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Sennheiser HD 600 Test

Praxis

Verwendungszweck des Sennheiser HD 600

Entsprechend seiner offenen Bauweise, das heißt ohne nennenswerte Dämmeigenschaften, empfiehlt sich der Sennheiser HD 600 für den stationären Betrieb, sowohl im Wohnzimmer eines Musikliebhabers als auch im Regieraum eines Tonstudios. Seine (soviel vorweg) absolut überzeugenden Wiedergabeeigenschaften lassen sich neben dem Musikkonsum durchaus auch für professionelle Zwecke gewinnbringend einsetzen.

Die lediglich vergitterte Ohrmuschel hat keine Dämmwirkung.
Die lediglich vergitterte Ohrmuschel hat keine Dämmwirkung.

Sennheiser HD 600: Tragekomfort

Die elliptisch geformten und flexibel gelagerten Ohrmuscheln des HD 600 passen sich gut meiner Kopfform an und sitzen dabei sehr komfortabel und sicher. Weich und effektiv gepolstert sind die körperaufliegenden Materialien aus Velours (Ohrpolster) und Schaumstoff (Kopfbügel) und vermitteln ein insgesamt sehr angenehmes Tragegefühl. Der gerasterte Mechanismus zur Größenanpassung des Kopfhörers ist im positiven Sinne schwergängig und verstellt sich nicht nach jedem Absetzen, wie es bei anderen Kopfhörermodellen schon einmal der Fall ist.

Die weiche Polsterung des Kopfbügels macht einen guten Job!
Die weiche Polsterung des Kopfbügels macht einen guten Job!

Klang des Sennheiser HD 600

Der Sennheiser HD 600 wurde für diesen Test an folgenden Kopfhörerausgängen/Verstärkern betrieben:
iPad 4
UAD Apollo 8
SPL 2Control
Lake People G93
Neben diversen akustischen Experimenten (Sinus Sweeps, übliche DAW-Tätigkeiten) habe ich einen stilübergreifenden Mix eigener und fremder Produktionen (gemastert und ungemastert) über den Sennheiser-Kopfhörer angehört und analysiert.

Frequenzgang

Ohne dass eine Einhörphase erforderlich wäre, empfinde ich die Frequenzabbildung des HD 600 von der ersten Sekunde an als ausgesprochen neutral und natürlich und bin über den tief hinab reichenden, aber stets sehr differenzierten Bass ein wenig überrascht, da ich den offenen Sennheiser-Kopfhörer aus vergangenen Hörproben als ein wenig unterkühlt in Erinnerung hatte. Woran dies liegt, kann ich aktuell nur mutmaßen, möglicherweise haben im Laufe der Jahre diverse Aktualisierungen stattgefunden – Fanta schmeckt 2018 ja auch anders als 1988. Mit seinen lebendig-natürlichen Mitten und den fein aufgelösten frischen und niemals zu dominanten Höhen ist die Frequenzwiedergabe des Sennheiser-Kopfhörers aus meiner Sicht perfekt ausbalanciert! Dem Hörgenuss sowie professionellen Beurteilungen und Maßnahmen steht also nichts im Wege. Im direkten Vergleich zu meinem Referenzkopfhörer AKG K812 fällt eine marginale Absenkung im Tiefbass auf, die eine sachkundige Beurteilung dieses Frequenzbereichs aber nicht beeinflusst.

Impulsverhalten

Das Ein- und Ausschwingverhalten hoch- und tieffrequenter Impulse wird vom Sennheiser HD 600 präzise und authentisch umgesetzt, professionelle Beurteilungen und Dynamikbearbeitungen gehören somit zu seinem Repertoire.

Räumliche Abbildung

Einzelne Schallereignisse wie etwa einzelne Instrumente werden gut separiert im Raum abgebildet, was die Lokalisation und daraus resultierende Eingriffe im Mix begünstigt. Auch wenn der AKG K812 in diesem Punkt noch etwas kompromissloser agiert, befindet sich der Sennheiser-Kopfhörer auf einem bemerkenswerten Niveau, das von so einigen deutlich teureren Kopfhörern nicht erreicht wird. Im Zusammenspiel mit der Crossfeed-Funktion meines SPL 2Control spielt der HD 600 in einer beeindruckenden Natürlichkeit, die der Wiedergabe über Monitore schon ziemlich nahe kommt. 

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