiwerk, sondern das Herzstück der Musik. Motive tauchen auf, verändern sich, verschwinden wieder und kehren in neuer Gestalt zurück. Die Musiker jonglieren mit Dynamik – von leisen, fast meditativen Passagen bis hin zu kraftvollen Crescendi, die das Publikum mitreißen.
Ich finde, dieser Clip ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Musik Brücken schlagen kann. Zwischen Genres, Kulturen, Tradition und Moderne. Wer Meduoteran noch nicht kennt, findet hier den perfekten Einstieg in ihr musikalisches Universum. Tipp: Am besten mit guten Kopfhörern genießen – dann entfaltet sich die ganze Tiefe dieser außergewöhnlichen Begegnung!
Viel Spaß mit dem Video!