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PeoPeo VoodooBox Test

Praxis

Bluetooth

Das Pairing per Bluetooth funktioniert ohne Probleme. Geräte ohne Bluetooth, wie z. B. Drummachines werden per Miniklinkenkabel angeschlossen. Wird die Voodoo-Box eingeschaltet, ist sie zunächst stumm, ebenso wenn sie eine Weile kein Audiosignal erhalten hat. Erst mit einem Druck auf die Lautstärke-Buttons wird die Box in moderater Lautstärke hörbar. Das ist eine gute Lösung, denn so kann sie nicht sofort beim Einschalten losbrüllen, falls sie beim letzten Mal sehr laut eingeschaltet war.
Auch beim Wechsel zwischen Bluetooth- und kabelgebundenem Betrieb wird das Volume zurückgesetzt und muss wieder manuell angehoben werden.

Lautstärke

Die VoodooBox ist richtig schön laut. Sie kann mit 112 dB Schalldruck zwar längst nicht mit der Lautstärke der Soundboks mithalten, aber übertönt mühelos jeden dieser kleinen Lifestyle-Bluetooth-Speaker. Der Speaker ist sozusagen der „Missing Link“ zwischen den kleinen Consumer-Soundbars und den großen Bluetooth-Giganten von Soundboks und Teufel. Ein „vernünftiger Kompromiss“ ist er aber trotzdem nicht – zu abgefahren ist das Design.

Die Seitentaschen für Smartphone & Co. lassen den Voodoo-Speaker von Weitem wie einen nicht ganz normalen Rucksack wirken
Die Seitentaschen für Smartphone & Co. lassen den Voodoo-Speaker von Weitem wie einen nicht ganz normalen Rucksack wirken

Sound

Soundmäßig macht PeoPeos VoodooBox keine schlechte Figur. Wir hatten für den Test nur ein Exemplar zur Verfügung, sodass wir den Stereoklang nicht überprüfen konnten. Jedoch als Mono-Box klingt sie schön satt und rund. Es fehlt etwas Glanz in den Höhen und richtig tief runter geht der Achtzöller nicht. Das Einsatzgebiet als Outdoor- und Lifestyle-Speaker deckt er aber klanglich wie vom Handling ganz wunderbar ab. Und ein Hingucker ist er sowieso.

Der Indianervogel ist ein Öko: Der Flachsfaserverbund ist robuster als so manches Plastikchassis
Der Indianervogel ist ein Öko: Der Flachsfaserverbund ist robuster als so manches Plastikchassis

VoodooBox VoodooCharts

Natürlich muss so eine Voodoo BoomBox auch mit richtiger Voodoo-Musik getestet werden. Hier meine kleine persönliche Top 10-Playlist:
1. Jimi Hendrix – Voodoo Chile
Psychedelic Blues Rock, der gut zur PeoPeo Voodoo BoomBox passt. In den Bässen passiert nicht viel und die Mitten-Power von Jimis Gitarre bratzt angenehm dreckig aus der BoomBox heraus.
2. A Guy Called Gerald – Voodoo Ray
Dieser sehr aufgeräumt produzierte UK-House-Klassiker bounced schön mit der Bassdrum. Die 606-Hihats krispeln silbrig in den Höhen, ein Track wie gemacht für die BoomBox.
3. Deichkind – Voodoo
Deutsche Tiefton-Reim-Artisten. Die sehr tiefgetunte Bassdrum klingt etwas pappig, so richtig tief kommt die BoomBox dann eben doch nicht herunter.
4. The Prodigy – Voodoo People
The Prodigy klingt geil auf der PeoPeo. Mit der stets massiven Betonung auf der Eins und dem sowieso rotzigen Trademarksound passen die englischen Breakbeat-Helden prima zur Voodoo BoomBox.
5. Massive Attack feat. Young Fathers – Voodoo In My Blood
Subsonischer Trip Hop, hier wird die Voodoo BoomBox so richtig gefordert. Die dicke 808-Bassdrum im Intro bringt die BoomBox voll aufgerissen schon gut in die Zerrung. Je voller der Song wird, umso mehr ist die Box überfordert. 
6. Lonnie Liston Smith & The Cosmic Echoes – Voodoo Woman
Spaciger Jazzfunk, dem zum Space die Stereobreite fehlt. Das glockige Rhodes-Piano erzeugt auch bei geringerer Lautstärke nervig klingelnde Verzerrungen. Man möchte zum Equalizer greifen, aber es gibt ja keinen.
7. Screaming Jay Hawkins – I Put A Spell On You
Unglaublich, dass diese Urschrei im Jahre 1956 produziert wurde. Die VoodooBox wurde quasi für diesen Song gebaut. Man möchte fast mitschreien; „… and you’re mine!!!“
8. Big Bad Voodoo Daddy – I Wanna Be Like You
Flacher Swing-Pop ohne viel Tiefgang, auch nicht im Frequenzspektrum. Der King Louis-Song aus dem Dschungelbuch swingt sich schön durch und die BoomBox gibt unbeeindruckt wieder.
9. Martin Waslewski – Voodoo
Aktueller Open Air House-Sound, der wie für die BoomBox gemacht ist: Die Bassdrum bounced gut, die perkussiven Transienten greifen schön durch und dank des aufgeräumten Arrangements atmet der Track gleichmäßig. Das Bassfundament pumpt gut, bis das tiefe bassige Pad reingleitet und der Bassdrum schon mal den Frequenzplatz streitig macht.
10. Voodoo Child – Slow Motion Suicide
Drone-Ambient von Mobys Sideprojekt Voodoo Child. Die BoomBox wird den an- und abschwellenden Klangkaskaden überhaupt nicht gerecht. Es fehlt die Breite, es fehlt die Weite, klar wir hören mono. Aber es wird auch klar: Die VoodooBox passt besser zu punkig-rotziger Musik als zu schöngeistigen Klangkaskaden.
Fehlt euch euer persönlicher Lieblings-Voodoo-Song? Dann schreibt ihn uns unten in die Kommentare!

Mobilität

Der VoodooBox kann sehr komfortabel auf dem Rücken getragen werden. Dank Rückenpolsterung und verstellbaren Gurten fühlt sich die PeoPeo Box tatsächlich wie ein Rucksack mit festem Gehäuse an. Bei moderater Lautstärke kribbelt der Bass ein wenig auf dem Rücken und das fühlt sich sogar gut an. Bei voller Lautstärke brutzeln die Bassdrums allerdings schon sehr massiv auf der Wirbelsäule rum und zumindest ich wollte den VoodooBox dann nicht lange auf dem Rücken tragen. Aber es gibt ja auch Leute, die ihre Köpfe in Subwoofer stecken …

Fotostrecke: 2 Bilder Mit den mitgelieferten Schultergurten lässt sich der VoodooBox optimal auf dem Rücken tragen
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Batterie

Leider hat die BoomBox keine Batteriestandanzeige. So ist es dann auch immer spannend, wann die Batterie leer ist. Ich habe leider keine Vorwarnung entdecken können. Sie hält wirklich lange, aber irgendwann ist halt Schluss und dann schaltet sich die VoodooBox mit einem kurzen Knacksen ab und wartet darauf, wieder aufgeladen zu werden.

Installationsspeaker

Dank des Ständerflansches und der Kaskadierbarkeit kann der Voodoo-Speaker auch bei Installationen, Vorträgen und DJ-Sets genutzt werden. Mit dem optionalen 20 m langen Miniklinkenkabel sind dann latenzfreie Verbindungen zwischen weit entfernt stehenden PeoPeos machbar.

Fotostrecke: 2 Bilder Aufgespießt: Der Flansch des VoodooBoxs ist mit handelsüblichen Ständern kompatibel
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Customization

Beim Bestellen auf der PeoPeo-Website kann man sich seinen ganz persönlichen Voodoo-Speaker zusammenstellen. Für das Gehäuse gibt es die Farbvarianten sandhell wie unser Testmodell oder lehmbraun. Die Holzringe um die Augen kommen in den Formen happy, mysteriös, nervös und „wake up“.
Auch der Basslautsprechergrill kommt in vier Geschmacksrichtungen. Eigene Verfeinerungen sind ebenso möglich. So war mir die weiße Aux-LED viel zu hell. Das ist nur ein Detail, aber es nervt. Ich habe die „Grell-ED“ während des Tests mit einem orangefarbenen Sticker abgeklebt, ihr wisst schon, so einen, wie man sie beim Einlass im Berghain auf die Kameralinsen geklebt bekommt. Damit ist die LED immer noch hell, aber eindeutig im angenehmen Bereich.

Fotostrecke: 2 Bilder Party to go: Der VoodooBox kann auch bequem mit dem robusten oberen Griff getragen werden
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Noch mehr Boom!

Neben der hier getesteten Voodoo BoomBox hat PeoPeo mit der aktiven Voodoo HiFi-Box für 989,- Euro noch eine etwas edlere (und teurere) Variante im Programm. Wer solch extravagante Boxen als passive Exemplare für den heimischen HiFi-Verstärker sucht, wird mit dem Voodoo Passive Pärchen für 1.299,- Euro  fündig.
Das sind alles recht satte Preise, die aber etwas ihren Schrecken verlieren, wenn man bedenkt, dass PeoPeo ein 30 Tage Trial anbietet und der Kaufpreis auch in vier bequemen Raten ohne Zinsen abbezahlt werden kann. PeoPeo gewährt auf alle Boxen 2 Jahre Garantie.

Für wen ist das?

Ist der kleine JBL-Bluetooth-Speaker zu leise? Ist die Soundboks zu groß und zu schwer?
Der PeoPeo Voodoo-Speaker belegt sehr clever genau diese Nische. Er ist robust und mobil und für die meisten Gelegenheiten reicht die Lautstärke auch völlig aus. Was nützt der fetteste Speaker, wenn er nicht dabei sein kann, weil ihn niemand mitschleppen wollte.
Der französische Partyrucksack ist ideal für die spontane Soundbeschallung und kann auch zuhause sehr gut eingesetzt werden.  Durch sein extravagantes Design ist er auch optimal für alle, die das Außergewöhnliche suchen. Nur darf man keine HiFi-Qualität erwarten und auch beim aufgerufenen Preis von knapp 800 Euro nicht zusammenzucken. 

Fotostrecke: 2 Bilder Schöner könnten wir sie auch nicht in Scheiben schneiden: das VoodooBox-Konstruktions-Explosionsphoto von der PeoPeo-Website
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