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Firmenportrait Origin Effects

Origin Effects ist ein britischer Hersteller von Effektgeräten, der sich innerhalb von nur fünf Jahren hohe Anerkennung innerhalb der weltweiten Musiker-Community erarbeitet hat. Ganz besonders ein Produkt hat die Firma berühmt gemacht hat: der Kompressor “Cali76”. Das Innenleben dieses Bodenpedals basiert auf dem legendären Studio-Compressor Urei 1176, womit sich auch der Name des erfolgreichen Pedals erklärt.

Alle Bilder von Oliver Poschmann oder zur Verfügung gestellt von Origin Effects, außer wenn anders gekennzeichnet.
Alle Bilder von Oliver Poschmann oder zur Verfügung gestellt von Origin Effects, außer wenn anders gekennzeichnet.


Erstaunlicherweise sind die Stomp Boxes den teuren Studio-Kompressoren trotz ihres wesentlich kompakteren Bodenformates durchaus ebenbürtig. Verwendeten anfangs nur eingefleischte und solvente Profis diese Boutique-Pedale, so wuchs die Zahl der “angefixten” User kontinuierlich innerhalb weniger Jahre. Aus dem anfänglichen Geheimtipp-Status um die quirligen Briten hat sich auf diese Weise inzwischen ein wahrer Hype entwickelt. Wie ist es dazu gekommen und wer steckt hinter Origin Effects? Oliver Poschmann hat den sympathischen Tüftlern in England für bonedo einen Besuch abgestattet.

Hätte ich nicht Adresse und Postcode akribisch notiert – es gäbe keine Chance, die Firma Origin Effects zu entdecken, selbst wenn man (so wie ich gerade) direkt davor steht. In Thame, einem idyllischen kleinen Städtchen inmitten der zauberhaften britischen Grafschaft Oxfordshire, befindet sich die Heimat der jungen Effektschmiede. Doch nicht einmal am Gebäude des Firmensitzes selbst findet man Hinweise, dass innerhalb dieser Mauern begehrte kleine Geräte geschmiedet werden, die von hier aus in die ganze Welt verschickt werden. “Wir möchten nicht unbedingt, dass jeder weiß, wo man uns findet” verrät man mir in sympathischer britischer Bescheidenheit.
Man möchte kein Brimborium, soviel ist deutlich spürbar. Auch die Räumlichkeiten sind entsprechend bescheiden, und es ist kaum zu glauben, dass hier einige der zurzeit begehrtesten Kompressor-Pedale der Welt hergestellt werden. Man konzentriert sich hier klar auf die gesteckten Ziele und Aufgaben – das Produkt und die Kunden stehen im Fokus der Aufmerksamkeit.
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Neun Mitarbeiter zählt die Firma Origin Effects um Firmengründer, Mastermind und Erfinder Simon Keats, von dessen Handwerk und Innovationsgeist schon Companies wie Vox, Focusrite oder Trident profitieren konnten. Oberstes Credo des lötfreudigen Gitarristen und Audio-Designers ist “Handmade in Great Britain”, und tatsächlich kommen sogar alle Komponenten aus England. Zulieferer von Gehäusen, Bauteilen, Platinen sind allesamt Firmen aus Großbritannien. Sie liefern das Material, aus welchem die fleißigen Hände der Mitarbeiter in einer winzigen Produktionsstrasse akribisch jedes Pedal manuell verlöten, kalibrieren und zusammenbauen.
“Es gibt Tage, an denen wir bis zu 20 E-Mails aus Asien erhalten, mit Angeboten, unsere Platinen herzustellen. Aber das ist absolut nicht in unserem Interesse! Wir wollen ausschließlich lokal produzieren und so zu 100% die Kontrolle über unsere Qualität behalten. Wir glauben an die Produktion mit Zulieferern aus dem eigenen Umfeld”, so das Statement des Firmenchefs.

Fotostrecke: 2 Bilder Das Firmenlogo von Origin Effects ist deutlich an das …
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24 Pedale pro Tag umfasst das momentane Produktionsvolumen, wobei jedes Pedal drei Tage benötigt, bis es alle Produktionsschritte und Testreihen durchlaufen hat und zum Versand bereit steht. Die Taktung dieser Herstellungsquote erreicht derzeit das Limit – der Kunde wird sich aufgrund der starken Nachfrage daran gewöhnen müssen, schon bald etwas länger auf Nachschub zu warten.
Wachstum muss gut bedacht werden, denn jede Steigerung in Produktivität erfordert auch eine Erhöhung der Kapazität, und damit auch eine Steigerung von Kosten und Verpflichtungen. Man kann der Firma nur Glück und Weisheit wünschen bei der Navigation durch künftige Herausforderungen.
Alle Mitarbeiter sind zu Recht sehr stolz darauf, gemeinsam in den letzten Jahren enorm weit vorangekommen zu sein. Enthusiasmus und Liebe zur Firma und ihren Produkten sind hier deutlich spürbar!

Fotostrecke: 3 Bilder Viel Raum wird nicht benötigt: 24 Pedale schaffen die Mitarbeiter …
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Die Anfänge der Firma liegen – wie so häufig bei kleinen innovativen Unternehmen – in einer kleinen Scheune, in der Simon Keats “an seiner Zukunft lötete”. Das Firmen-Logo von Origin Effects erinnert nicht nur zufällig an das Emblem der englischen Bahngesellschaft “British Railways”. Es ist eine Hommage an traditionelles “British Engineering” und an die damit verknüpften Werte, insbesondere gute Handarbeit, Liebe zum Detail und ein stimmiges Design.
Simon Keats erinnert sich: “Die ersten Cali76-Kompressoren besaßen noch ein sehr großes Gehäuse. Sie waren entsprechend schwer auf einem Pedalboard zu installieren. Zudem waren sie einfach enorm zeit- und kostenintensiv in der Herstellung. Daher entschieden wir uns im Jahr 2015, diese Gehäuseform aufzugeben und durch eine platzsparende Kompaktversion zu ersetzen, mit der wir die Pedale auch weit kostengünstiger produzieren und für die Kunden preisgünstiger anbieten können. Seitdem läuft es fantastisch!”
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Natürlich ist so etwas leichter gesagt als getan, wenn man keinerlei Kompromisse in der Soundqualität in Kauf nehmen möchte. Daher hat das Team enorm viel Zeit und Gedanken in ein zweistöckiges Platinendesign investiert. Letztendlich sind die aktuellen Cali76-Pedale nur halb so groß wie die Ur-Version, enthalten aber identische Bauteile und erfüllen den gleichen Qualitätsanspruch.

Fotostrecke: 4 Bilder Der Cali76-STD: Mit diesem (noch recht opulenten) Pedal-Schmuckstück fing alles an!
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Zurzeit existieren vier unterschiedliche Kompressor-Pedale im Sortiment von Origin Effects: der günstigste und einfachste “Cali76 Compact”, die versilberen Modelle “Cali76 Compact Bass” (mit frei regelbarer Ratio, Parallel Compression, Attack/Release Kombi-Regler und Hi-Pass-Filter) und “Cali76 Compact Deluxe” (mit frei regelbarer Ratio, Parallel Compression und getrennt regelbarer Attack- und Release-Zeit). Der vierte Vertreter der Gruppe ist das “SlideRig”-Pedal mit zwei gekoppelten Kompressoren für speziellere Sustain-Effekte, vor allem in Verbindung mit Slide-Gitarren. Man kann gut und gerne sagen, hier sind kompromisslose Kompressor-Spezialisten am Werk, die das Beste aus der immobilen Studiowelt in ein mobiles Format gepackt haben, welches man heutzutage problemlos auf jedes Pedalboard platziert bekommt.
Die Philosophie endet allerdings nicht beim fertigen Produkt, sondern pflanzt sich weiter fort bei den Punkten Bedienungsanleitung und Verpackung. Statt den Käufer bequem auf irgendeine Website zu verweisen, von wo aus er eine Datei herunterladen muss, bekommt man bei Origin Effects generell eine umfassende gedruckte Anleitung mit Hintergründen, detaillierter Beschreibung und hilfreichen Anwendungsbeispielen präsentiert.
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Auch die Verpackung ist nicht einfach nur Verpackung, sondern besitzt Individualität. Die Kartons tragen handschriftlich die Seriennummer des Inhaltes und lassen sich ungewöhnlicherweise nach links öffnen. Entwickler Simon Keats ist Linkshänder – so kam es zu dieser Besonderheit. Schmunzeln ist erlaubt und irgendwie ist es auch einfach nett, wenn man die Ursprünge von solchen Kleinigkeiten erfährt.

Fotostrecke: 3 Bilder Wichtiger Arbeitsschritt: die Kalibrierung der Kompressoren und des Jewel-Meters zur optischen Anzeige.
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Es mag letztlich gar nicht so viel zu sehen geben, wenn man die Gemäuer von Origin Effects besucht. Aber man kann eines sagen, nachdem man sie besucht hat: Bei dieser Firma wird keine breite Produktpalette zur Schau gestellt, sondern man macht ausschließlich das, worauf man sich spezialisiert hat! Hier findet man keine LED-beladenen Billig-Kompressoren mit Placebo-Wirkung und auch keinen opulenten Warenkatalog, sondern wenige sehr ausgereifte Spezialprodukte, die allesamt einer strengen Qualitäts- und Selbstkontrolle unterliegen. Jeder, der nur einen Gedanken an das Thema Kompression verliert, dürfte hier alle Fragen beantwortet finden!
Die Brutstätte für alle Entwicklungen von Origin Effects liegt übrigens streng geheim in privaten Studiogemäuern von Simon Keats, wo er an neuen Ideen brütet, feilt und lötet. Keats gibt sich übrigens laut Auskunft seiner Team-Mitglieder eigentlich niemals mit einem Status Quo zufrieden. Insofern kann man sich hier noch auf die eine oder andere Innovation gefasst machen.
Auf meine Frage, was für die nahe Zukunft auf dem Plan steht, antwortet Keats lachend: “Ein neues Pedal – allerdings wird das kein weiterer Kompressor. Was genau es wird, wird noch nicht verraten, aber es wird großartig! Zurzeit suchen wir nur noch einen passenden Namen.”
Wir wünschen dem Team von Origin Effects um Simon Keats weiterhin viel Erfolg auf seinem Weg, die Gitarren- und Basswelt mit hochqualitativen Bodentretern zu bereichern.
Surftipp zum Thema: www.origineffects.com

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von Oliver Poschmann

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