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Motion Sound Pro 145 Rotary Organ Amp Test

PRAXIS
Sound
Liebe Gitarren- und Drummerkollegen, zieht euch warm an! Trotz der relativ geringen Abmessungen von  62 x 51 x 43 cm kann dieses Baby richtig laut schreien. Eine förmliche Orgelwand wird direkt, druckvoll und klar aus dem Horn- und Bassrotor gedrückt. Allerdings produziert das PRO-145 nicht die Wärme eines echten Vollröhren-Leslies.

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Pro145 mit neutralen Einstellungen

Im Stop-Modus klingt das Motion Sound Kabinett sehr direkt, und bei Slow entsteht eine schöne, weiche Schwebung. Schaltet man das Kabinett auf Tremolo, wabbert es wunderbar vor sich hin, wobei für meinen Geschmack der Fast-Parameter auf Maximum stehen sollte. Das Anlauf- und Abbremsverhalten wirkt auch bei unterschiedlichen Rotary Control Einstellungen sehr homogen und gleichmäßig. Dabei laufen die beiden Motoren, das Horn und die Trommel sehr ruhig und erzeugen nur minimale Nebengeräusche. Auch sind die Mikrofone so ausgerichtet, dass kein „Propellereffekt“ ensteht.

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stop/slow/fast

Die Einsatzfrequenzen für Middle und Treble sind sehr gut gewählt. Das Mittenband verleiht dem Klang noch mehr Durchsetzungsfähigkeit, und die Höhen betonen den Keyclick sowie  die Percussion der Orgel. Sie klingen schön bissig, aber nicht zu scharf. Abstriche muss man aufgrund der Gehäusegröße jedoch im Bassbereich machen. Hier fehlt das nötige Pfund, und die Einsatzfrequenz bei 150 Hz ist etwas zu hoch angesetzt, so dass der Sound schnell matschig klingt. Außerdem verursachen die Vibrationen bei hoher Lautstärke und positiven EQ-Einstellungen im Bassbereich ein vernehmliches Scheppern im Gehäuse. Die Verzerrung ist der Wahnsinn! Mit der Röhrenvorstufe sind Sounds von leicht angerauht bis zur völligen Übersteuerung kein Problem. Das Motion Sound Kabinett rockt und röhrt,  ohne dabei kratzig  zu klingen.

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Röhrenverzerrung

Die eingebauten Mikros können den guten Grundsound des Kabinetts nur bedingt einfangen. In der Bedienungsanleitung wird ein Übertragungsbereich von 400 Hz bis 10 kHz für die Hornmikros und 50 Hz bis 400 Hz für das Bassmikro angegeben. Bei unserem Testgerät wurde über die Hochtonmikros allerdings nur der oberste Höhenbereich des Frequenzspektrums wiedergegeben, während das Bassmikro lediglich die mittleren Frequenzen übertrug. Der Bass unter 100 Hz fehlte komplett. Um einen kompletten Sound zu bekommen, musste somit auch das Subwoofer-Signal aufgenommen werden. Live benötigt man also vier Mischpultkanäle und viel Überzeugungskraft, damit man diese auch von den Kollegen und dem Techniker bekommt. Mit den vielen Parametern, besonders mit dem High-Cut und den Rotary-Controls, kann man sich nicht nur seinen ganz individuellen Sound generieren, sondern auch das Klangverhalten legendärer Leslie-Modelle imitieren. Das PRO-145 klingt richtig gut und kann sich in der Band durchsetzen. Im Bandkontext benötigt man auch nicht unbedingt einen fetten Bass. Der würde nur zu Komplikationen mit dem Bassisten führen. Wer einen satten Bass-Sound haben möchte, muss einen zusätzlichen Amp an den Subwoofer Ausgang anschließen. Dann geht’s allerdings richtig zur Sache.

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High Cut

Handling
Aufgrund der kompakten Abmessungen und dem relativ geringen Gewicht von nur 30 kg ist das PRO-145 problemlos alleine zu transportieren. Die abnehmbaren Rollen stellen dabei eine zusätzliche Hilfe dar. Diese sind aus Plastik gefertigt und weisen leider keinerlei Federwirkung auf. Deshalb geht das Rollen des Kabinetts v.a. auf unebenem Boden recht holprig von statten.Auch die verarbeiteten Potentiometer sind nicht von höchster Qualität. Sie sind nicht mittengerastet und lassen sich leicht abziehen, weshalb die Verlustgefahr recht hoch ist. Außerdem könnten sie für meinen Geschmack etwas schwergängiger arbeiten. Der mitgelieferte Doppelfußschalter macht in seinem stabilen Metallgehäuse hingegen einen unverwüstlichen Eindruck. Die beiden Taster für Fast/Slow und Stop erzeugen allerdings ein sehr deutliches mechanisches Schaltgeräusch. Außerdem liegen sie mir zu eng beieinander, weshalb es mir oft passiert ist, dass ich beide Taster gleichzeitig betätigte.

MotionSound_Pro145_031FIN
Kommentieren
Profilbild von Andrej

Andrej sagt:

#1 - 23.08.2011 um 15:10 Uhr

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Sehr informativ! Vielen Dank.
Meine Frage: Kann man das Teil an eine Roland G 70 anschließen, schließlich sind da einige sehr gute Orgelklänge versammelt. Mit freundlichem Gruß A

Profilbild von Xaver Fischer

Xaver Fischer sagt:

#2 - 29.08.2011 um 20:16 Uhr

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Natürlich kann man jedes Keyboard an das Motion Sound Leslie anschliessen.

Profilbild von Michael

Michael sagt:

#3 - 28.09.2011 um 11:29 Uhr

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Das PRO-145 ist ein Hammer! Live auf der Bühne ein absolutes Highlight, weil klein, leicht und sehr leistungsstark. Kann ich nur wärmstens empfehlen!

Profilbild von Nick Flade

Nick Flade sagt:

#4 - 11.06.2012 um 23:42 Uhr

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Hallo! Danke für den schönen Bericht! Ich hab des Teil seit 4 Wochen auf Tour - das Ding an sich rockt. Die Ausgänge (Miss) sind nicht so mein Geschmack. Werde mir wohl noch andere verbauen, die vielleicht anders klingen. Vielleicht sind die aber auch nur zu nah am "Geschehen"... Naja. Bis denen, Nick

Profilbild von Charlie

Charlie sagt:

#5 - 29.12.2014 um 16:13 Uhr

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Mal aus der Sicht des Mannes am Mischpult.
Der Test trifft meine Wahrnehmung.
Klein, Laut, Bühnensound OK, eingebaute Mikros für PA sind gerade noch OK, wenn die Orgel kein Schwerpunkt in der Band ist.
Bei 30kg Gewicht und dem Preis sind die Rollenräder ein NoGo.
Fazit:
Zu teuer für die Leistung.

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