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IMG Stageline DSP-26 Test

PRAXIS

Remote Software

Der Autor hat in einem Rock-Club am Niederrhein ebenfalls Controller von IMG Stageline verbaut und zwar das Modell DSM-48LAN. Schon optisch haben diese Controller nicht viel mit unserem Kandidaten zu tun, sodass ich mir nicht viel erhoffte, als ich zum Spaß versucht habe die Remote-Software des DSM-48LAN mit dem DSP-26 zu koppeln. Ich muss gestehen, ich war sehr überrascht, dass das tatsächlich funktioniert!
Das ist umso erstaunlicher, da die DSM-Controller eigentlich für IMG Stageline entworfene OEM Produkte aus dem Hause ALLDSP sind. Der DSP-26 ist demnach von seiner Software ebenfalls ein Controller mit ALLDSP-Herz. Wow! Die ALLDSP-Schmiede aus Hamm in Westfalen fertigt zwar auch unter eigenem Namen Controller, ist aber eher für seine OEM-Produkte bekannt. Eingesetzt werden ALLDSP-Controller bei einer Reihe bekannter Firmen wie PL-Audio oder Voice Acoustic. Fakt ist, der IMG Stageline DSP-26 dürfte der mit Abstand günstigste Eintritt in die ALLDSP-Welt bedeuten. Jedenfalls wird der Testkandidat im Verbund mit meinen ALLDSP angetriebenen IMG-Stageline-Controllern problemlos erkannt.

Fotostrecke: 6 Bilder Die Startseite der Software
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Ich starte auf meinem Laptop die Software „IMG Stageline DSP Controller“ und der Kandidat wird sofort erkannt. Kein Com-Port-Terror, keine zusätzliche Treiber-Installation. Einfach anstecken und loslegen. Nach den Statusmeldungen „connecting“ –> „USB Port 6“ erscheint ein grüner Pfeil, dort klicken wir mit dem Mauszeiger drauf und die eigentliche Bedienoberfläche wird geladen. Diese ist in acht Hauptseiten (Main, X-Over und die Ausgänge 1-6) unterteilt. Keine verwirrenden Untermenüs, was die Bedienung erleichtert.
Im Main-Fenster stellen wir die Band-Gains für die Ein- und Ausgänge ein und können diese bei Bedarf zu Stereo-Pairs umwandeln. Hier finden wir auch die Speicherverwaltung. Man kann auswählen, ob man die Einstellungen auf dem Gerät und/oder auf dem Rechner speichern möchte. Zudem kann man dem Controller einen eigenen Namen verpassen, ideal für größere Installationen mit mehreren Controllern.
Weiter geht es zur X-Over Seite. Hier kann der Anwender für jeden der sechs Ausgänge ein HPF- und LPF-Filter sowie ein Laufzeiten-Delay einstellen. Der DSP-26 bietet das Standard-Programm des bekannten Filtertrios „Linkwitz/Riley, Bessel und Butterworth“ mit Filter-Steilheiten von 6 bis 24 dB.
In puncto Delay sind die Ausgänge begrenzt. Das maximale Delay beträgt 5 ms und ist demnach eher für den Treiber-Laufzeitenausgleich denn als Delay-Line-Verzögerung gedacht. Vollbedienung dagegen in den Ausgängen 1-6. Für jeden Ausgang stehen bis zu zehn frei editierbare EQ-Punkte zur Verfügung. Neben den üblichen EQ-Typen (Bell, High & Low Shelf, High- & Low-Pass) bietet der DSP-26 zudem Spezialitäten wie Allpass- oder Bandpass-Filter an. Letzte Funktion in jedem Ausgang ist der einstellbare Limiter, dessen Threshold-Range zwischen +/-48 dBu und +9 dBu liegt und zudem über eine verstellbare Release Zeit von 10 dB/s bis 100 dB/s verfügt. Eine Release-Angabe in Millisekunden wäre mir persönlich lieber.
Über zwei Schieberegler lässt sich in jedem Ausgang das Signal der beiden Eingänge hinzumischen, somit kann jedes Eingangssignal unabhängig auf jeden Ausgang delegiert werden. Das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. 

IMG Stageline DSP-26 im Praxistest
IMG Stageline DSP-26 im Praxistest

Für den Praxistest gibt es eine interessante Option. In meinem Rock-Club wird die verbaute PA im Drei-Wege-Aktivbetrieb gefahren, mit besagtem DSM48-LAN von IMG Stageline. Deshalb lässt sich das Preset des DSM48-LAN ohne Probleme über die Remote-App in den DSP-26 laden. Ausgänge 1&2 befeuern die Subwoofer, während Out 3&4 je zwei 12-Zoll-Mitteltöner und Out 5&6 die Hochtöner der verbauten Horntopteile antreiben. Für den Test betriebe ich die linke Seite der PA über das hauseigene DSM48-LAN, während die rechte Seite vom DSP-26 verwaltet wird. 

Fotostrecke: 2 Bilder Der Netzstecker kommt ohne Zugentlastung
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Gibt es hörbare Unterschiede? Jein. Klanglich und auch von der generellen Performance kann ich keinen Unterschied zwischen den beiden Controllern vernehmen. Was man allerdings vernimmt, ist ein etwas höheres Grundrauschen beim DSP-26, das sich allerdings noch im Rahmen hält. Ansonsten verhält sich der DSP-26 genau wie sein großer Bruder und verfügt zudem über nahezu identische Einstellmöglichkeiten.
Im Vergleich zu anderen Controllern in diesem Preissegment sticht der DSP-26 durch seine Optionen positiv heraus. Zudem verfügt er über einen zusätzlichen Bonus. Sollte man später einen größeren Controller benötigen (digitale Ein- und Ausgänge, mehr In & Outs), dann lohnt ein Blick auf die größeren IMG Stageline Controller wie den DSM48-DT.
Der Vorteil: Die gesammelten Presets des DSP-26 lassen sich ohne Weiteres in den größeren ALLDSP befeuerten IMG Stageline Controllern laden und weiterverwenden. Zudem kann der DSP-26 mit weiteren IMG Stageline Controllern dieser Bauart im Verbund betrieben werden und das über nur eine Instanz der Remote-Software.

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