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Korg Volca FM2 Test

Praxis

Einfach Mopf

Korg hat den Volca FM2 auf sechs Stimmen aufgebohrt und für Keyboarder damit interessanter gemacht – allzu viele Hoffnungen sollte man als ambitionierter Alleinunterhalter in diesen Budget-Expander allerdings nicht stecken: Aftertouch, Mod-Wheel und Sustain sind weiterhin nicht implementiert, womit die MIDI-Steuerung rudimentär bleibt.

New Color, more Voices
Korg Volca FM2 – jetzt mit 6 statt 3 Stimmen!

Man kann mit der Hardware dennoch Spaß haben – wenn man sie als das betrachtet was sie war, ist und bleibt: ein Synthesizer-Würfel mit Groove-Box Ambitionen für spontane und nicht ganz ernstgemeinte Live-Acts. Fernab der vielen Klischees findet man tatsächlich auch coole Sounds unter den 64 Presets – und das Spiel mit den Fadern bringt drastische Änderungen wie man sie nur von FM-Synthese her kennt!

Sounds bauen 

Grundlegend Sounds zu designen ist möglich, setzt aber ein gewisses Maß Autismus und/oder Masochismus voraus. Falls man das Ganze als didaktischen Auftrag verstehen möchte, macht das Paket mit Sequencer und Batteriebetrieb ebenfalls Sinn, zumal erzeugte Sounds auch an anderen FM-Synths weitergeben werden können.

Audio Samples
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LFO-ish Velocity-Sensitive Reverse-Like 80s-Cliche Another Arp Drahtig Staby Tweeter Killer Transmitter Spikes

„Geil“ sind Pseudo-Klaviere, Orgeln und Glöckchen selbst von einem Vintage-DX7 nicht (mehr), weswegen ich versucht war diese Sounds zu umschiffen. Zumindest habe ich persönlich diese Ästhetik nie verstanden bzw. besser gesagt: Menschen, die diese Ästhetik ohne Ironie gut finden. Dann doch lieber gleich einen JD800! 😉

Die eingebauten Effekte sind nett, aber wirklich nicht spektakulär. Insbesondere der Reverb ist sowas von plakativ. Mit externen Effekten kann man das Ganze aufwerten, zumal der FM2 mit seinen sechs Stimmen im Unison-Mode deutlich fetter wird.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Randomize-Funktion die überzeugend-spielbare Sounds und nicht nur Krach abliefert. Am besten einfach Audio aufnehmen und dran rum schrauben, da passieren die verrücktesten Sachen. Wirklich planbar ist es aber nicht, zumal es auch keinen Latch gibt. Für gritty FM-Geschredder taugte die Kiste allerdings sehr gut! 

FM-Synthese bleibt FM-Synthese

Wer über Preset-Schleudern hinaus ernsthaftes Interesse an FM-Synthese hat, muss sich zwangsläufig keinen DX7 kaufen. Besser fährt man meines Erachtens nach ohnehin mit Software. Schon wegen der unausweichlichen Menge an Parameter die FM-Synthese nun mal mit sich bringt. Mit einem Editor wird es auch hier besser. Nur, warum sollte man das tun? Eben – it is what it is man! Trotzdem hätte der Kiste eine USB-Buchse gutgestanden!

Für Keyboarder mit Laptop-Phobie dürfte das alles kein Trost sein. Aber ich möchte klarstellen: Am Ende läuft auch hier nur Software auf einer ziemlich reduzierten Hardware – und selbst die kann abschmieren, wenn man zu viele Tasten gleichzeitig drückt! Apropos, zu viele Tasten …

Schöner Arp

Akkorde auf der kleinen Klaviatur zu greifen ist eine Kunst für sich. In Verbindung mit dem Arpeggiator kann man tolle Läufe zaubern und mit den Arp-Reglern virtuos spielen. Das der Type Regler dabei nicht nur die Modes Rise, Fall, Random durchschaltet, sondern auch die Oktaven ist zu begrüßen.

Effekte und Co.
Der Arp macht Spass – auch wenn er nur drei Noten hält!

Der Divider mit seinen Triolen wiederum kann tolle Grooves zaubern. Das macht mir Spaß und sorgt für Inspiration – nur bleibt es unverständlicherweise auf drei Noten begrenzt. Und MIDI gibt der Arp auch nicht nicht aus.

(Zu) einfacher Sequenzer

Der Sequenzer ist ein tolles Gimmick und kann für einen simplen Basslauf reichen, ist für heutige Verhältnisse aber zu kurz. Ein Kompromiss ist noch die Clock zu teilen, sodass das Konzept für FX-Sounds und etwas steife Akkorde nutzbarer wird. Auf alle Fälle reicht es, um etwas Grobes abzuspielen, während man an den Sounds tüftelt.

Eine klassische Step-Ansicht gibt es ebenfalls nicht, auch der Active Step Mode überspringt nur deaktivierte Steps. 16 Speicherplätze stehen für den Sequenzer übrigens zur Verfügung, welcher unabhängig von dem 64 Preset-Speicherplätzen sind. Es gilt damit: immer schön doppelt speichern!

Tempo Divider Volca FM2
Der Sequencer ist kurz und einfach, kann aber mit den Tempo-Dividern aber dennoch zielführend eingesetzt werden

Hier gibt es den vollständigen MIDI Chart, sowie das schwer lesbare Manual vom Volca FM2 von Korg selbst und hier eine etwas traditionellere Aufbereitung desselben Manuals. 

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