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RCF Iconica Test

Praxis

Genug der schnöden Äußerlichkeiten, schreiten wir zum Hörtest: Als Vergleichsmuster standen mir dieses Mal der TMA-2 von Aiaiai in der Young Guru-Variante zur Verfügung, den ich für seinen ausgezeichneten Gesamtklang mit schubkräftigem Bass und guter Stereoauflösung sehr schätze. Flankierend der Shure SRH750DJ, der in der 100-Euro-Preisklasse mit einem überzeugenden Klang und einer guten Funktionalität aufwarten kann – ein zwar nicht besonders hübscher, aber solider Allrounder für alle Lebens- und Hörlagen eben. Zugegebenermaßen sind es zwar nicht die allerbesten Vergleichskandidaten, da es sich bei beiden Modellen um Vertreter der ohrumschließenden Fraktion handelt, als klangliche Referenz darf man sie aber ruhig heranziehen.

Fotostrecke: 2 Bilder Im Vergleich mit Artgenossen wirkt der Iconica fast schon zierlich.
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Anschluss an den Kopfhörerverstärker findet der Iconica über eines der beiden mitgelieferten Kabel, deren Miniklinkenstecker wahlweise in die Buchse der linken oder rechten Ohrmuschel gesteckt werden kann, wobei der frei bleibende Port dann zum Einstöpseln eines weiteren Kopfhörers Verwendung finden kann. Eine Verriegelung wurde dem Iconica nicht spendiert, bewirkt aber keinen Negativpunkt, da es darüber grundsätzlich zwei konträre Ansichten gibt: Die einen, die das gut finden, weil so im Fall des Überdehnens das Kabel einfach herausrutschen kann (ohne dass es aus der Buchse bricht). Die anderen, die hier mit der Zeit Kontaktprobleme heraufziehen sehen. Beide Lager haben Recht, denn beide Fälle konnten in freier Wildbahn schon beobachtet werden.
Der etwas zierliche Eindruck, den die erste in Augenscheinnahme schon suggerierte, bestätigt sich beim Aufsetzen: Der Iconica sitzt – auf meinem gar nicht mal so großen Germanenschädel – ausgesprochen eng anliegend. Daran ändert auch die gerasterte Größenverstellung nicht viel. Auf der Habenseite geht das mit einer hervorragenden Verrutschsicherheit und einer guten Außengeräuschabschirmung einher. die ist so überzeugend, dass auch ein Einsatz als Monitorkopfhörer denkbar erscheint. Gerade wenn man eine Ohrmuschel nach hinten wegdreht, sitzt der Iconica entsprechend immer noch sehr verbindlich auf dem Kopf. Etwas einengend ist es dann allerdings wieder, wenn man den Hörer um den Hals legt, hier drückt er dann schon merklich auf den Kehlkopf.

Schön ist er ohne Frage – und er klingt auch gut, sitzt allerdings recht stramm: Der Iconica.
Schön ist er ohne Frage – und er klingt auch gut, sitzt allerdings recht stramm: Der Iconica.

Beim schwungvollen Kurbeln am Kopfhörer-Lautstärkepoti des Trakor Kontrol Z2, der im Test sowohl als Audiowandler als auch als Kopfhörerverstärker dient, erweist sich der Iconica mit seinen handgefertigten 16-Ohm-Treibern erwartungsgemäß als ausgesprochen guter Stromverwerter. Es tönt ausgesprochen agil, breitwandig und druckvoll aus den Membranen, die laut Spezifikation eine Empfindlichkeit von 102 dB pro Milliwatt entfalten. Besonders im frequenztechnischen Untergeschoss macht der Iconica mächtig was her und ist dabei nicht nur laut, sondern klingt auch angenehm rund und satt.
Auch den mittleren Frequenzbereich – das Spektrum also, auf das traditionell der Großteil des musikalischen Geschehens entfällt – reproduziert der Kopfhörer sehr ausgewogen, sauber durchzeichnet und mit schöner Transienten Darstellung. Ein bisschen mehr Agilität und Knusprigkeit hätte ich mir in den Höhen gewünscht. Zugegeben: Das ist natürlich Geschmackssache und gerade bei größeren Lautstärken wie sie bei der Arbeit in der DJ-Booth relativ oft auftreten, erweisen sich etwas zurückgenommene Höhen als durchaus angenehm, dennoch haben der Aiaiai und auch der Shure hier ein Stück weit mehr Präsenz zu bieten. Ich vergebe hier keinen Minuspunkt, da es sich um eine reine Geschmacksfrage handelt: Der eine empfindet eine agile Höhenwiedergabe (wie etwa vom Shure SRH750DJ) als anstrengend und bevorzugt eher einen bassig-kuschligen Klang wie vom Iconica, der andere nicht. Die nicht ganz so ausgeprägte Höhendurchzeichnung geht mit einem relativ kompakten Stereobild einher – hier arbeiten der Shure und auch der Aiaiai die Details etwas definierter heraus.

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