Mit der Höfner HCT-Leader präsentiert der deutsche Traditionshersteller eine nicht alltägliche Hollowbody, die auch in schmalere Budgets passt. Eine Besonderheit: Der kompakte Korpus mit Centerblock verzichtet auf F-Löcher und sonstige Resonanzöffnungen. Ein P90 am Hals und ein Humbucker am Steg stehen zusammen mit nur einem Volume-Regler für ein Straight-Forward-Konzept, das traditionell satte Rocksounds verspricht.

- bequem bespielbarer Hals
- flexible Sounds durch P90 und Humbucker
- geringes Gewicht
- attraktives Äußeres mit Vintage-Charme
- Werkseinstellung benötigt etwas Nachbearbeitung
- Klangübertragung der Pickups
Was sind die besonderen Eigenschaften der Höfner HCT-Leader?
Schon optisch fällt der kleine Korpus auf, der durch seine Halbresonanz- (Semi-Hollow-) Bauweise auch das niedrige Gewicht der Gitarre von lediglich 2700 Gramm mitbestimmt. Ein Centerblock aus Mahagoni sorgt im Inneren des hohlen Korpus aus Riegelahorn für Verstärkung. F-Löcher wie bei den meisten Halbresonanzgitarren gibt es bei der HCT-Leader keine. Resultat dieser Bauweise ist ein warmer Ton mit einem ansprechenden Schwingungsverhalten. Durch die Pickup-Bestückung mit einem P90 am Hals und einem Humbucker am Steg ist die Gitarre grundsätzlich etwas flexibler aufgestellt. Dabei zeigt sich die Elektrik mit lediglich einem Volume-Regler recht spartanisch.
Wie sieht es mit der Verarbeitung und der Qualität der Bauteile aus?
Für ein Instrument in der unteren Mittelklasse macht die Höfner HCT-Leader optisch auf jeden Fall einen guten Eindruck. Mit ihrem Sunburst-Finish und dem cremefarbenen Binding am Hals- und Korpusrand versprüht sie ordentlich Vintage-Charme. Zwar kann man bei dem aufgerufenen Preis keine Premium-Qualität erwarten, aber die Hardware erledigt ihre Aufgaben ohne Probleme. Alles ist praxisgerecht und funktional, der Volume-Regler läuft störungsfrei und rund, und Kippschalter und Buchse bieten ebenfalls keinerlei Grund zum Meckern.
Wie ist die Einstellung der Höfner HCT-Leader ab Werk?
Gitarren in dieser Preisklasse sind in der Regel nicht unbedingt optimal eingestellt. Meist sind es die zusätzlichen Handgriffe, an denen gespart wird. Daher war auch bei meinem Testmodell etwas Nachbearbeitung angesagt und Halsneigung und Saitenlage mussten nachgestellt werden. Bendings funktionierten ohne Kratzen auf den glatt polierten Bünden, die aber zugunsten einer tieferen Saitenlage ruhig etwas flacher hätten abgerichtet sein können. Grundsätzlich gilt: Wer ein wenig Hand anlegt, erhält mit wenig Aufwand ein sehr gut bespielbares Instrument.
Entspricht das Angebot dem Preis?
Für nicht ganz 500 Euro (398 Euro Sonderpreis bis zum 30.9.26 im Rahmen der Thomann Guitar Days) erhält man ein Instrument mit einer soliden Basis und einem angenehm bespielbaren Hals, wenn man – falls nötig – selbst noch etwas Hand anlegt. Die Qualität der Pickups entspricht dem Preis, wobei das Instrument mit höherwertigeren Tonabnehmern nach meiner Meinung noch einen gehörigen Schritt nach vorn machen könnte.



























