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Mackie THUMP GO Test

Praxis

Hören wir uns den Kandidaten an. Nach Betätigung des Netzschalters benötigt die Box nur wenige Sekunden, um betriebsbereit zu sein. Das Einschalten erzeugt keinen hörbaren Einschaltknacks. Zudem ist die Box erstaunlich leise. Kein störender Lüfter, kein wahrnehmbares Grundrauschen – das erste Eindruck überzeugt. Das die Box in der Tat einsatzbereit ist, erkenne ich lediglich an der beleuchteten Front-LED-Bar.
Ich teste die Box zunächst mit einem Mikrofon (Kanal 1) und einem Zuspieler via Miniklinke an Kanal 2. Beim Einpegeln muss man sich überwiegend auf sein Gehör verlassen, denn eine Clip- oder Signalanzeige am Aktivmodul gibt es nicht. Dafür hilft eine Skalierung an den Gain/Volume-Potis, die den Regelbereich für Line- und Mikrofonsignale ausweist. Als nächstes checke ich die Voicings und den Outdoor-Modus mit dem Mikrofonsignal (Shure SM58) aus. Der Outdoor-Modus verleiht der Box einen dezenten Schub im Bass- und unterem Mittenbereich, was durchaus Sinn ergibt. Aufgrund nicht vorhandener Reflexionsflächen klingt eine Box im Freien immer etwas schlanker, das wird durch den Outdoor-Modus kompensiert. 
Kräftiger zur Sache gehen allerdings die vier Klang-Presets. Hier würde ich mich bei der Auswahl einfach auf das eigene Gehör verlassen, denn die Übergänge sind fließend. Wird die Box für eine Musikdarbietung verwendet, würde ich das Music-Voicing verwenden und nicht das Speech-Voicing, selbst wenn die Stimme im Vordergrund stehen sollte. Das Music-Preset lässt die Box hörbar fetter, größer klingen und nimmt gleichzeitig den oftmals kritischen Mittenbereich (2 – 4 kHz) etwas zurück. Damit klingen auch lautere Gesangpassagen unaufdringlich. Hat man allerdings einen Sprachbeitrag oder eine Moderation zu übertragen, dann ist das Speech-Voicing das Mittel der Wahl. Durch die prominenten Mitten profitiert die Sprachverständlichkeit nachhaltig.
Das Monitor-Voicing erlaubt mit aktiviertem Feedback Eliminator einen unkomplizierten, durchsetzungsfähigen Monitorsound. Dieses Preset entsorgt konsequent Tiefbass- und Low-Mid-Müll, dadurch geht die Box als Monitor laut und kann sogar im Band-Kontext bei gemäßigten Lautstärken funktionierten. 

Fotostrecke: 3 Bilder Die THUMP GO funktioniert auch gut als Monitor
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Subwoofer-Unterstützung

Das Sub-Voicing versieht die THUMP GO mit einem Low-Cut-Filter, mit dessen Hilfe die THUMP GO sich gut mit einem Subwoofer kombinieren lässt. Anfallendes Feedback erkennt der Eliminator zielgenau und rückt diesem mit schlanken Filtern zu Leibe. Je tiefer die Koppelfrequenz, desto länger benötigt der Algorithmus die passende Frequenz zu setzen. Die Quick&Dirty-Lösung: Einfach die Lautstärke so lange erhöhen, bis der Feedback Eliminator drei, vier Koppelfrequenzen entsorgt hat, und dann die Lautstärke drei dB zurücknehmen. Das erzeugt einen lauten, aufgeräumten Monitorsound, der den Anwender Feedback-frei durch den Abend bringen sollte. 
Als Nächstes probiere ich die Ducking-Funktion. Ich aktiviere den Ducker und spreche in das Mikrofon. Immer wenn am Mikrofon ein Pegel anliegt, wird die Musik des Zuspielers im Kanal 2 automatisch abgesenkt. Man kann allerdings nicht einstellen, wie stark die Musik abgesenkt wird. Set & Forget ist hier die Devise. Aber die THUMP GO bietet einen guten Kompromiss, die Musik wird jedenfalls nicht komplett weggedrückt, was mir gefällt.
Nun teste ich die Bluetooth-Verbindung und streame über mein Handy Musik an den Kanal 2. Dabei fällt mir auf, dass das Volume/Gain-Poti tatsächlich nur für die physikalisch anliegenden Signale funktioniert. Sprich: Die Lautstärke des Bluetooth-Streams lässt sich nicht über das Poti in Kanal 2 am Aktivmodul regeln. Das erledigt man entweder über den Bluetooth-Zuspieler oder man verbindet sich mit der Thump Connect 2 mit der Box. Mit der App lässt sich über den Kanal-Fader die Laustärke des Bluetooth-Streams problemlos regeln. 

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Wem die Klangregelung über die Voicings nicht ausreicht, der kann den Summen-EQ (Bässe/Höhen) aus der App zur Hilfe nehmen. Die App funktioniert sauber und hinterlässt einen sympathischen Eindruck durch ihre gute Ausstattung und Bedienbarkeit. Zumal die App noch die Akkulaufzeit anzeigt. Die maximale Akkulaufzeit von bis zwölf Stunden (Herstellerangaben) kann ich im Test bestätigen. Die Box hat mit halber Lautstärke im Dauerbetrieb mit aktivierter Bluetooth-Schnittstelle annähernd die 13-Stunden-Marke geknackt, sodass man auch bei hohen Lautstärken von einer Akkulebensdauer von mindestens acht Stunden ausgehen darf. Ein sehr guter Wert.
Im Zweifelsfall kann die THUMP GO immer noch an einem Kaltgerätekabel betrieben werden. In puncto Lautstärke kann ich der Kandidatin einen gesunden Pegel attestieren, vor allen im Akkubetrieb. Die Box dürfte sogar in einem gemäßigten Band-Kontext funktionieren. Akustik-Bands und Singer/Songwriter sowie Straßenmusiker dürfen sich über eine kompakte Box mit gutem Headroom freuen.

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