Pearl Omar Hakim 13“ x 5“ Signature Snare Test

Heute testen wir einen echten Klassiker: die Signature Snare von Omar Hakim, einem US-amerikanischen Jazz- und Fusiondrummer, der beispielsweise für Weather Report oder John Scofield die Trommelstöcke geschwungen hat. Internationale Bekanntheit erreichte er aber auch durch sein Mitwirken auf Pop-Produktionen für Künstler wie Madonna, Dire Straits, David Bowie und Sting. Sein ureigener Spielstil zeichnet sich in meinen Augen dadurch aus, dass er virtuose Technik mit seiner einzigartigen Phrasierung und einem sehr elegant wirkenden Spielfluss kombiniert. Natürlich groovt er dabei durchgehend wie die Hölle.  

Pearl Omar Hakim Signature Snare Test

Das hier vorliegende Signature-Modell geht weit zurück in das Jahr 1996. Damals kam nicht nur der Song „Jein“ von Fettes Brot heraus, sondern auch ein Quartett mittlerweile legendärer Pearl Signature Snares. Neben den bis heute populären Modellen von Chad Smith, Dennis Chambers und JR Robinson war auch die als „Power Piccolo“ angekündigte Omar Hakim Snare in 13“ x 5“ mit dabei. Wenn sich ein Modell so lange am Markt hält, muss die Rezeptur wohl gelungen sein. Wir checken mal, was der Klassiker kann.

Früher gab es sie auch mit goldenen Beschlagteilen

Gegen einen Aufpreis konnte das Modell in den ersten Jahren auch mit goldener Hardware geordert werden, heute wird sie allerdings nur noch in der verchromten Variante angeboten. Ansonsten entspricht die Snare, was die Optik und Haptik betrifft, der damals ebenfalls neu vorgestellten Masters-Serie. Der Kessel besteht aus sechs kreuzverleimten Lagen Mahagoniholz. Dabei fällt er mit einer Wandstärke von 7,5 Millimetern recht kräftig aus, sodass es keiner Verstärkungsringe bedarf. Auf den Innenseiten kommt das offenporige Holz gut zur Geltung, während die Außenseite transparent hochglanzlackiert ist. Die Fellauflagekante sitzt recht weit außen, für einen besseren Fellkontakt ist die Außenkante der Gratung leicht verrundet gestaltet. Ins Auge stechen außerdem die mit drei Millimetern recht tiefen und weit auslaufenden Snarebeds. Diese sind zudem flach gestaltet, folgen also nicht dem Verlauf der Gratung.

 

Pearl Omar Hakim Signature Snare Shell
Fotostrecke: 5 Bilder Offene Haube: der sechslagige Kessel misst 13“ x 5“.
Fotostrecke

Die Kesselhardware ist absolut amtlich

Werfen wir im Folgenden einen Blick auf die Kesselhardware. Die Pearl Omar Hakim Snare ist mit acht „Bridge Type“-Doppelspannböckchen mit flexiblen Gewindehülsen bestückt. Die Stimmschrauben bestehen bei der aktuellen Generation aus Edelstahl. Als Teppichabhebung ist das SR015 Gladstone-Modell verbaut. Dieses wirkt auf den ersten Blick etwas antiquiert, lässt sich aber reibungslos und sehr zuverlässig bedienen, was auch für das Einstellrad der Teppichspannung gilt. Bei den Spannreifen handelt es sich um die bekannten 2,3 Millimeter starken, dreifach geflanschten Super Hoop II Modelle. Sämtliche Anbauteile sind ansprechend verchromt und gummiunterlegt. An Fellen kommt eine Standardausstattung von Remo zum Einsatz: ein beschichtetes Ambassador Coated und ein Ambassador Snare Side. Auch der Teppich ist ein alter Bekannter, er besteht aus 20 Spiralen Carbonstahl und wird mit orangefarbenen Bändern befestigt. Insgesamt hinterlässt die Trommel haptisch und optisch einen sehr guten Eindruck, schauen wir mal, wie sich sich im Spieltest macht.

Die Trommel ist eine ideale Side Snare, kann aber noch viel mehr

Die “Power Piccolo” wurde von Omar Hakim als erweiterte Side Snare konzipiert, die aber auch Hauptsnare-Qualitäten haben soll – hier schwingt also schon eine leichte Einschränkung mit. Die Brot-und-Butter-Trommel für alle Einsatzzwecke scheint sie also nicht zu sein. Aber was kann sie denn besonders gut? Die gute Nachricht vorweg: Das ist so einiges!

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Seht hier unser Video zum Testbericht:

Mittelhohe und hohe Lagen

Der Kessel der Omar Hakim klingt mit dem Ambassador Schlagfell kontrolliert, aber alles andere als leblos. Denn trotz des eher als „trocken“ geltenden Mahagoniholzes versammelt sich eine gut dosierte Portion Obertöne unter der Haube. Besonders in den mittelhohen bis sehr hohen Lagen macht die Trommel so richtig Spaß, auch unter dem Mikrofon wohlgemerkt. Wer gerne Ghostnotes spielt, es funky und eher kompakt mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Auch ist die Snaredrum klar für das Spiel von Rimshots prädestiniert. Mit ganz wenig Dämpfung lässt sich der Klang noch etwas weiter formen. Was mir außerdem sehr gut gefällt, ist die feine Teppichansprache sowie die Integration im Setup. Auch bei einem Aufbau mit drei oder vier Tom-Toms konnte ich sie durch viele Lagen stimmen, ohne Probleme mit Übersprechungen des Teppichs mit bestimmten Toms zu haben. Was natürlich für Studioarbeit ein echtes Plus bedeutet.

Audio Samples
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Mittelhohe Stimmung Hohe Stimmung Tighte Stimmung – Rimclicks Tighte Stimmung – kleines Moongel
Pearl Omar Hakim Signature Snare Bearing Edge
Fotostrecke: 4 Bilder Die Gratung im Detail.
Fotostrecke

Tiefe bis mittlere Lagen

Für das ganz tiefe, nasse Tuning ist die Trommel nicht gemacht, aber ab einer mitteltiefen Stimmung aufwärts kann man schon so einiges anstellen. Der Kessel klingt im unteren Register deutlich holziger und der etwas spröde Charakter des Mahagoniholzes tritt stärker hervor. Auch hier addieren Rimshots wieder die nötige Portion Glanz und Durchsetzungskraft ins Gesamtbild. Mit einem Dämpfungsring aufgelegt, lassen sich aber auch poppige Sounds in der Fellmitte erzeugen. Wobei hier klar die Präsenz und der Bauch fehlen, den so manches 14“ Modell liefert. Für einen Gig in einem Unplugged Setup, bei dem es eine etwas leisere Hauptsnare braucht, könnte die Omar Hakim aber genau die richtige Wahl sein. Die Trommel stimmt sich insgesamt recht leicht und verzeiht auch leichte Unsauberkeiten, wenn die eine oder andere Stimmschraube mal nicht hundertprozentig im gleichen Pitch liegt. 

Audio Samples
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Tiefe Stimmung – leicht gedämpft Mitteltiefe Stimmung Mittlere Stimmung – Check & Rolls

Fazit

Auch 26 Jahre nach ihrem Erscheinen hat die Pearl Omar Hakim Signature Snare so einiges zu bieten und bleibt weiterhin ein echter Klassiker im Portfolio von Pearl Drums. Die Snare lässt sich recht leicht stimmen und punktet mit einer feinen Teppichansprache. Besonders in mittelhohen bis ganz hohen Stimmungen und beim Spiel von Ghostnotes und Rimshots macht ihr stets kontrollierter, aber trotzdem ausreichend lebendiger Klangcharakter viel Spaß. Ob als höher gestimmte Hauptsnare oder als Side-Snare-Ergänzung zu einer größeren Snare – beides ist möglich. In tieferen Lagen tritt der holzige, etwas spröde Charakter des Mahagoniholzes stärker hervor. Hier fehlt ihr allerdings – besonders bei Backbeats in der Fellmitte – ein wenig die Durchsetzungskraft, weshalb ich sie nicht als absoluten Allrounder empfehlen kann. Mit der aktuellen Preisanpassung auf 569 Euro ist die Omar Hakim Snare auch nicht gerade als Schnäppchen zu bezeichnen. Man bekommt aber weiterhin ein sehr gut verarbeitetes und stimmig konzipiertes Instrument.

Pearl Omar Hakim Signature Snare Test
Wer es holzig, kompakt und funky mag, sollte auch im Jahr 2022 die Omar Hakim Snare auf dem Zettel haben.

Unser Fazit:

Sternbewertung 4.0 / 5

Pro

  • ansprechende Verarbeitung
  • feine Ansprache
  • sehr gut in mittelhohen bis ganz hohen Stimmungen
  • leicht stimmbar
  • sehr wenig Übersprechungen mit Toms

Contra

  • weniger Substanz in tiefen Stimmungen
  • kein Schnäppchen
Artikelbild
Pearl Omar Hakim 13“ x 5“ Signature Snare Test
Für 569,00€ bei
  • Hersteller: Pearl
  • Herkunftsland: Taiwan
  • Bezeichnung: OH-1350 | Omar Hakim Signature Snare
  • Kesselgröße: 13“ x 5“
  • Kesselmaterial: Mahagoni
  • 6 Lagen, 7,5 Millimeter Wandstärke
  • Hardware: verchromt
  • Spannreifen: Super Hoop II
  • Felle: Remo USA
  • Snareteppich: 20 Spiralen Carbonstahl
  • Zubehör: Stimmschlüssel
  • Preis: (Verkaufspreis April 2022) EUR 569,-

Herstellerseite: https://pearldrum.com/eu

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von Christoph Behm

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