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Mackie THUMP GO Test

Die Aktivlautsprecher-Familie aus dem Hause Mackie hat Nachwuchs bekommen. Mit der THUMP GO präsentieren die Amerikaner ihren neuen Beitrag zum Thema „Akkulautsprecher“. Diese Kategorie erweist sich als äußerst beliebt, und daher war es nur eine Frage der Zeit, bis Mackie nach der Freeplay-Serie nachlegt. Doch Mackie wäre nicht Mackie, wenn sie dem Thema „Akkulautsprecher“ nicht mit interessanten Features frischen Wind verpassen würden. 

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Viele Mitbewerber im 400-Euro-Bereich setzten auf eine Treiberbestückung mit Bereitbänder-Chassis oder passiv getrennten Antrieben. Die THUMP GO setzt dagegen auf einen 8-Zoll-Tieftöner und einen 1-Zoll-Hochtöner, die aktiv getrennt werden. Dabei werden die Treiber entweder über eine Kaltgerätebuchse mit Dauerstrom befeuert oder über einen austauschbaren, leichten Akku. Bis zu 200 Watt Peak-Leistung stehen zur Verfügung, was einen Spitzenschalldruck von 115 dB erzeugen soll. 
Anstatt einen mehr oder weniger brauchbaren Mediaplayer zu verbauen, setzt Mackie lieber direkt auf ein doppeltes Bluetooth-Modul, das es erlaubt, gleichzeitig Musik auf die Box zu streamen und die THUMP GO mit der Thump Connect 2 App fernzusteuern. Ebenfalls interessant sind der eingebaute Feedback-Unterdrücker und die Möglichkeit, die Box sowohl auf einem Stativ und als Bodenmonitor zu betreiben. Damit deckt die THUMP GO zumindest der Papierform nach gleich eine Reihe unterschiedlicher Anwendungen ab. 

Details

Die Lieferung erfolgt im Karton und das Gesamtpaket wiegt keine 10 Kilo. Dicke Styropor-Einlagen schützen beim Transport. Ein großer Griff auf der Oberseite erleichtert die Bergung des Testgeräts aus dem Karton. Die Box ist in Folie eingeschweißt, was eventuelle Feuchtigkeit abhält. Aus der Folie befreit, hinterlässt die Box einen guten Eindruck. Ein frisches, modernes Design, das sich bei alle neuen Mackie-Aktivboxen wiederfinden lässt. 

Fotostrecke: 4 Bilder Der Karton der Mackie THUMP GO
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Ein vollflächiges Lautsprechergitter mit dahinterliegendem Akustikflies und einer grünen Status-LED-Bar sieht unaufdringlich und modern aus. Mit dieser Optik kann die Box auch bei Firmenveranstaltungen und in einem gehobeneren Ambient auftreten. Das Kunststoffgehäuse ist penibel gearbeitet und verfügt über eine mattschwarze Oberfläche. Dank ihres niedrigen Gewichts von acht Kilogramm reicht der großzügige Griff auf der Oberseite für ein komfortables Handling völlig aus. 
Der Gehäuse verfügt über gleich zwei Schrägen. In einer ist das Aktivmodul verbaut die andere dient als Monitorschräge, falls die THUMP GO als Wegde zum Einsatz kommen soll. Die Unterseite beherbergt eine Stativaufnahme und eine Klappe, hinter der sich der Wechsel-Akku verbirgt. Die Klappe wird mit zwei Schrauben verschlossen. Zum Öffnen reicht ein Geldstück oder Plektrum, somit ist der Zugang, wie man so schön sagt, „werkzeuglos“ möglich. 
Der Akku selbst kommt in einer leichten Lithium-Ionen-Ausführung und lässt sich über ein optionales Netzteil auch außerhalb der Box aufladen. Die Idee dahinter ist es, einen „Dauerbetrieb“ zu erlauben, falls die angegebene Akkulaufzeit von bis zu zwölf Stunden einmal nicht ausreichen sollte. Ansonsten wird der Akku automatisch aufgeladen, wenn die Box über das beiliegenden Kaltgerätekabel mit Strom versorgt wird. Ein herkömmlicher Betrieb an einer Steckdose ist somit ebenfalls möglich. 

Fotostrecke: 4 Bilder Die Mackie THUMP GO verfügt über eine Monitorschräge
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Aktivmodul

Kommen wir zum Aktivmodul. Dieses sitzt auf der rechten Gehäuseseite. Auf der Gehäuserückseite befinden sich lediglich eine Kaltgerätebuchse samt Netzschalter. Das Aktivmodul ist sinnvoll gegliedert und im Grunde selbsterklärend, sodass die Gebrauchsanweisung getrost im Karton bleiben kann. Ich notiere zwei Eingangskanäle, die beide mit je einer Combobuchse ausgestattet sind. Kanal 1 verfügt über eine dedizierte Mic/Line-Umschaltung nebst Gain-Poti. Kanal 2 ist zusätzlich noch mit einer Stereo-Miniklinkenbuchse ausgestattet. Zudem lässt sich der Kanal 2 alternativ auch mit einem Stereo-Bluetooth-Stream beschicken. Die dazu notwendige Bluetooth-Pair-Taste samt blauer Status-LED ist oberhalb des Kanal-Gain-Potis angesiedelt. 
Rechts daneben ist ein Link-Taster samt Status-LED angebracht. Die Idee dahinter: Besitzt man zwei THUMP GO, dann lassen sich diese über die Link-Funktion zu einem Stereosystem koppeln, um damit den Verkabelungsaufwand zu minimieren.
Rechts neben den beiden Gain-Potis für die Eingänge befindet sich noch ein Master-Volume-Poti, das von einer Overload- und einer Batterie-LED-Anzeige begleitet wird. Die Batterie-Anzeige via LED kann vier Zustände anzeigen. Eine grüne LED verweist auf einen vollen Akku, leuchtet die LED gelb, wird der Akku langsam müde. Eine rote LED bedeutet, dass die THUMP GO aufgeladen werden möchte. Leuchtet die LED nach der Betätigung des Netzschalters erst gar nicht auf, ist der Akku komplett leer und die Box kann nur über das Kaltgerätekabel mit Strom versorgt werden. Ebenfalls in der Mastersektion angesiedelt ist eine XLR-Through-Buchse, die den Mix der beiden Eingangskanäle weiterleitet. 

Fotostrecke: 4 Bilder Das Aktivmodul besteht aus Rückseite und rechtem Seitenteil
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Wenn man die Ausstattung betrachtet, dürfte eine Frage auf den Nägeln brennen: Gibt es keinen EQ? Die Antwort ist kompliziert. Was der User direkt am Aktivmodul abrufen kann, sind vier Voicings. Voicings sind Klangvoreinstellungen, die sich je nach Beschallungssituation aktivieren lassen. Im Fall der THUMP GO lassen sich die Voicings über einen Taster aktivieren. Dabei ist die Bezeichnung der Voicings und deren EQ-Kurven im Grunde eindeutig. Zur Auswahl stehen „Music, Speech, Mon und Sub“. Zur weiteren Erklärung sind die entsprechenden EQ-Kurven auf dem Aktivmodul aufgedruckt. 
Rechts neben dem Voicing-Taster befinden sich noch weitere Funktionstaster, die wir uns als nächstes ansehen. Der „Outdoor-Mode“ ist ein weiteres Voicing, je nachdem ob die Box im Freien oder in geschlossenen Räumen zum Einsatz kommt. Die Idee an sich ist nachvollziehbar, warum man dieses Voicing nicht einfach zu den anderen gepackt hat, will mir dagegen nicht ganz einleuchten. Egal, immerhin eine Klangoption mehr. 
Was mir allerdings völlig einleuchtet, ist die Ducking-Option. Gerade für Moderationen oder Messe-Präsentationen ist oftmals Hintergrundmusik gewünscht. Diese lässt sich via Bluetooth in den Kanal 2 streamen, während der Moderator ein Mikrofon über den Kanal 1 nutzt. Mit aktivierter Ducking-Funktion wird die Hintergrundmusik automatisch im Pegel abgesenkt, wenn der Moderator ins Mikro spricht. Nützlich! Ebenso wie der ebenfalls automatisch arbeitende Feedback-Eliminator, der Koppelfrequenzen selbstständig unterdrücken soll. Der letzte Optionstaster trägt die Bezeichnung „Front-Led“ und macht genau das, was er sagt: Die Frontseitige LED-Bar lässt sich wahlweise abschalten, falls das grüne Licht nicht ins Bühnenbild passen sollte.

Fotostrecke: 3 Bilder Die Unterseite beherbergt eine Stativaufnahme und das Akkufach
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Thump Connect 2 App

Die passende App ist kostenlos und steht für Android- sowie iOS-Gerätschaften zur Verfügung. Die Anbindung erfolgt nicht über WLAN, sondern via Bluetooth. Ich installiere die App auf meinem iPhone 12 Pro Max und kann direkt eine Verbindung herstellen. Im Gegensatz zu anderen Apps lässt sich die Thump Connect 2 App ausschließlich vertikal verwenden. Das Drehen des iPhone um 90 Grad erzeugt keine alternative Ansicht, was ich aber auch nicht vermisse. Die Startseite zeigt in der vertikalen Ansicht eine Abbildung der verbundenen THUMP GO samt verbleibender Akkulaufzeit. Durch die vertikale Ausrichtung sind die Fader-Wege angenehm lang. Ich notiere je einen Fader samt Mute-Taste für die Eingänge 1 & 2 und einen Summen-Fader. Unterhalb der Fader lassen sich zudem die vier Voicings und der Outdoor-Modus anwählen. Damit sind die wichtigsten Funktionen im direkten Zugriff von der Startseite aus. 
Über den Advanced-Button gelangt man zu weiteren Funktionen. Hier lassen sich beispielsweise eine zweite THUMP GO verlinken, der Feedback-Eliminator und das Musik-Ducking aktivieren. Weitere Funktionen sind das Abspeichern der Einstellungen in User Presets und die Möglichkeit einen “Custom EQ” zu aktivieren. Dieser besteht aus zwei Kuhschwanzfiltern für Bässe und Höhen mit einem Regelhub von +/-6 dB. Also eher die grobe Kelle, chirurgische Klangoperationen lassen sich damit nicht vornehmen. In der Summe bietet die App aber einen deutlichen Mehrwert zu einer ansonsten schon üppig ausgestatteten Box.

Fotostrecke: 4 Bilder Die Startseite der Thump Connect App
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