Vox Valvetronix VT40+ Test

Praxis

Alle Möglichkeiten des Verstärkers mit 33 Ampsimulationen und 26 verschiedenen Effekt-Typen können wir hier nicht vorstellen, das würde den Rahmen dieses Testberichts sprengen. Daher gibt es eine Auswahl, die einen groben Einblick in das Geschehen erlaubt. In der ersten Hälfte des Praxisteils habe ich den Verstärker mit Mikrofon abgenommen, um euch so einen Eindruck vom Sound zu vermitteln, der aus dem Speaker kommt. Da viele Gitarristen den Amp aber sicher auch mit Kopfhörer spielen werden, habe ich im zweiten Teil des Tests zusätzlich ein paar Beispiele aufgenommen, bei denen ich den Kopfhörerausgang direkt mit meinem Audio-Interface verbunden habe. Der Klangunterschied ist, wie ihr hören werdet, extrem – und hier ist der Speakersound ganz deutlich der schlechtere! Das schon mal vorab. Zum Einsatz kam mein Standardmikrofon (CAD E-100), das ich bei allen bisherigen bonedo-Amptests eingesetzt habe, damit man auch einen authentischen Vergleich zwischen einzelnen Geräten hat. Das Mikrofon wurde eher an den Rand des Speakers gerichtet, um einen zu bissigen Sound zu vermeiden.

Es geht mit den Ampsimulationen komplett ohne Effekte los. Angenehm weich kommt die Standardversion  des Clean-Amps. Hier stand der Cleankanal des Dumble Overdrive Special Pate. Der Ton ist durchweg unverzerrt, auch wenn man Volume und Master voll aufdreht.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BBassMaster
StratCleanSTD131113111416
Audio Samples
0:00
VT40+ Clean

Es stellt sich natürlich die Frage, wozu man mit Gain, Volume, Master und Power Level gleich vier Lautstärkeregler braucht. Und genau hier kommt die Valve Reactor Technologie ins Spiel, die das Verhalten von Röhrenamps nachbilden soll. Diese beinhaltet eigentlich zwei verschiedene Zerrstufen: Die Übersteuerung des Eingangs (mit Gain geregelt) und die Verzerrung der Endstufe (Volume). Man kann also bei einem Amp-Modell die Vorstufe unverzerrt einstellen und die Endstufe des simulierten Amps zum Clippen bringen. Das Ganze geht dann auch in moderater Lautstärke, denn mit dem Power-Level-Regler wird einfach nur die Leistung gedrosselt, und zwar so, dass es keine Auswirkung auf den Klang hat. Den Vergleich mit unterschiedlichen Lautstärke-Einstellungen hört ihr im nächsten Beispiel. Dafür habe ich die Standardversion des US Blues Amps gewählt, eine Nachbildung des Fender Bassman.  Hier der Sound, wenn Gain, Volume und Master auf 12 Uhr stehen.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BBassMaster
StratUS BluesSTD121211111312
Audio Samples
0:00
VT40+ US Blues 1

Dreht man den Gainregler voll auf, erhält man einen Crunchsound, der relativ dicht wird.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BBassMaster
StratCleanSTD171211111312
Audio Samples
0:00
Vox VT40+ US Blues 2

Bei voll aufgedrehtem  Volume-Regler und Gain auf 12 Uhr, gibt es einen etwas geringer verzerrten Sound, der dafür aber offener und dynamischer klingt.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BBassMaster
StratUS BluesSTD121711111312
Audio Samples
0:00
Vox VT40+ US Blues 3

Prinzipiell wurde das Ganze ordentlich gelöst und man kann Vox bescheinigen, dass sowohl die Analyse als auch die anschließende Umsetzung des Verhaltens eines Röhrenamps durchaus gelungen ist. Trotzdem haut einen das Klangergebnis nicht gerade aus den Socken, und das wird bei höheren Verzerrungsgraden nicht unbedingt besser. Hier sind zwei Beispiele mit mehr Zerrfaktor, einmal eine Marshall JCM800-Simulation (UK Rock Special) und dann die Metal-Referenz, der Boogie Rectifier.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BBassMaster
Les PaulUK RockSPL161311141312
Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BBassMaster
Les PaulUS MetalSTL14121391512
Audio Samples
0:00
VT40+ UK Rock VT40+ Metal 1

Aus dem Speaker kommt der Sound sehr kratzig und unangenehm höhenbetont. Von dem warmen Sound der integrierten Röhre merke ich bis jetzt noch nichts. Noch extremer wird das Ganze, wenn man den Amp weiter an seine Leistungsgrenze bringt und den Power-Level-Regler aufdreht. Das ist zwar laut, aber kein Genuss – es sägt sehr. Meines Erachtens liegt das aber hauptsächlich am integrierten Lautsprecher, denn wenn ich den Amp über den Kopfhörerausgang an das Mischpult oder Audio-Interface anschließe, dann klingt die gleiche Amp-Einstellung folgendermaßen:

Audio Samples
0:00
VT40+ Metal 2

Das hört sich doch schon wesentlich besser an. Der nasale Klang ist weg und es sind auch mehr Mittenfrequenzen am Start, die dem Gitarrensound seine Durchsetzungskraft geben. Auch die Valve Reactor Technologie kommt jetzt richtig zum Zuge. Wenn man ein Amp Modell, wie zum Beispiel den UK Rock Custom (Marshall Plexi Simulation), auswählt, liefert der VT40+ das entsprechende Spielgefühl. Die dynamische Ansprache und die Reaktion des Amps auf das individuelle Spiel ist sehr gut! Hier der Beweis: Zuerst wurde leicht angeschlagen, dann hart – jede Nuance wird übertragen.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BBassMaster
SGUS RockCST151214,514912
Audio Samples
0:00
VT40+ DynaPick

Kümmern wir uns jetzt um die Effekte. Hier kann ich durch die Bank eine gute Qualität bescheinigen. Für die Basis-Sounds der Pedaleffekte wurde eine gute Vorauswahl der Einstellungen getroffen und mit dem Value-Regler kommt man schnell und unkompliziert zu guten Ergebnissen. Im Folgenden hört ihr drei Effektsounds aus dieser Kategorie, jeweils mit derselben Amp-Einstellung und auch dem gleichen Value-Setting gespielt. Sehr gut kommt hier die dynamische Ansprache beim Auto Wah rüber und der Octaver schafft auch die Verarbeitung von Powerchords.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BassMasterEff.Val.
SGUK RockCST13131413912Auto Wah10
Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BassMasterEff.Val.
SGUK RockCST13131413912U-Vibe10
Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BassMasterEff.Val.
SGUK RockCST13131413912BRN Octave10
Audio Samples
0:00
VT40+ Auto Wah VT40+ U-Vibe VT40+ BRN Octave

Bei den Modulations- und Delay-Effekten gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden. Mit der guten Grundeinstellung kommt man recht schnell zu den gewünschten Effektsounds. Hier sind drei Effekte aus dieser Kategorie, Chorus, Phaser und Tremolo.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BassMast.Eff.Depth
SGCali CleanSPL121213101113CE Chorus12
Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BassMast.Eff.Depth
SGCali CleanSPL121213101113ORG Phase12
Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BassMast.Eff.Depth
SGCali CleanSPL121213101113Twin Trem12
Audio Samples
0:00
VT40+ CE Chorus VT40+ ORG Phase VT40+ Twin Trem
Vox_Valvetronix_VT40_13FIN-1094849 Bild

Zum Abschluss noch eine Federhall-Simulation, die sogar bei hohem Effektanteil den Klang nicht verwäscht.

Git.AmpVari.GainVol.Treb.Mid.BassMast.Reverb
SGCali CleanSPL12121310111314
Audio Samples
0:00
VT40+ Reverb
Kommentieren
Profilbild von Bodo

Bodo sagt:

#1 - 30.09.2011 um 13:25 Uhr

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Vielen dank für diesen ausführlichen Test. Ich besitze einen VT40+ und mir ist der etwas nasale Sound auch aufgefallen.Mich würde interessieren ob der austausch des Lautsprechers lohnt und ob es eine Empfehlung für ein bestimmtes Modell gibt. Grundsätzlich bin ich mit dem Amp sehr zufrieden! Gruss, Bodo

Profilbild von Michael

Michael sagt:

#2 - 29.08.2012 um 12:46 Uhr

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Ich habe den VT 40+ und bin mit dem Gerät sehr zu frieden. Den Testbericht habe aufmerksam gelesen. Er gibt das wider was ich von einem guten Test erwartet habe. Beim anhören der Probesounds habe ich gesehen, dass hier von Reglereinstellenungen wie z.B. Gain 11, Volume 7 usw, zu lesen ist. Wie ist das zu verstehen? Wo ist da 7, 12, 17, 14? Ein Beispiel wäre ganz nett.Gruss Michael

Profilbild von Guido Metzen (bonedo)

Guido Metzen (bonedo) sagt:

#3 - 29.08.2012 um 15:03 Uhr

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Hallo Michael, die Zahlen sind als Uhrzeit (Stundenangabe) zu verstehen, wo sich der Regler entsprechend einem Uhrenzifferblatt befindet. Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Viele Grüße, Guido

Profilbild von Michael

Michael sagt:

#4 - 12.09.2012 um 02:44 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hallo Guido,vielen Dank für die Info. Hat mir sehr geholfen.
Grüße Michael

Profilbild von Kai Stuehrenberg

Kai Stuehrenberg sagt:

#5 - 04.01.2013 um 14:27 Uhr

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Ich habe die Vorgängerversion zu Hause. Die hat diese Mittennase nicht. Der Amp klingt clean unglaublich gut. ICh spiele ihn neben einem Marshall JVM und einem Fender Deluxe bei kleinen Gigs. Die Lead Sounds sind tatsächlich etwas kratzig aber die Bassman und Vox Models funktionieren bei der Version prima. Ich hatte mir den neuen gekauft und gleich wieder verkauft. DeSr Speaker scheint tatsächlich das Problem zu sein in der neuen Version.

    Profilbild von Martin Schwingel

    Martin Schwingel sagt:

    #5.1 - 18.08.2016 um 18:15 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo,
    spät aber vielleicht bist Du ja noch erreichbar.
    Wie heißt denn der Vorgänger?
    Danke :-)
    Martin

    Antwort auf #5 von Kai Stuehrenberg

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