Sonosax SX-M2D2 Test

Praxis

Haptik und Benutzung

Bei näherer Betrachtung der Details des Sonosax SX-M2D2 zeigt sich das Interface und Preamp als durchdachtes und gut verarbeitetes Gerät. In die Bedienung des Sonosax SX-M2D2 muss man sich jedoch zunächst ein wenig einfinden. Das Display bringt natürlich keine hohe Auflösung mit. Sie entspricht etwa der der Elektron-Geräte. Sonosax hat es aber geschafft, durch sehr gute Symbol- und Menügestaltung eine schlüssige Bedienoberfläche herzustellen. Außerdem gibt es für Funktionen wie den Mixer, das Routing und den Kompressor Presets, die man auch mit seinen eigenen Einstellungen überschreiben kann. Das bereits vorgestellte Bedienkonzept lässt sich komplett an die eigenen Bedürfnisse anpassen oder spiegeln. Ebenso lässt sich die Darstellung auf dem Display um 180 Grad drehen, falls der SX-M2D2 mal auf dem Kopf steht. Das Display ist kontrastreich und ist sehr hell einstellbar, sodass die Werte auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar bleiben. Nach etwa 10 Minuten Benutzung hatte ich den Bogen raus und wurde schnell mit der Zwei-Knopf-Bedienung.
Möchte man ein gewöhnliches Studiomikrofon an den Sonosax SX-M2D2 anschließen, braucht man einen Adapter von XLR auf Mini-XLR. Das ist nicht sonderlich exotisch, solche Adapter-Kabel sind leicht und günstig zu beschaffen. Etwas kniffliger wird es schon beim Line-Out-Kabel, denn hier werden aus einer Mini-XLR-Buchse zwei unsymmetrische Line-Signale geholt. Dieses Spezialkabel von Mini-XLR auf zwei XLR-Stecker bietet Sonosax selbst für aktuell etwa 46 Euro an. Im Zweifel lässt sich so etwas aber auch schnell selbst löten, wodurch man sich die Länge dann selbst aussuchen kann. Darüber sollte man sich vor Kauf des Sonosax SX-M2D2 Gedanken machen, denn dem Gerät liegt standardmäßig nur ein USB-Kabel bei.

Fotostrecke: 2 Bilder Solche oder ähnliche Kabel braucht man, um Mikrofone an die Preamps des M2D2 anzuschließen.
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Zubehör und weitere Funktionen

Im Lieferumfang des Sonosax SX-M2D2 bekommt man das bereits erwähnte USB-Kabel zum Anschluss an den Computer, einen passenden Akku sowie ein gepolstertes Case für den Transport. Die englische Bedienungsanleitung geht auf ihren 37 Seiten wirklich auf jedes Detail des M2D2 ein und erklärt alle Funktionen sehr gut.
Mit dem internen Mixer ist ein absolut flexibles Routing möglich. Kurz gesagt, kann jeder Eingang unabhängig auf jeden Ausgang geschickt werden, inklusive der USB-Kanäle. Kopfhörer und Line-Out Quellen können unabhängig gewählt werden. Der Mixer bringt sogar einen gut klingenden Kompressor mit! Es ist mir schleierhaft, wie Sonosax alle Funktionen des SX-M2D2 in diesem kleinen Gehäuse untergebracht hat und dazu noch mit einem Akku und USB-Power auskommt, aber es funktioniert tadellos. Der Akku hat im Test mit Phantomspeisung etwa 5 Stunden durchgehalten.
Bei 192 kHz Abtastrate und 64 Samples Puffergröße ergibt sich eine Round-Trip-Latenz von knapp unter 6 ms. Bei 44.1 kHz und 64 bzw. 128 Samples steigt der Wert auf 8.28 ms und 11.2 ms. Das sind durchschnittliche bis gute Werte für USB-2.0-Interfaces.

Fotostrecke: 2 Bilder Das Menü des Sonosax SX-M2D2 ist gut strukturiert und schnell verstanden.
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Klang

Aber wie klingt denn der Sonosax SX-M2D2 jetzt? Kurz gesagt: richtig gut. Die Mikrofonpreamps lösen sehr schön auf und bieten mit maximal 72 dB Verstärkung und 20 dB Pre-Gain riesige Gain-Reserven. Das macht Sinn, denn am Filmset hat man ja in der Regel nicht den Luxus, dass jemand aus nächster Nähe in das Mikrofon spricht, sondern es wird in der Regel mit etwas Entfernung gearbeitet. Dabei bleiben die Preamps stets rauscharm. Die Mikrofonaufnahme meiner halbakustischen Gitarre meistert der Sonosax problemlos. Im Vergleich zum ebenfalls mobilen, batteriebetriebenen IK Multimedia iRig Pro DUO I/O klingt der Sonosax etwas offener und bildet einen Hauch dynamischer ab. Außerdem habe ich das Gain für ein Field-Recording von Straßengeräuschen mal ordentlich aufdrehen können. Hier wird der Unterschied zwischen den beiden Geräten wirklich bemerkbar, denn wo die Verstärkung beim iRig aufhört, (50 dB) fängt der Sonosax erst an sich aufzuwärmen. Entsprechend ist die Aufnahme mit dem iRig etwas leiser ausgefallen, mehr ging halt nicht. Preamp und Wandler des SX-M2D2 können einen Dynamikumfang von 135 dB(A) abbilden, was bemerkenswert ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Mobilgerät handelt. Die ganze Signalkette klingt sauber und sehr neutral. An der DA-Wandlung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen.
Der Kopfhörerausgang setzt dem Understatement allerdings die Krone auf. Er ist auf der Rückseite beinahe versteckt zwischen den Mini-XLR-Anschlüssen. Eine unscheinbare Mini-Klinken-Plastikbuchse, fast wie am Handy. Aber meine Güte, selten haben meine Kopfhörer so gut geklungen. Oft ist der Kopfhörer-Amp an Geräten, die sich auf Batterien oder USB-Power verlassen, etwas schwachbrüstig, vor allem, wenn es an Studiokopfhörer und dynamisches Audiomaterial geht. Der SX-M2D2 arbeitet dagegen phänomenal mit allen getesteten Kopfhörern und kann mehr als genug Leistung liefern.

Audio Samples
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halbakustische Gitarre mikrofoniert Sonosax halbakustische Gitarre mikrofoniert iRig Field-Recording Straße Sonosax Field-Recording Straße iRig Shaker Sonosax Shaker Sonosax Low-Cut Shaker iRig
Fotostrecke: 2 Bilder Der Sonosax SX-M2D2 ist mit seinem schlichten Äußeren wirklich ein meister des Understatements
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