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Ableton Live für Anfänger – Quick-Start

WORKSHOP

Bei den nun folgenden Beschreibungen gehe ich davon aus, dass ihr Ableton installiert und autorisiert und gegebenenfalls auch schon ein Audio-Interface eingebunden habt. Wenn nicht, schaut euch bitte vorher unsere HELP! Sektion an. Ein MIDI-Controller ist auch noch nicht nötig, uns reicht erst einmal die Universalmacht a.k.a. Maus und Tastatur. 
Für die meisten der hier vorgestellten Videos habe ich sogar nur Ableton Intro 8 benutzt, die Einsteigerversion von Ableton Live. Die Farbunterschiede resultieren aber nur aus dem von mir verwendeten Farbschema. Unterschiedliche Menüs, von dem Library-Inhalt einmal abgesehen, sollten bei den hier vorgestellten Basics noch nicht spürbar zutage treten, es sei denn, ihr benutzt unter Umständen eine ältere Ableton-Version. Bei mir war es Version 8.3. 

Auf den ersten Blick gibt es hier gar nicht so viele Unterschiede zwischen den Spuren. Doch der Teufel steckt im Detail!
Auf den ersten Blick gibt es hier gar nicht so viele Unterschiede zwischen den Spuren. Doch der Teufel steckt im Detail!

Ein Kleiner Crashkurs – oder wie man mit MIDI Clips einen Beat in der Session-View baut

Wir beginnen in der nicht-linearen Session-View mit einem MIDI-Track. MIDI-Tracks sind Spuren, die Steuerdaten wie z. B. Noten verarbeiten und mit denen in Verbindung mit einem Klangerzeuger Töne, sprich Audio, generiert werden können. Im Gegensatz dazu gibt es auch sogenannte Audio-Tracks. In diese kann wiederum fertiges, gerendertes Audiomaterial (Wav, Aiff, MP3, Ogg Vorbis, Flac ) abgelegt oder neues aufgenommen werden. Dazu kommen wir aber erst in einem späteren Workshop.

Und am siebten Tag schuf der Herr den 4/4-Beat … Viele Musikproduktionen fangen mit einem Grundrhythmus an, und genau das haben wir gerade getan! Jetzt werden wir noch ein paar Variationen brauchen, damit wir nicht vor Langeweile am Rechner einschlafen. Dazu erzeugen wir zusätzliche MIDI-Clips und ich zeige euch weitere Features der Clip-Ansicht. 

Zu den Tracks bzw. Spuren in Ableton sollte man wissen, dass es für sie immer zwei Ansichten gibt. Einmal die Clip-Ansicht, die wir uns nun schon recht ausführlich für die MIDI-Spuren in den Videos angeschaut haben, und zum anderen die Geräteansicht, in der man geladene Instrumente und Effekte sehen und bedienen kann. Unten rechts wird zwischen beiden umgeschaltet. Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, gehen bei mir fast immer die passenden Fenster mit auf. Sollte das bei euch einmal nicht der Fall sein, helfen die vielerorts verteilten „Dreiecke im Kreis“ weiter. Außerdem lässt sich in Ableton unten links eine Info-Ansicht einblenden, die beim Ansteuern der zahlreichen Knöpfe und Schalter erklärt, welche Funktion sie jeweils haben. 

Fotostrecke: 5 Bilder So sieht ein MIDI-Clip aus …
Fotostrecke

Eine Besonderheit von Ableton Live – jedoch nicht von Ableton Intro – ist die Fähigkeit, an vielen Stellen Geräte und Spuren gruppieren zu können. Das macht Sinn, da man so besser den Überblick behält und selbst die abgefahrenste Gerätekombination mit nur wenigen Parametern steuern kann. Instrumente bzw. Geräte sowie Effekt-Ketten werden in Racks organisiert. Uns interessierten bisher vor allem die Drum-Racks. Jetzt schauen wir uns aber gleich die Instrument-Racks an, in denen übrigens die meisten aller mit Ableton Live gelieferten Sounds organisiert sind. Eigene Gruppen-Kreationen können so natürlich auch projektübergreifend genutzt werden. 

Fotostrecke: 8 Bilder Das Drum-Rack mit seinen Sample(r)/Device-Slots …
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Im Prinzip funktionieren beide Racks ähnlich, der Hauptunterschied besteht grob gesagt darin, dass bei einem Instrument-Rack ALLE eingehenden Noteninformationen an EIN oder an ALLE enthaltene(s) Instrument(e) weitergegeben werden. Eingehende Noteninformationen (Tonhöhe) werden dazu benutzt, Instrumente melodiös zu spielen. Sollte das Instrument-Rack mehrere Instrumente beinhalten, so funktionieren diese in der Regel parallel bzw. über Keysplits. Bei einem Drum-Rack hingegen werden alle eingehenden Noten jeweils einem Instrument zugeordnet. In der einfachsten Variante, also der automatischen Zuordnung, ist dann jeder MIDI-Note ein sogenannter „Simpler“ zugeordnet, das einfachste Sample-Instrument von Ableton Live. So spielt man perkussives Material am besten, wobei die Tonhöhe der MIDI-Noten die der Sample(r)-Auswahl übernimmt und nicht der Tonhöhe bzw. dem Pitch eines konventionellen Instrumentes entspricht. Man kann beide Rack-Varianten auch miteinander kombinieren, aber das heben wir uns für später auf.
Konkret werde ich jetzt ein Bass-Instrument laden und zu unserem Beat eine passende Basslinie programmieren. 

Eine weitere praktische Funktion ist die MIDI-Rechnertastatur. Oben rechts am Bildschirmrand aktiviert, ermöglicht sie es, auf der Computertastatur wie auf einem Keyboard zu spielen. Das ist zwar nicht ganz so toll wie auf einer echten Klaviatur, hat aber schon so manche Idee wirkungsvoll und schnell aufgezeichnet. Vor allen Dingen ist sie aber unserem Workshop dienlich, da vielleicht noch nicht jeder von euch diverse MIDI-Controller sein eigen nennt. 

Mixen, VSTs und Co.

Natürlich kann man nicht nur die von Ableton, sondern auch die Instrumente und Effekte von sogenannten Drittanbietern verwenden. Die bekannteste Grundlage dafür ist und bleibt der VST(i)-Standard. Für derartige PlugIns gibt es eine Unterkategorie im Browser, die sich von den Ableton-Geräten abgrenzt und auch erst in den Einstellungen aktiviert werden muss. Seht euch auch dazu unsere Help-Sektion an. 
Als kleines Beispiel werde ich jetzt das TSAR-1 Hall-PlugIn in eine sogenannte Return-Spur einfügen und dann mit den entsprechenden Sends meinen Spuren etwas mehr Raum geben. Man könnte diesen Effekt natürlich auch direkt in eine Spur ziehen, um ihn dann anschließend mit dem Wet/Dry-Regler zu bearbeiten – üblicherweise benutzt man solche Effekte aber auf erstere Art und Weise. Einen EQ schiebt man hingegen fast immer direkt auf eine Spur. Bei einem Kompressor bieten sich wieder beide Möglichkeiten. Da ich euch aber zeigen möchte, dass man auch im laufenden Betrieb ohne Probleme die Reihenfolge der Geräte ändern kann, kommen in diesem Video beide jeweils gemeinsam in eine Spur – und das entspricht auch dem Standard-Anwendungsfall. 

Alleine damit kann man schon stundenlang rumspielen! Achtet beim Mixen darauf, dass der Master-Kanal, in den Ende alle Spuren münden, nicht übersteuert. Er befindet sich ganz rechts neben den Return-Spuren und leuchtet im Ausnahmezustand rot. Zieht spätestens zum Mixdown anschließend alle Signale so weit herunter, dass es im Main-Bus zu keiner Überschreitung mehr kommt.
Um mehrere Spuren gleichzeitig zu ändern, könnt ihr diese bei gedrückt gehaltener STRG-Taste (Mac: CMD) mit jeweils einem Klick auf eine Spur gleichzeitig markieren. Ändert ihr dann von einem Track die Lautstärke, folgen auch alle anderen markierten Spuren. Anschließend lassen sich in den Master-Bus noch weitere Effekte einschieben, wobei der letzte idealerweise immer ein Limiter sein sollte. Der Master-Volumenregler sollte – im Gegensatz zum Gitarrenverstärker – nicht angetastet werden. Er steht demnach immer auf null.  

Jam, Session und Arranger

So viel Input! Aber etwas muss ich euch dennoch verraten: Ganz am Anfang unseres Workshops habe ich kurz erwähnt, dass es auch noch eine andere Ansicht gibt, den Arranger. Hier könnte man im Prinzip auch ganz konventionell linear auf der Zeitachse arbeiten, wie man es vielleicht schon von anderen Sequenzern her kennt. Da wir aber schon so schöne Szenen zusammengebaut haben, wäre das natürlich doppelt gemoppelt.
Also nehmen wir jetzt einen Jam mit unseren Clips aus der Session-View einfach direkt in den Arranger auf. Dabei heißt es nicht, entweder Arranger oder Session-View, sondern das richtige Miteinander macht den Unterschied! Anschließend sollte man das Ganze noch rendern und voilà, haben wir unseren ersten kleinen Track!

Hier merkt man schon, wie schön es sich in der Clip-Matrix – so heißt die Anordnung der vielen einzelnen Clips – mit den diversen Variationen experimentieren lässt. Für alle Nicht-Mathematiker: Eine Matrix ist so etwas wie eine Tabelle, wobei die Spalten dann unseren Tracks (Spuren) bzw. Instrumenten entsprechen und die Tabellenzellen den einzelnen Clips. Die Zeilen, als Zusammenstellung von Clips, werden im Ableton-Sprachgebrauch als „Szenen“ bezeichnet. Mit nur einem Klick am rechten Rand kann man so sein kleines Orchester schon sehr gut und einfach dirigieren. Akai und Novation haben das übrigens auch erkannt und verkaufen deswegen spezielle Ableton-MIDI-Controller, namentlich Novation Launchpad und Akai APC40 und APC20. Nur am Rand der Hinweis, dass wir diese auch schon auf bonedo.de getestet haben. Daraus erklärt sich übrigens auch das gelbe Viereck um die Clips in meiner Ableton-Darstellung.
Im nächsten Workshop widmen wir uns dann den Audiospuren und zeigen, wie man mit echten Audioaufnahmen arbeitet, einen Loop manipuliert und vieles mehr! 

Kommentieren
Profilbild von Andreas

Andreas sagt:

#1 - 22.05.2012 um 14:29 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Super Kurs/Workshop TOP, hatürlich ab und zu zu schnell geklickt. (Man kann aber zurück spulen ;).Als Einsicht, was überhaupt machtbar ist super!Freue mich auf Fortsetzung ...

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pete sagt:

#2 - 29.07.2012 um 16:35 Uhr

Empfehlungen Icon 0
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Bgreene sagt:

#3 - 16.10.2012 um 20:01 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Sehr informatives und lernreiches Tutorial.

Kommentare vorhanden
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