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Shout, Scream & Growl Workshop – Teil 1

Willkommen beim ersten Teil des Workshops über die Macht des Schreiens und wie man sie kontrolliert. In der ersten Phase geht es um den Aufbau und die Kontrolle der Zwerchfellkraft. Wie schon in meinem Mantelartikel zu dieser Workshopreihe beschrieben, ist das Zwerchfell eine der wichtigsten Komponenten für ein nachhaltiges Schreien. Hier kommen nun 5 wertvolle Übungen, um den Aufbau und die Kontrolle zu fördern.

(Bild: © Natascha Dittli (NataschaPrints))
(Bild: © Natascha Dittli (NataschaPrints))


WICHTIG: Habe Geduld und höre auf deinen Körper! Es braucht viel Zeit und Training, um dieses wundervolle Instrument zu beherrschen (wie bei den meisten Musikinstrumenten).

1. Spüren des Zwerchfells

Als erstes ist es wichtig zu wissen, wie sich der Einsatz des Zwerchfells anfühlt und wie du richtig atmest. Nur durch eine trainierte Bauchatmung mit dem Zwerchfell kannst du die Kontrolle über den Luftstrom erreichen. Deshalb eine kurze Erklärung, wie du das Zwerchfell ansprichst und spüren kannst:

2. Impulse

Um die Kraft und Geschwindigkeit des Zwerchfells zu spüren, präsentiere ich dir die Übung ‘Kickstarter’.
Tipp: Benutze ein Metronom! Alles in allem hat Musik auch mit Timing zu tun und es tut jedem Musiker gut, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. Setze es bei 60 bpm an, welches ein sehr gutes Tempo für praktisch alle meiner Übungen ist. Vielleicht wird es dir ein wenig langsam vorkommen, aber es wird dir eine Gelassenheit für das Tempo der Übung geben.

3. Kraftaufbau

Der Kraftaufbau beinhaltet eigentlich pures Training des Muskels. Dies kann gut und gerne ein paar Wochen oder sogar Monate dauern, bis du ein zufriedenstellendes Ergebnis hast. Bei mir brauchte es ungefähr ein Jahr bewusstes Training des Zwerchfells, bis ich mich bereit fühlte, weiter zu gehen. Aber keine Angst, es gibt nebenher noch genug zu tun, um nicht gleich frustriert das Handtuch zu werfen. Außerdem ist jeder Mensch unterschiedlich in der Anatomie, Trainingsauswirkung und Fortschritt (des Gesangsapparates). Ich setze hier bewusst auf das Ziel des Erlernens des Schreiens an und mit diesem Workshop kommst du sehr effektiv voran. Dazu habe ich zwei Übungen vorbereitet, welche im Video von mir erklärt und vorgemacht werden. Die erste Übung ‘Motorrad’ trainiert die durchgehende Kontrolle der Kraft des Zwerchfells, die zweite ‘Spitfire’ die Kontrolle von kraftvollen Impulse innerhalb eines Atemzugs.

4. Ausdauer

Nun wird es ein wenig komplizierter. Diese Übung erfordert etwas Zeit und Geduld bis man in den Flow kommt, aber schlussendlich ist es eine sehr wertvolle und effiziente Übung für das Zwerchfell. Ich nenne sie ‘Welle’. Um dir eine Verständniserleichterung zu geben, schau dir zuerst das Bild an und übe anschließend damit:

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
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5. Intervall

Die letzte Übung für das Zwerchfell, die ich hier vorstellen möchte, nenne ich ‘Mini Gun’:

Diese Übungen sollten dich erstmal eine Zeit lang beschäftigen. Denk daran, dass die Übungen für den Aufbau eines Muskels sind und es über Wochen hinweg eines kontinuierlichen Fokus bedarf. Je öfters du diese Übungen machst, desto schneller kommst du ans Ziel. Nimm dir 3-5 Mal die Woche Zeit sie durchzuführen, jeweils 15-30 Minuten sind dafür schon aufzuwenden. Du wirst aber nach kurzer Zeit schon Veränderungen feststellen können,das sollte dir einen Motiviationsschub geben. Viel Spaß 🙂

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(Bild: © Natascha Dittli (NataschaPrints))

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von Stefan Wipfli

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Profilbild von Holsti

Holsti sagt:

#1 - 16.04.2019 um 08:05 Uhr

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Ich singe schon seit einiger Zeit in unserem Schulchor. Dort machen wir ähnliche Übungen und ich bekomme diese Übungen auf anhieb hin. Sollte ich sie trotzdem weiterüben bevor ich mit den nächsten Schritten weitermache?
Und bei Punkt 3 sagst du, dass es ein wenig dauert bis man ein zufriedenstellendes Ergebnis hat und dass es gedauert hat bis du dich bereit gefühlt hast weiterzumachen. Woran erkennt man diesen Punkt wann man bereit ist weiter zu machen.
Aber trotzdem schonmal danke für den Workshop, ich denke er wird mir in meiner Stimmblidung gut weiterhelfen

    Profilbild von Catharina.Bonedo

    Catharina.Bonedo sagt:

    #1.1 - 25.04.2019 um 11:52 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo Holsti,
    Stefan steht gerade im Studio, da antworte ich mal an seiner Stelle. Wenn du Übungen im Griff hast kannst du gerne weitergehen. Egal ob es lange gedauert hat, bis du sie kannst, oder ob es auf Anhieb klappt. Vertraue deinem Bauchgefühl. Als Check Up kannst du dich mit deinem Handy aufnnehmen und dir die Übung anhören. Wenn du ehrlich zufrieden bist. Geh weiter zum nächsten Punkt. Mein Tipp: Jedes mal wenn du übst, machst du alle Übungen die du schon kannst einmal durch und checkst nur kurz ab, ob sich der Zustand hält. Wenn er das tut: weg damit für den Tag, wenn nicht: wiederholst du die Übung so lange, bis du sie wieder sauber hinbekommst. Herzliche Grüße Catharina

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Manuel sagt:

#2 - 16.11.2020 um 09:02 Uhr

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Hallo Johnny, ich absolviere gerade deinen Kurs und habe eine Frage zur Anspannung des Zwerchfells und habe ein paar Fragen. Zu Punkt 4, spannst du dein Zwerchfellmuskeln an sobald du mit zzzz.... (also dauerhaft halten) anfängst oder kommen die erst zum bewussten Einsatz mit Anspannung wenn du die Impulse setzt? Und noch ein Frage, beim Ausatmen zu den 10 Prozent, spannt man da die Zwerchfellmuskeln an? Vielen dank und Liebe Grüße :)

    Profilbild von Catharina.Bonedo

    Catharina.Bonedo sagt:

    #2.1 - 16.11.2020 um 11:38 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hey Manuel,
    ich antworte mal für Johnny, damit du schnell Infos hast. Hoffe, das ist ok.
    Bei den 10 % aus Punkt 1 spannst du dein Zwerchfell nicht an, weil du die Luft ja einfach ausatmest, also nichts mit ihr vorhast. Solltest du einen Konsonanten darauf legen (zz, ßß, ff etc) dann würde dein Atemsupport, also dein Zwerchfell, in Spannung gehen und mitmachen, um die Luft besser einteilen zu können.
    So komme ich auch zu deiner zweiten Frage zu Punkt 4. Weil du ja mit der Luft was vorhast, also ein langes zzz mit zusätzlichen Impulsen, darf sie nicht zu schnell entwichen. Also muss das Zwerchfell ran und mitarbeiten = Grundsätzliche Zwerchfellspannung ist gefragt. Bei den Impulsen gibt es dann einen zusätzlichen Push vom Zwerchfell.
    Hilft dir das? Sonst schreib gerne wieder.
    Viel Erfolg beim Üben und liebe Grüße zurück.

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