iZotope Ozone 6 (Advanced) Test

Praxis

Was soll ich sagen: Ich nutze Ozone 5 seit dem Test auf bonedo.de vor ca. zwei Jahren und werde von nun an auch die neueste Version nutzen. Wer auf der Suche nach einem Paket hochwertiger Tools ist, wird hier meiner Meinung nach auf alle Fälle mehrmals fündig. Besonders das Preis-Leistungsverhältnis der neuen „Einsteiger“-Version ist mehr als gut und gelinde gesagt, allein des Limiters wegen sein Geld wert. IRC 3: Der Hammer, wenn es ums Lautmachen geht, ohne den Sound zu verändern. 
Und wenn es mal richtig laut werden soll: Zweimal IRC3 nacheinander schalten und runter mit dem Threshold! Dafür braucht ihr aber auch schon einen ordentlich potenten Rechner, da iZotope´s Algorithmen nach wie vor CPU-Fresser sind. Wie dem auch sei: Manchmal muss es laut sein – hiermit geht es laut. Hört lieber selbst:
Audio Samples
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Song – DRY Song – 1 Limiter (Threshold = -3,4 dB) Song – 1 Limiter (Threshold = -2,2 dB) Song – 1 Limiter (Threshold = -2,2 dB) + Exciter Song – 1. Limiter + Exciter + 2. Limiter Song – 1. Limiter + Exciter + 2. Limiter + 3. Limiter ( 35% CPU Load @44,1kHz / 3,7 GHz Quad-Core Intel Xeon E5 !)
Meine "Loudness Kette" (von links oben nach rechts unten) und ihre Settings.
Meine “Loudness Kette” (von links oben nach rechts unten) und ihre Settings.
Audio Samples
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Vox – DRY Vox – Exciter Vox – Exciter + Dynamic EQ Vox – Exciter + Dynamic EQ + IRCIII Limiter Bass – DRY Bass – EQ + Compressor + Limiter

Sehr schön finde ich auch den Exciter, wobei ich euch hier einmal in einem Video zeigen möchte, wie ich den Effekt in 90% der Fälle nutze bzw. wie ich an die Sache herangehe. In Verbindung mit einem Limiter ist das auch der letzte Trick zum wirklich „Laut-Prügeln“ eines Mixes, wie ihr bereits in den Audiofiles eben hören konntet!

Bei dem Exciter und auch dem Imager schätze ich den Multi-Band Ansatz von iZotope besonders. Gerade, wenn man sich in den Mitten bearbeitungsmäßig etwas zurückhält, kann man äußerst eindrucksvoll zaubern und die Files schön aufblasen, wie man im Video gerade sehen konnte.
Den dynamischen EQ kann man wiederum besonders gut zur Bekämpfung von Problemfrequenzen einsetzen, wobei ich dies an einer akustischen Gitarre mit einem dynamischen Low-Shelf zeigen möchte. In den Vocal-Audiofiles oben habe ich ihn auch bereits für ein klassisches De-Essing benutzt. Und da das Baxandell-Filter in beiden EQs neu ist, habe ich dieses gleich stellvertretend im folgendem Video benutzt.

Aber auch der „alte“ Kompressor mit seinem Multiband-Ansatz ist Gold wert, allerdings bevorzuge ich ihn öfters als Kreativ-Werkzeug anstatt als „Go-To“-Kompressor, da er mir dafür dann doch etwas zu viele Parameter zu bieten hat und mir entsprechend (zu) viele Klicks abverlangt. Für „akustische Problemfälle“ ist dieses Präzisionswerkzeug allerdings bestens geeignet. 
Im Übrigen gibt es auch noch viele Detailoptionen für jeden Prozessor, sodass man hier auch noch detaillierter einstellen kann. Dazu möchte ich euch auch alle Untermenüs zeigen – aber um ehrlich zu sein, ich selbst hab bei Ozone 5 und innerhalb meiner letzten zwei Jahre intensiver Nutzung hier nichts zu verstellen gehabt.

Fotostrecke: 11 Bilder Genereal Options
Fotostrecke

Was bleibt zu kritisieren? Nun, dass auf einmal in der neuesten Version ein Reverb fehlt, ist nicht ganz nachzuvollziehen. Genau wie der Umstand, warum in Version 5 überhaupt einer vorhanden war. Das “Bashing” diesbezüglich kann ich also nicht so richtig nachvollziehen, zumal bzgl. der Abwärtskompatibilität ja beide Ozone-Varianten auch parallel installiert werden können. 
So richtig leuchtet mir auch nicht ein, warum man ein paar Limiter-Algorithmen weggekürzt hat, allerdings möchte ich auch hier hinzufügen, dass ich diese persönlich nur bei wirklichem CPU-Mangel mal in einem Projekt genutzt habe. Wirklich schade finde ich hingegen, dass die globalen Intensity-Regler fehlen, welche ich tatsächlich hin und wieder genutzt habe. Wer weiß, vielleicht verkauft man uns die in Version 7 wieder als neue Errungenschaft?!

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Andy sagt:

#1 - 10.06.2017 um 17:37 Uhr

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Manch einer wird jetzt sagen, aber das ist doch eigentlich ein Kompressor mit Filtern im Sidechain. Stimmt genau, im Prinzip ist beides dasselbe, es kommt nur auf den Betrachtungswinkel an.Ich glaube, das stimmt nicht ganz: ein Kompressor mit Filtern im Sidechain regelt bei einem Zischlaut das ganze Signal runter. Ein dynamischer EQ jedoch nur den Bereich des Filters. So gesehen ist ein dynamischer EQ ein geregelter EQ mit Filtern im Sidechain.

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