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Gretsch G5420T Electromatic Test

Praxis

Mit der Gitarre fühlt man sich sehr schnell wohl, sie ist wirklich gut verarbeitet und die Voreinstellung ist ausgezeichnet. Die Bünde sind top abgerichtet und poliert, hier steht nichts ab, alles wirklich saubere Arbeit. Bei einem Instrument, das für runde 750 Euro im Handel über den Tresen geht, ist das nicht unbedingt Normalität. Es wird natürlich an anderer Stelle gespart, denn die 5420T kommt komplett nackt, also ohne Koffer oder Gigbag. Alles, was über die eigentliche Gitarre hinausgeht, muss sich der Besitzer einzeln hinzukaufen.
Trocken angespielt überzeugt die Gitarre mit einem schnellen Antritt, der Ton ist sofort da und das auch noch entsprechend knackig. Die Pickups erzeugen einen sehr ausgewogenen Klang mit strammem Bass, der aber nicht dröhnt, sondern klar und trocken aus den Speakern kommt. Die FilterTron Pickups bringen zwar etwas weniger Twang-Faktor als eine Gretsch mit Single Coils, aber dafür klingt sie satter und fülliger. Sie sind auch keine Gain-Monster und liefern ledigliche einen mittleren Pegel, punkten dafür aber mit einer ausgezeichneten dynamischen Ansprache. Der Kampf um die Zerre macht hier richtig Spaß. Wenn man einen Amp oder Overdrive auf mittleren Zerrgrad einstellt, dann kann man die Verzerrung von leicht übersteuert bis gut verzerrt mit dem Anschlag der rechten Hand regulieren. Selbstverständlich lässt sich ein Amp auch mit dem Volume-Poti entzerren. Dadurch, dass man zwei baugleiche Tonabnehmer in der Gitarre hat, ändert sich der Sound beim Umschalten nicht sehr drastisch. Aber genau das ist hier sinnvoll, denn so kann man den Klangcharakter der Gitarre in sehr feinen Abstufungen modellieren. Außerdem lassen sich mit den beiden Volume-Reglern und dem Master-Volume interessante Soundkombinationen von beiden Pickups erzielen – etwas Zeit zum Forschen sollte man also einplanen.
Prinzipiell sind meine favorisierten Sounds im leicht bis mittel verzerrten Bereich angesiedelt, hier kann sie ihren holzigen Ton besonders vorteilhaft ausspielen. Das Bigsby-System macht ebenfalls eine gute Figur, es liegt angenehm in der Hand, lässt sich weich bedienen und ist vor allem recht stimmstabil, wenn man nicht wie ein Wahnsinniger herumhebelt. Man hört zwar die Saiten hinter dem Steg recht lautstark mitschwingen und die Pickups übertragen das auch ganz leise, aber dieses Problem tritt bei solchen Systemen sehr häufig auf und nicht nur bei preisgünstigen Gitarren. Deshalb muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er es als störend empfindet oder als typisches Charaktermerkmal der Gitarre.

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Hörbeispiele

Alle drei Pickup-Kombinationen hintereinander vom Hals zum Steg.

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Clean Pickups

Angezerrter Sound mit beiden Pickups.

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Crunch

Mid-Gain-Verzerrung mit dynamischem Anschlag. Zuerst der Hals-Pickup, dann der Steg-Tonabnehmer.

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Mid Gain

Surf-Ton mit Slapback-Echo und dem Steg-Pickup.

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Surf

Das Bigsby-System in Aktion. Alle Tonhöhenverschiebungen wurden mit dem Vibrato erledigt.

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Vibrato

Funk-Groove mit Cleansound und beiden Pickups.

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Clean Funk

Ein etwas weicherer Ton mit dem Halspickup und leicht zurückgenommenem Tone-Regler.

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Neck Tone
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Kommentieren
Profilbild von Philipp

Philipp sagt:

#1 - 07.08.2013 um 17:44 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Interessant wäre ein Soundsample Marke Foo Fighters oder sowas gewesen, mit etwas mehr Gain, um zu sehen wie sich die Gitarre in diesem Segment schlägt.

Profilbild von Wilfried Erns

Wilfried Erns sagt:

#2 - 18.10.2017 um 16:47 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich habe die G5420T gestern das erste mal in der Hand gehabt und es war Liebe auf den ersten Griff. Ich bin nur Hobbygitarrist uns spiele sonst die Fame Forum IV, aber die Gretsch in der Hand hat mein Blueserherz auf höchste Frequenz gebracht. Ich muss dazu sagen, dass ich das Instrument bei einem großen Kölner Musikhaus ausprobiert habe, bei dem etwa 30 Halbresonanzgitarren nebeneinander standen und ich habe sie alle ausprobiert. DIESE Gretsch war am Ende der absolute Favorit mit recht großem Vorsprung vor einer IBANEZ und nach wieder einem langem NICHTS kam so nach und nach der Rest. Wie gesagt - nur probegespielt und nicht auf Dauer benutzt aber nach dem ersten Eindruck eine uneingeschränkte Empfehlung.

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