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Native Instruments Komplete Kontrol S61 MK2 Test

Praxis

Automatische Mappings

Komplete Kontrol Software scannt beim ersten Start alle VST-, AU- und AAX-Native-Plug-in-Instrumente wie auch Kontakt-Libraries und richtet automatisch vorhandene Mappings und Preset-Listen ein – bei über 300 unterstützten Instrumenten und Effekten ist dank NKS einiges dabei, aber eben nicht alles. Doch keine Panik: Das bedeutet nicht, dass beispielsweise unbekannte Freeware-Plug-ins nicht über den Controller bedient werden können. Sofern Entwickler eines Plug-ins keine NKS-Mappings eingerichtet haben, ist dieses erst einmal nicht im Browser, kann aber über ein Menü aufgerufen werden. Anders als bei Maschine-Software muss man dafür leider zur Maus greifen.

Fotostrecke: 3 Bilder Beim ersten Start scannt Komplete Kontrol Software alle Plug-ins…
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Übersichtliches Soundbrowsing, lange Ladezeiten

Die neuen Displays sorgen rundum für eine übersichtliche Bedienung und bilden mit den darunterliegenden Encodern eine Einheit. Das beginnt bereits beim Browsen der Sounds: Auf der linken Seite werden Hersteller und Plug-ins sortiert und dargestellt, wohingegen auf der rechten Seite die Kategorien (Types) und Modes (Attribute) definiert werden. Mit dem Datenrad werden die übrigbleibenden Presets durchgescrollt. Wer lieber skippen möchte, nutzt die dafür vorgesehenen Preset-Buttons. Das Ganze verläuft flüssig, sofern man sich zuerst das Plug-in aussucht und daraufhin dessen Presets durchhört. Möchte man allerdings ein Instrument definieren und belässt Hersteller und Product auf „All“, skippt man unterschiedliche Libraries und Software-Synths durch. Jedes Mal, wenn ein neuer Klangerzeuger geladen wird, dauert der Wechsel, je nach Datenmenge, sehr lange – und genau die ist bei heutigen Sample-Libraries oftmals sehr groß aus. Daraus entstehen lange Ladezeiten beim Durchhören der Presets.

Vorhörfunktion für den Browser

Native Instruments ist sich dessen bewusst und hat dafür die sogenannte „Native Browser Preview Library“ ins Leben gerufen, welche den Browser mit einer Vorhörfunktion ausstattet. Diese ist rund 7 GB groß und muss zunächst heruntergeladen und installiert werden. Leider funktioniert das Ganze nur mit NKS-unterstützten Klangerzeugern. Und selbst diese verfügen nicht alle über das Preview-Feature, schade. Es ist zu erwarten, dass nach und nach weitere Produkte mit Previews ausgestattet werden könnten, die via Update geladen werden. Hat man eine unterstützte Library oder einen Klangerzeuger ausgewählt, für die/den Previews vorhanden sind, so lässt sich jedes einzelne Preset vorhören. Auch, wenn aktuell ein anderer Klangerzeuger geladen ist – so kommt man um die langen Ladezeiten herum, sehr gut!

Die Vorhörfunktion lässt sich bei Bedarf am Controller aktivieren.
Die Vorhörfunktion lässt sich bei Bedarf am Controller aktivieren.

Vorgefertigte Mappings, eigene Belegungen und Favoriten

Wechselt man am Controller in den Plug-in-Modus, stellen die Displays die entsprechenden Parameter eines Plug-ins großzügig dar. Durch die gestochen scharfen und wenig reflektierenden Displays sind die Werte auch bei hellem Tageslicht viel besser erkennbar, als es bei den LCDs von MK1 der Fall ist. Jeweils acht Parameter werden gleichzeitig dargestellt und mit den Drehreglern bedient, was auch schon beim Vorgänger der Fall war. Weitere Parameter lassen sich mit den Page-Tasten erreichen. Wird ein gewünschter Klangerzeuger nicht NKS-supportet, stellt die Software dennoch Mappings bereit, welche sich auch modifizieren oder gleich von Grund auf anlegen lassen. Neu dabei ist eine Funktion, mit der sich beliebte Presets favorisieren lassen. Im Browser-Mode dient dazu ein Favorite-Button oberhalb des Displays. Die Favoriten befinden sich dann in einer Extra-Kategorie. So wird sowohl das Anlegen als auch das Abrufen von Favoriten direkt am Controller erledigt.

Mappings lassen sich kurzerhand selbst angelegen.
Mappings lassen sich kurzerhand selbst angelegen.

Gut verzahnte DAW-Integration mit neuen Bedienelementen

Die DAW-Integration wurde sowohl auf Hardware- als auch auf Software-Ebene deutlich verbessert. Wirklich sauber wurde auch die Konfiguration von Logic Pro X gelöst: Installiert man die Komplete Software und startet daraufhin die DAW, wird der Controller automatisch als DAW-Bedienelement konfiguriert – man muss nichts weiter einrichten und kann sofort loslegen! Um den Controller mit Ableton Live zu nutzen, müssen Remote Skript und Instrument-Rack-Dateien in Abletons Ordner kopiert werden. In den Ableton-Settings wird der Controller dann noch als Bedienoberfläche ausgewählt, woraufhin Controller und Software startklar sind.
Die neuen Bedienelemente bieten in Verbindung mit den Displays einen schnelleren Arbeitsfluss und visuelles Mixer-Feedback. Switcht man in den Mixer-Mode, bedienen die acht Drehregler die Volume-Fader und das Panorama der Spuren. Viele Controller Keyboards nutzen Fader mit festen Werten zur Steuerung der DAW-Mixer. Ein eingestellter Lautstärkewert muss beim Spurwechsel später „abgeholt“ werden, was nicht immer sauber funktioniert und schnell unübersichtlich wird, sobald man mehr Spuren verwendet, als physikalisch an der Hardware verfügbar sind. Durch die Endlosdrehregler des Komplete Kontrol erhält der Controller immer den aktuellen Wert der DAW, was eine stressfreie Mixer-Steuerung ermöglicht – sehr gut! Die aktuell ausgewählten Spuren können an der Hardware stumm und solo geschaltet werden.

Übersichtliche Mixer-Steuerung an der Komplete Kontrol Hardware.
Übersichtliche Mixer-Steuerung an der Komplete Kontrol Hardware.

Der neu hinzugekommene Metronom-Button in der Transport-Sektion aktiviert bzw. deaktiviert das Metronom. Besonders beim Einspielen der ersten Spuren ist es praktisch, dies direkt am Controller zu erledigen. Ebenfalls schön: Der Tempo-Button aktiviert das Tap-Tempo-Feature der DAW. Die Quantisierung der eingespielten Künste kann direkt vom Controller aus erledigt werden, was im Quantisierungsraster der DAW erledigt wird. Möchte man Parameter automatisieren, betätigt man den „Auto“-Button, woraufhin der Controller den Automationsmodus zur ausgewählten DAW-Spur aktiviert. In Logic wird dabei der Touch-Modus genutzt. Mit dem 4-Dimension-Encoder, der auch zum Browsen der Presets dient, navigiert man durch die Spuren im Arrangierfenster der DAW. In Ableton Lives Session-Ansicht funktioniert das sogar in der Vertikalen, was es ermöglicht, durch die Clips zu navigieren und diese bei Bedarf durch einen Druck auf den Encoder abzufeuern. Dadurch eignet sich der Controller auch hervorragend zum Arrangieren ganzer Songs und Live-Performances!
Eher unpraktisch ist, dass der Arpeggiator immer das aktuell Gespielte triggert und nicht nur das, was man derzeit einspielt. Die Arpeggiator-Werte werden also nicht aufgenommen. Das hat gleich mehrere Nachteile: Spielt man beispielsweise Kick und Snare eines Drumkits ein und möchte daraufhin eine Hi-Hat in 1/32 mit Arpeggiator bzw. Noter Repeat abfeuern, wird nicht nur die Hi-Hat, sondern auch die bereits eingespielten Kick und Snare in 1/32 gespielt. Das muss einen aber nicht davon abhalten, einfach noch eine Spur inkl. Komplete-Kontrol-Instanz für die Hi-Hat anzulegen. Möchte man Komplete Kontrol und Maschine Software gleichzeitig in der DAW nutzen, ist auch das reibungslos möglich. Dazu wird ganz einfach Maschine in eine separate Spur geladen. 

Komplete- mit Maschine-Software

Für Benutzer von Maschine MK 1 und 2, wie mich, ist das gleich doppelt schön, da sich zum einen Szenen, Patterns, Tracks und Key Mode direkt an der Komplete Control Hardware steuern lassen. Das erlaubt ganze Arrangements in der Maschine-Software zu arrangieren. Zum anderen ist man nicht mehr auf die in die Jahre gekommenen Displays der älteren Maschinen angewiesen und kann ähnlich der Maschine Studio ganze Maschine-Songs direkt am Gerät arrangieren, und zwar übersichtlich. Was zur Zeit meines MK1-Tests absolut nicht harmonierte, war die gleichzeitige Nutzung von Komplete-Software und Maschine-Software innerhalb einer DAW-Umgebung. 

Maschine Patterns und Scenes lassen sich direkt am Controller erstellen.
Maschine Patterns und Scenes lassen sich direkt am Controller erstellen.

Das sieht mittlerweile schon ganz anders aus. MK 2 kann Maschine-Instanzen von Komplete-Kontrol-Instanzen unterscheiden. Und was noch besser ist: Sie können on the fly gewechselt werden. Sobald eine Maschine-Instanz in der DAW geöffnet wird, lässt sie sich mit dem Instance-Button auf der Hardware wechseln. Hat man sich beispielsweise Drums eingespielt und in mehreren Patterns und Szenen arrangiert, laufen diese fleißig in der Maschine-Software, während man mit dem Mixer-Button zur DAW zurückkehrt und weitere Spuren mit Komplete Kontrol einspielt oder den Mixdown in der DAW erledigt – so muss das sein!

Kommentieren
Profilbild von R P

R P sagt:

#1 - 27.10.2017 um 19:18 Uhr

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Wieso ist im Text von 9 Volt Stromanschluss die Rede, während auf dem Foto 15 Volt neben der Buchse steht?

    Profilbild von Felix Klostermann

    Felix Klostermann sagt:

    #1.1 - 27.10.2017 um 21:34 Uhr

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    Hi RP, Du hast natürlich vollkommen recht – es muss 15V heißen. Vielen Dank für deinen aufmerksamen Hinweis. Wir haben es entsprechend im Text geändert. LG, Felix

Profilbild von Thomas

Thomas sagt:

#2 - 24.11.2017 um 05:22 Uhr

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Hallo
Ich möchte mich mit „Komplete“ auseinander setzen und kennen lernen. Ich frage mich deshalb, ob die Vorgänger-Version dazu völlig ausreicht oder ich bald etwas vermissen werde?

    Profilbild von Felix Klostermann

    Felix Klostermann sagt:

    #2.1 - 24.11.2017 um 09:46 Uhr

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    Hallo Thomas, solltest du günstig an eine Vorgängerversion heran kommen, reicht auch diese vollkommen aus. Komplete enthält seit Jahren so viele Instrumente und Effekte - Langeweile kommt da sicherlich keine auf ;-)

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Christian Mueller sagt:

#3 - 24.11.2017 um 19:12 Uhr

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Kontrol S49 MKII oder Akai Advance 49?
Hallo, welches der beiden Midi-Keyboards würdet ihr im Moment empfehlen/bevorzugen? Nutze hauptsächlich NI und Arturia Plugins.
VG Chris

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Maximilian sagt:

#4 - 03.03.2018 um 20:55 Uhr

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Kontrol S49 MKII oder M-Audio CTRL49?
Hallo, ich finde das Komplete Bundle vom Kontrol besser als den Umfang an Instrumenten beim M-Audio, jedoch hat das M-Audio noch Drum Pads und man kann Effekt Plugins steuern, was man mit dem Kontrol nicht machen kann.
Welches Produkt würdet ihr empfehlen?
LG Max

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