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Gleichzeitig Singen und ein Instrument spielen

Die schlechte Nachricht: Das Zauberwort heißt üben, üben, üben. Die gute Nachricht: Erfolgreich zu singen und gleichzeitig ein Instrument zu spielen, hat nichts mit Begabung zu tun, sondern rein mit Training, Fleiß und Geduld. Jeder von euch kann es schaffen. Aber wie geht ihr am klügsten vor, um euer Ziel zu erreichen? Ein Übungsvorschlag in vier Schritten.


Bild: Soda Productions, Fotolia
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1) Motorik – Die Parts einzeln üben

Musik zu machen hat sehr viel mit Motorik zu tun. Um einen Bewegungsablauf zu automatisieren, braucht ihr, je nach Komplexität, zwischen 10.000 und 50.000 Wiederholungen. Erst dann ist der Ablauf im Gehirn verankert und im muskulären Gedächtnis so optimiert, dass ihr ihn „ohne darüber nachzudenken“ abrufen könnt. Damit ihr euch auf zwei verschieden Sachen gleichzeitig konzentrieren könnt, ist es also absolut notwendig, dass jeder Part einzeln im Schlaf sitzt. Das Fazit daraus ist, dass ihr den Gesang und das Instrument erst einmal getrennt übt. 



Gesang
Lernt beim Gesang den Text und klärt alle vokaltechnischen Fragen, damit ihr das Lied wirklich „im Körper habt“. Übt zum Playback und wenn es euer eigener Song ist, spielt euch eins ein.



Instrument
Klärt zuerst alle instrumentalen Schwierigkeiten und lernt den Song intensiv. Übt zum Beispiel den Instrumentalpart, nach der Lernphase, beim Fernsehen und versucht euch gleichzeitig auf das Fernsehprogramm und den Song zu konzentrieren. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet den Song dabei wirklich fehlerfrei zu spielen.


2) Rhythmik – analysieren

Oft ist es die rhythmische Ebene, die euch zum Scheitern bringt, da ihr es nicht gewohnt seid, mehrere Rhythmen gleichzeitig übereinander zu spielen. Warum spreche ich von mehreren Rhythmen? Die Begleitung auf dem Instrument? Klar. Aber begreift bitte auch eure Stimme als Rhythmusinstrument. Gesang ist Rhythmus. 



  • Macht euch allgemein mit rhythmischen Übungen fit. Übt die Basics „Viertel“, „Achtel“, „Sechzehntel“ und „Triolen“ so, dass sie grooven. Als Klatschübungen mit den Händen, am Instrument und als Töne (Tonlängen oder Wortlängen) beim Gesang.


  • Analysiert die Rhythmen des musikalischen und den gesanglichen Part eures Songs und übt diese Schwierigkeiten.


3) Multitasking – trainieren

Jetzt bringen wir Gesang und Instrument zusammen. Ihr baut euch eure „Choreographie“.



1) Nehmt euch einen Zettel und schreibt den Text mit Taktstrichen auf. Dann markiert ihr euch in den Takten den Rhythmus eures Instruments. Ihr seht nun, welche Wortsilben mit dem Instrument zusammengehen oder in welchen Momenten Gesang bzw. Instrument zuerst kommen. 



2) Geht das Ganze danach im Zeitlupentempo für euch durch. Sprecht den Text dabei und macht die Bewegung eurer Hände. Sprecht euch das, was ihr machen müsst, laut vor. Zum Beispiel so: „I“, gleichzeitig rechte Hand downstroke, rechte Hand upstroke, dann „will“, gleichzeitig „always“ mit Akkordwechsel linke Hand und downstroke rechte Hand… Übt den Song Takt für Takt. Das erfordert viel Geduld, ist aber der effektivste Weg.



3) Benutzt eure Füße als verbindendes Element. Sie gehen das Grundtempo (Viertel oder Achtel). Instrument und Gesang beziehen sich auf die Füße. Mein Vorschlag wäre folgende Reihenfolge: Beginnt mit den Füßen. Geht das Tempo bis es groovt, spielt das Instrument dazu. Wenn das zusammen läuft singt darüber.


4) Effektivität – Probleme beheben / Instrumentierung checken

Musikalische Multitasker sind im Bezug auf ihre Performance kluge Menschen. Die meisten versuchen die Begleitung in den Gesangsparts einfach zu halten, und spielen mehr, wenn sie nicht singen. 

Wenn ihr, trotz Üben, an eure Limits stoßt, gibt es noch folgende Alternativen:



  • Sucht für das, was instrumental ungünstig liegt, Alternativen.

  • Checkt, ob euch jemand anderes begleiten kann.
  • 
Ändert die Instrumentierung. Arrangiert den Song neu. Vereinfacht schwierige Parts.
  • 
Seid nicht eitel. Ein „Show off“ eures Könnens bringt nichts, wenn es nicht absolut souverän vorgetragen wird.

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von Catharina Boutari

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