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Revv G2 Test

Praxis

Derzeit (Stand November 2019) besteht die Pedalpalette bei Revv aus drei Verzerrern, die verschiedene Gainstufen und Zerrstrukturen bieten. Beim G2 hat man es mit der „harmlosesten“ Variante des Trios zu tun, bei der es um klassische Verzerrungen geht. Um aber eines direkt vorwegzunehmen: Auch wenn es hier relativ gemäßigt zur Sache geht, bekommt man keine authentischen Low-Gain-Anzerrungen wie bei einem AC30 oder einem Fender Deluxe Reverb hin. Ebenfalls ist es mir nicht gelungen, das Pedal so einzustellen, dass es als Booster fungiert. Auch wenn man den Gainregler komplett zurückdreht, erhält man keinen weich angerauten Ton, sondern ein unharmonisches Kratzen. Aus diesem Grunde habe ich bei den Einspielungen erst mit Gain-Einstellungen ab 9 Uhr begonnen. Bevor es an die Soundbeispiele des Pedals geht, hier zuerst einmal als Referenz mein Marshall JMP 100 Watt, den ich sehr clean eingestellt habe. 

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Referenz – Amp ohne Pedal

Wie bereits erwähnt, klingt das Pedal erst ab einer Gaineinstellung von ca. 9 Uhr brauchbar. Das ist aber kein Problem, denn viele Verzerrer brauchen einen gewissen „Schub“, um in die Pötte zu kommen. Bei den Soundbeispielen hört ihr immer drei Einstellung des Mode-Schalters. Zuerst kommt die mittlere Position, sprich, die Off-Variante, gefolgt von Blue- und Red-Mode. 

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Gain 9 Uhr – Mode Off Gain 9 Uhr – Mode Blue Gain 9 Uhr – Mode Red
Das Revv G2 erzeugt einen anständigen Mid-Gain- und Crunch-Sound und eignet sich gut für Classic-Rock-Sounds.
Das Revv G2 erzeugt einen anständigen Mid-Gain- und Crunch-Sound und eignet sich gut für Classic-Rock-Sounds.

Der Sweetspot des Pedals liegt für meinen Geschmack bei 12 Uhr, womit ich übrigens alle Regler meine. Das ist mir auch schon beim G3 aufgefallen, denn auch hier bietet das Pedal in der Halbgaseinstellung den besten Mix aus Verzerrungsgrad, Dynamik und Spielgefühl. Letzteres empfinde ich beim G2 übrigens trotz aller Sympathie für seinen Sound als leicht statisch. Die Interaktion, wie man sie von einem weit aufgerissenen Amp oder auch von Pedalen wie dem Baldringer Dual Drive her kennt, findet hier nur in Ansätzen statt. Das ändert sich auch dann nicht, wenn man den Amp zusätzlich in die Sättigung fährt. Ganz im Gegenteil kann genau das sehr schnell nach hinten losgehen, denn die zusätzliche Verzerrung sorgt beim Sound für zu viel Kompression. Daher gilt: Je cleaner der Amp eingestellt ist, umso besser klingt das Pedal.

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Gain 12 Uhr – Mode Off Gain 12 Uhr – Mode Blue Gain 12 Uhr – Mode Off

Die Klangregelung eignet sich gut, um das Pedal an den Amp und die daran angeschlossene Box anzupassen. Wer also etwas mehr Mitten oder Bässe braucht, kann dies entsprechend justieren, ausgehend von der 12-Uhr-Position der Klangregelung oder der des Amps. Die Zerrstruktur ist von dieser Maßnahme jedoch nicht betroffen. Anders sieht die Sache bei den beiden Modes aus, denn hier erhält man nicht nur zusätzliches Gain, sondern auch mehr Durchsetzungskraft, Stabilität und etwas mehr Fundament. Aus diesem Grunde gefallen mir die Sounds der beiden Modes insgesamt auch besser als die der Off-Position. Kommen wir zur Vollgas-Gaineinstellung des Pedals. Dort klingt das Pedal nicht plötzlich wie ein Metallmonster, sondern noch etwas gesättigter und undynamischer als in der 12-Uhr-Position. 

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Gain 16:00 Uhr – Mode Off Gain 16:00 Uhr – Mode Blue Gain 16:00 Uhr – Mode Off
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