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Tascam Trackpack 4×4 Test

Praxis

Tascam 4×4 Audio Interface: geringes Eigenrauschen

Die vier Ultra-HDDA Mikrofon-Vorverstärker des Audio-Interfaces aus dem Tascam Trackpack-Bundle zeichnen sich durch extrem niedriges Eigenrauschen selbst bei hohen Verstärkungen aus. Das maximale Gain liegt übrigens bei 57 dB, was für ein Audiointerface ok ist.

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24 Bit sollte man natürlich bei Möglichkeit immer einstellen, da die Signale auf diese Weise mehr Headroom und einen höheren Dynamikumfang erhalten. Wirklich schade finde ich allerdings, dass die Phantomspeisung nicht für jeden Eingang separat schaltbar ist. Stattdessen wird diese simultan für alle vier Eingangskanäle zu- und abgeschaltet. Den hochohmigen Eingang für E-Bass und E-Gitarre kann man jedoch für die ersten beiden Inputs autark anwählen. Gänzlich ein- und ausschalten kann man Tascams Audio-Interface tatsächlich nur, indem man den Stecker zieht oder eine Steckerleiste ein- oder ausschaltet. Eine externe Stromversorgung ist leider bei vier Eingängen zwingend nötig, da ein USB-Port nicht ausreicht. 

Audio Samples
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Akustikgitarre mono Akustikgitarre stereo Shaker Bass DI E-Gitarre DI

Der Klang der mit dem Tascam US-4×4 aufgenommenen Signale ist im positiven Sinne neutral und sehr rauscharm. Somit steht einer hochwertigen Aufnahme von Seiten des Interfaces nichts entgegen. 

Soundmäßig muss sich die Kombination nicht verstecken.
Soundmäßig muss sich die Kombination nicht verstecken.

Monitoring praktisch

Lobenswert sind die beiden Kopfhörerausgänge, welche unabhängig vom Pegel des Main Output einstellbar sind. Wie bei vielen Herstellern kann man auch hier die Monitor-Signale durchschleifen und stufenlos mit denen aus dem Rechner mischen. Wer zusätzlich ein MIDI-Keyboard oder einen MIDI-Expander anschließen möchte, wird sich darüber hinaus über die MIDI In- und Out-Buchsen auf der Rückseite freuen. Ferner sind die Kopfhörer-Ausgänge richtig laut und somit wird auch der verrückteste Schlagzeuger mit genug „Dampf auf dem Kessel“ glücklich gemacht! 

Fotostrecke: 6 Bilder Mit den gebotenen Monitoring-Möglichkeiten kommt man sehr weit.
Fotostrecke

Ich persönlich vermisse keine Mixersoftware, denn ich empfinde das Control Panel der DAW für Parameter wie Sample-Rate und das Monitoring als vollkommen ausreichend. Die Peak-LED dient zum Einpegeln, was einfach, aber effektiv ist! Man kommt im niedrigsten Buffer-Wert bei jeder Recording-Software auf unter 10 ms – das reicht also durchaus, um Spuren mithilfe von Plug-Ins einzuspielen.

Koppeln mit dem Rechner

Beim Anschließen an den Mac benötigte ich keinerlei Treiber. Einfach das USB-Kabel in den Rechner stecken, das Tascam US-4×4 in den Systemeinstellungen ausgewählt – fertig! Vorsichtshalber ging ich aber trotzdem auf die Herstellerseite und habe die aktuelle Firmware runtergeladen, um zu gewährleisten, dass alles auch wirklich stabil funktioniert. In diesem Zusammenhang ein kleiner Tipp: Es wird ja nicht per se automatisch nach Updates für Firmware gesucht oder aufgezeigt, dass gerade wieder einmal etwas Neues verfügbar ist. Zur Sicherheit sollte man daher einfach alle paar Wochen auf der Herstellerseite nach Aktualisierungen schauen. Aber Achtung: Wenn das System erst einmal stabil läuft, neige ich persönlich andererseits dazu, auch über einen längeren Zeitraum nichts zu verändern. Wie sagt man so schön: „Never touch a running system!“  

Beim Anschließen an den PC (Windows 7) hat mich der Rechner nach einem Treiber gefragt, welchen ich dann online an gleicher Stelle wie die Firmware gefunden und ebenfalls heruntergeladen habe. Die Installation verlief zügig und reibungslos. Mit Sonar X3 LE und Abelton Live Lite 9 werden bei diesem Bundle gleich zwei umfangreiche DAWs mitgeliefert, mit denen man komplexe Produktionen jeder Art umsetzen kann. Das US-4×4 kommuniziert sogar durch die Schnittstelle „USB Audio Compliance 2.0“ mit iPads und anderen iOS-Geräten. 

Mikrofone Tascam TM-80

Die beiden Nierencharakteristik-Kondensatormikrofone TM-80 mit Shockmount und Desktop-Ständer ermöglichen den Einsatz für Musik sowie Sprachaufnahmen etwas für Podcasts. Sie können maximal 136 dB SPL bei einem Standard-Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz weitgehend verzerrungsfrei aufzeichnen. Vor einen maximal aufgerissenen Marshall-Stack oder anderengenerell sehr lauten Schallquellen würde ich die Mikros nicht zwingend platzieren. Jedes andere Einsatzgebiet funktioniert jedoch wunderbar und klingt für meine Ohren äußerst angenehm. Ich hatte nicht das Gefühl, dass irgendein Frequenzbereich angehoben wird oder gar fehlt. Die elastischen, innen gummierten Aufhängungen – auch „Spinne“ genannt – funktionieren vorbildlich. Sie halten die Mikrofone auch kopfüber am Galgenstativ stabil, ohne dass man Gefahr läuft, dass die soliden Teile herausfallen könnten (…was mir leider selbst bei sehr teuren Großmembran-Mikrofonen schon passiert ist!).

Ein ordentliches Mikrofonstativ wäre in vielen Fällen noch eine zusätzliche Anschaffung wert.
Ein ordentliches Mikrofonstativ wäre in vielen Fällen noch eine zusätzliche Anschaffung wert.

Bei Verwendung der Tischstative könnten nach Anwendung angewinkelte XLR-Mikrofonanschlüsse vonnöten sein. Mit den geraden Steckern stehen die TM-80 Mikrofone stets im schrägen Winkel und lassen sich nicht gerade ausrichten. Die mitgelieferten Kabel hätten für meinen Geschmack ruhig etwas länger ausfallen können. 1,8 m klingt erst einmal gut, ist aber im Einsatz durch Tischkanten und Ecken oftmals nicht ausreichend und man läuft Gefahr, sich selbst Stolperfallen zu bauen. 

TH-02-Kopfhörer

Die geschlossenen Kopfhörer klingen ausgewogen und unaufdringlich – vor allem in den Höhen – und lassen sich auch über einen längeren Zeitraum angenehm tragen, ohne Druckstellen zu hinterlassen. Klasse finde ich auch, dass man die Hörmuscheln um 90 Grad drehen kann. Das hilft vielen Musikern, die mit geschlossenen Hörern nicht klarkommen. Ideal ist diese Lösung aber auch bei Interview-Situationen im Radio sowie im DJ-Einsatz, denn hier legt man oft einfach ganz klassisch ein Ohr frei. Vorbildlich ist hier die Kabellänge von drei Metern: Man braucht keine Kopfhörer-Verlängerung und das Kabel stört somit beim Einspielen nicht.

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Olaf Kliemt sagt:

#1 - 21.05.2018 um 00:54 Uhr

Empfehlungen Icon 0

vielleicht sollten die ASIO treiber erwaehnt werden, die bei Tascam leider der dealbreaker sind. roundtrip zeiten von mindestens 15ms bei weniger als 8 tracks mit standard VSTs, wenn man ohne aussetzer arbeiten will, sind nicht akzeptabel.

Kommentare vorhanden
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