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Pearl Stave Craft Makha und Thai Oak Snares Test

Praxis

Gleichzeitig straff und holzig klingen die Stave Craft Snaredrums

Nachdem ich die vier Testobjekte auf verschiedene Snarestative gewuchtet habe, geht es nun an den Soundcheck. Schon nach den ersten Schlägen wird der Einfluss der Konstruktion deutlich. Das zeigt sich am stärksten im sehr straffen, fokussierten Attack und dem sauberen Fellklang in allen Stimmungen. Dank ihrer massigen Kessel gehören die Stave Craft Modelle jedoch zu den trockenen Vertretern ihrer Gattung, langes Singen lassen sie nicht hören. Anders als bei Snaredrums mit herkömmlichen Schichtholzkesseln, sorgt diese Trockenheit allerdings nicht für eine begrenzte Dynamik, im Gegenteil. Besonders in mittleren Stimmungen erzeugen alle vier Instrumente einen brachialen Druck, ohne hart zu klingen. Auch die Teppichansprache ist äußerst fein integriert und verleiht den Snares einen ganz eigenen Charakter. Insgesamt klingen die beiden Makha-Modelle minimal dunkler und milder, die Thai Oaks wirken mittiger und sind „knuspriger“ im Attack. Hören wir uns nun die verschiedenen Stimmbereiche genauer an.  

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Hohe Stimmungen 

„Tack!“ Wer die Stave Crafts richtig hoch zieht, bekommt einen kurzen, knallig-harten Attack, der mich ein bisschen an Marching-Snaredrums erinnert, ergänzt um eine holzige Tiefe im Ton, die zweifellos vom Kessel herrührt. Natürlich spielt beim Attack auch und gerade die Bestückung mit klaren CS-Fellen eine Rolle. Wer hier einen etwas organischeren Ton sucht und weniger „Brett“, sollte auf beschichtete Felle ohne Verstärkungspunkt zurückgreifen. Dies gilt übrigens für alle Stimmungen. Die beiden tieferen Trommeln besitzen naturgemäß etwas mehr Volumen und Tiefe, schön ist auch, wie crisp der Teppich bei allen Snares integriert ist. Für hohe und mittelhohe Stimmungen erscheint mir aber gerade das krachend fokussierte Paket mit den fünf Zoll tiefen Kesseln sehr schlüssig. Wie oben erwähnt, klingen die beiden Makhas jeweils eine Spur softer. 

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Thai Oak 14″ x 5″, sehr hohe Stimmung Thai Oak 14″ x 5″, hohe Stimmung Makha 14″ x 5″, sehr hohe Stimmung Makha 14″ x 5″, hohe Stimmung Thai Oak 14″ x 6,5″, sehr hohe Stimmung Thai Oak 14″ x 6,5″, hohe Stimmung Makha 14″ x 6,5″, sehr hohe Stimmung Makha 14″ x 6,5″, hohe Stimmung

Mittlere und tiefe Stimmungen

Bewegt man sich mit den vier Testtrommeln in etwas moderatere Register, spielen die Kessel ihr volles Volumen aus. Freunde brachial-holziger Flams werden hier ihre wahre Freude haben. Klar und offen, allerdings mit sehr definierten Obertönen versehen, gehen hier speziell die beiden flacheren Snares zu Werke. Die Mischung aus Druck, Ansprache und holziger Tonalität macht schon wirklich Spaß. Die 6,5er legen hier in natura noch etwas Körper drauf, aufgenommen stehen ihnen die 5er aber in nichts nach. Dreht man die Stimmschrauben deutlich herunter, verändert sich bei allen Modellen das Obertonverhalten. Die scharfen Gratungen lassen die unbeschichteten Felle nun länger ihrer schwingenden Tätigkeit nachgehen, der Gesamtklang wird dadurch zwar nicht weniger transparent, man meint jedoch, das Fellmaterial deutlicher herauszuhören.
Legt man nun Dämpfung auf, wird der Klang der Snares deutlich leiser, der „nasse“ Schmatz manch einer Vintage Snaredrum möchte nicht so recht aufkommen. Dafür sind die extrem starren Kessel möglicherweise zu inaktiv. Trotzdem machen die tieferen, etwas komprimiert klingenden Sounds auch Spaß. Generell sollte man von den Stave Crafts aber sowieso die Finger lassen, wenn man weiche, retro-mäßige Töne sucht. 

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Thai Oak 14″ x 5“ – mittlere Stimmung Thai Oak 14″ x 5“ – tiefe Stimmung Makha 14″ x 5“ – mittlere Stimmung Makha 14″ x 5“ – tiefe Stimmung Thai Oak 14″ x 6,5“ – mittlere Stimmung Thai Oak 14″ x 6,5“ – tiefe Stimmung Makha 14″ x 6,5“ – mittlere Stimmung Makha 14″ x 6,5“ – tiefe Stimmung

Ein beschichtetes Ambassador-Fell ändert den Charakter der Snares deutlich

Nicht nur optisch, auch akustisch hinterlassen die klaren CS-Felle ihren Fingerabdruck auf den Stave Craft Snaredrums. Das zeigt sich, wenn man sie gegen weiße, beschichtete Standardfelle austauscht. Ein Ambassador beispielsweise sorgt im Testbetrieb für einen wesentlich runderen Attack mit weniger Härte, auch der Ausklang wird minimal diffuser. Man sollte Pearl allerdings nicht unterstellen, die klaren CS nur gewählt zu haben, um Kunden im Musikladen mit den massiven Kesseln zu beeindrucken. Die Teile arbeiten den Charakter tatsächlich sehr gut heraus. Mindestens ebenso gut gefallen mir die Snares allerdings mit dem weißen Standardfell – außerdem gucke ich nicht so gern Schrauben im Kessel an. Beides ist jedoch natürlich Geschmacksache.

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