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Mixvibes U-MIX44 Test

Praxis

Setupmöglichkeiten
Nachdem ich meinen Testkandidaten wie üblich bei einem DVS-Test zwischen die Studio-Plattenspieler und das externe Mischpult geklemmt habe, stoße ich auch schon an die Leistungsgrenzen der beigefügten LE-Version, denn sie kann trotz zweier Stereo-Inputs lediglich nur einen Teller verarbeiten. Null Problemo für Consolleros oder Mausdeejays. Aber was ist mit den Turntablisten unter den Mixvibes-Fans?
1. Man greift zum Komplettpaket DVS-Ultimate, das für rund 200 Euro inklusive Vollversion, U-MIX44 und je zwei Timecode-CDs und -Vinyls angeboten wird.
2. Wenn das Budget es zulässt, ist Cross-Pack eine Alternative, denn es stellt ein besser ausgestattetes Interface und die fortschrittlichere Softwareumgebung bereit.
3. Für Besitzer eines U-MIX44 bietet der Online-Store zudem die Möglichkeit, für 89 Euro auf Cross-Software upzudaten. Dazu muss der Käufer dann allerdings noch zwei zeitcodierte MV-Steuermedien einplanen (ca. 30 Euronen für zwei Steuer-Vinyls) und liegt bei einem Preis von knapp über 200 Euro für ein Cross/U-MIX-Bundle, das im Einzelhandel so nicht erhältlich ist.
Beide Softwares mussten sich kürzlich in unserem DVS-Overview behaupten. Falls ihr also zu den eher unentschlossenen Erstkäufern zählt, vielleicht hilft euch der Artikel ein wenig im Entscheidungsprozess. Falls nicht,  könnt ihr natürlich ebenfalls gern hier einen Blick riskieren. Was die Latenz angeht, so war während des Testverfahrens sowohl unter Mixvibes-DVS7 als auch unter Cross ein störfreier Betrieb bei 5 ms jederzeit gewährleistet.

Randbemerkung: DJ-Einsteiger, die mit einem U-MIX 44 liebäugeln, aber einer weiteren Investition von etwa 100 Euro für den vollen Timecode-Genuss skeptisch gegenüberstehen, hier ein kleiner Tipp: Das kostenlose DJ-Programm Mixxx bietet zwei voll TC-taugliche Software-Decks, ferner könnten CD-Jockeys zu einem frei erhältlichen Trägersignal greifen. Besonders preiswert sind auch Traktor-Control-Discs mit einem Abgabepreis von knapp 10 Euro pro Paar. Mixvibes Control-CDs liegen bei rund 20 Coins. Nachdem Native-Instruments ihre Traktor-Produkte kürzlich für einen festgelegten Zeitraum um 50 Prozent reduziert haben, scheint gerade etwas Bewegung in das Preisgefüge für digitale Vinyl-Systeme zu kommen, denn einige Softwarehäuser haben bereits nachgezogen. Daher sei auch Mixvibes-Fans geraten, den Markt zu beobachten.

DVS und Cross verfügen über eine umfangreiche Unterstützung gängiger MIDI-Controller. Wer also eine Fernsteuerung ohne Interface besitzt, schließt die U-MIX-Karte an zwei separate Kanäle eines externen DJ-Mischpults an. Die Steuerkonsole übernimmt die Abspiel- und Kreativ-Funktionen der Software, der Mixer Equalizing und Blendvorgänge. Eine ebenfalls sehr beliebte Variante ist ein Master/Preview-Setup unter Verwendung des internen Software-Mixers. Unser Quicktest mit Numarks Stealth-Control, der heuer schon ab 140 Euro angeboten wird,  verlief erwartungsgemäß gut. Kein Wunder, denn der Amerikaner wird ja nativ unterstützt. Die Soundkarten-Ausgänge 1/2 beschallen in diesem Szenario das Partyvolk, vorgehört wird auf Line 3 und 4. Dazu gibt es jedoch noch etwas mehr zu sagen…

Lautstärke und Klang
Ein ausschlaggebendes Kriterium für den Kauf eines DJ-Interfaces ist natürlich auch die Gesamtlautstärke. Und da ist das U-MIX leider sehr leise geraten. Das trifft zunächst auf die Ausgangsleistung der RCAs zu. Arbeitet der DJ mit Timecodes am externen Mischpult, muss er per GAIN schon vergleichsweise stark hochpegeln, aber insgesamt ist ein akzeptabler Betrieb auf jeden Fall möglich. Ein allgemein übliches separates Mixer-Panel ist wie gesagt nicht vorhanden –  stattdessen sind die Einstellungen in der Windows-Systemsteuerung vorzunehmen. Dort hat der DJ lediglich Zugriff auf die Stereo-Summe. Mono-Kanäle oder getrennte Stereo-Signale sind dort nicht regelbar.

Zu meinem Bedauern strotzt auch der Kopfhörerausgang nicht gerade vor Leistungsreserven und bildet für mich gleichfalls einen derben Kritikpunkt am U-MIX44. Besonders betroffen ist in diesem Zusammenhang die Zielgruppe der intern mixenden MIDI-Jockeys. Wer also mit einem VCI-100 oder Mixtrack übers Land zieht, sollte vorher die Soundkulisse am Bestimmungsort prüfen. Für den Club oder fette Partys reicht die Power in meinen Augen absolut nicht aus – schon gar nicht, wenn die Umgebung sehr basslastig ist und/oder Monitorboxen ins Spiel kommen. Reißt der Protagonist den Pegel richtig auf, wird dies mit einem Zerren ab 14 Uhr quittiert, ohne dass die Lautstärke in angemessenem Rahmen zulegt. Versteht mich nicht falsch, zum Üben Zuhause oder für den gediegenen Partykeller ist das Interface einsatztauglich, aber in mancher Berliner Kiezbar wäre es bereits zu laut für internes Monitoring.

Damit ihr euch selbst ein Bild über die Sound-Qualität bei der Digitalisierung einer Schallplatte machen könnt, habe ich diese via U-MIX44, Audio-8DJ und M-Audio-Conectiv aufgezeichnet. Zur Aufzeichnung diente die Beipacksoftware Audacity.  Die Datei lässt im direkten Vergleich gerade im Bassbereich deutlich an Druck und Tiefenwirkung vermissen. Als Freund sphärischer Klänge hätte ich mich auch über ein wenig mehr Brillanz in den Höhen gefreut. Wer natürlich mit Digitalisierung nix am Hut hat und DVS einsetzt, ohne herkömmliche Schallplatten durchzuschleifen, den wird dies kaum stören. Der Mikrofonvorverstärker schneidet für mich etwas besser ab. Er kann selbstverständlich nicht mit höherwertigen Desktop-Studio-Interfaces mithalten, das erwartet aber auch niemand in dieser Preisklasse. Im Ergebnis ist er Untenrum zu dünn und das Eigenrauschen zu hoch.

Kommentieren
Profilbild von j.p

j.p sagt:

#1 - 21.05.2012 um 16:59 Uhr

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Irgendwie bin ich verwirrt, es werden im Test die schwachen Phono-Preamps bemängelt, aber das Gerät hat doch gar keine...
Das der Sound dünn ist wundert mich dann nicht.
Qualitätsjournalismus pur hier ;)

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Peter sagt:

#2 - 21.05.2012 um 22:22 Uhr

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Hi j.p. Völlig korrekt. Das katapultiert dich an die Spitze des Argus-Augen-Awards 2012. Vielen dank für den Hinweis, ich habe die Korrektur umgehend vorgenommen ;)

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j.p sagt:

#3 - 24.05.2012 um 13:55 Uhr

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;) immer gerne, geb dir beim sound ja recht, der output ist echt schwach auf der brust.

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Stefan sagt:

#4 - 03.03.2015 um 00:40 Uhr

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Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist...
Dem muss ich leider widersprechen. Das Interface ist durchaus in der Lage Phono-Quellen zu verstärken. Der Trick ist, die hauseigene Software zu verwenden und in der Audiokonfiguration Phono als Quelle auszuwählen.

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