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13.12.2020

Startone Star Studio Drum Set Test

Schlagzeug inklusive Hardware und Becken

Ein neuer Stern am Schlagzeughimmel?

Schaut man sich bei den Drumsets der untersten Preisklasse um, stößt man immer wieder auf die Marke Millenium, die exklusiv vom Musikhaus Thomann vertrieben wird. Rund 250 Euro kostet das günstigste Millenium-Kit in "Erwachsenengröße", das heißt mit 20"- oder 22"-Bassdrum. Nun sorgt man mit dem Startone Star Studio Drum Set – ebenfalls eine Eigenmarke von Thomann – für Konkurrenz im eigenen Haus. Knapp 200 Euro kostet das Kit, das neben fünf Trommeln einen Satz Stative, einen Hocker, Becken und ein Paar Drumsticks enthält. Eigentlich schwer zu glauben, dass man zu diesem Preis, der normalerweise für eine einzige Snaredrum in vernünftiger Qualität zu berappen ist, ein vollwertiges Musikinstrument bekommt. 

Klar, dass es sich bei dem Startone um ein in chinesischer Massenfertigung hergestelltes Schlagzeug handelt, aber dass unter diesen Vorzeichen durchaus brauchbare und anständig klingende Instrumente entstehen können, haben diverse bonedo-Tests, nicht nur im Bereich Schlagzeug, in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. An welchen Stellen die Sparmaßnahmen zu spüren sind und ob sich unter Umständen ein Upgrade lohnen könnte, erfahrt ihr nun in unserem ausführlichen Test.

Details

Die Basis des Drumsets bilden sechslagige Pappelholzkessel

Zwei Drumset-Konfigurationen bietet Startone zur Zeit zum selben Preis an, zum einen das Standard Kit mit 22"x14" Bassdrum und 10"x8", 12"x9" und 16"x16" Toms und zum anderen die zum Test vorliegende Studio-Version mit 20"x14" Bassdrum, 10"x8", 12"x9" und 14"x14" Toms sowie einer 14"x5,5" Snaredrum. Drumsets mit 20" Bassdrum eignen sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene und bieten einen sehr universell einsetzbaren Sound. Alle Kessel des in China gefertigten Startone Kits bestehen aus Pappelholz, sind knapp sieben Millimeter stark und mit einer schwarzen Folie mit dezentem Glitzereffekt bezogen. Laut Hersteller werden Toms und Snare aus sechs Holzlagen konstruiert, während die Bassdrum über neun Lagen verfügt. Allerdings stelle ich nach genauerer Inspektion fest, dass alle Kessel des Testsets mit jeweils sechs Lagen absolut identisch sind – was in dieser Preisklasse eigentlich auch die Regel ist. Nach innen sind die insgesamt ordentlich verarbeiteten Fellauflageflächen mit einer 45-Grad-Abschrägung versehen.

Die 10" und 12" Toms müssen mit jeweils fünf Böckchen pro Seite auskommen

Auf der Unterseite der Snare wurde – wie bei Snaredrums allgemein üblich – ein Snarebed eingearbeitet, was bedeutet, dass der Kessel im Bereich der Snareteppich-Auflage um einige Millimeter heruntergeschliffen wurde, um die Ansprache des Teppichs zu verbessern. Der Spiralteppich ist mit 20 Stahldrähten bestückt und mittels Plastikstreifen an der Abhebevorrichtung befestigt. Diese besteht aus einem senkrecht vom Kessel abklappbaren Hebel samt Einstellrädchen, mit dem die Spannung des Teppichs justiert wird. Sechs Spannböckchen sind an der Snare verbaut, ebenso viele sind es auf jeder Seite des 14" Standtoms, während bei den 10" und 12" Toms nur jeweils fünf Böckchen zum Einsatz kommen. Die Bassdrum verfügt über acht Böckchen pro Seite, zwei ausklappbare Beine mit herausschraubbaren Dornen sorgen für einen sicheren Stand. Mit 1,5 Millimetern Stärke fallen die teilweise etwas scharfkantigen Stahlspannreifen für Snare und Toms relativ leicht aus. Auch die Bassdrumreifen bestehen aus Stahl und sind mit einem Folien-Inlay versehen. Zum Schutz vor Verkratzen durch die Montage der Fußmaschine liegt ein aufklebbarer Kunststoffstreifen bei.

Die Halterungen und Böckchen entsprechen dem Standard in dieser Preisklasse

Alle Spannböckchen des Testkits sind mit jeweils zwei Schrauben am Kessel befestigt und verfügen über federnd gelagerte Gewindehülsen, welche die Stimmschrauben aufnehmen. Die Tomhalterung besteht aus zwei Armen, die in eine Aufnahme am Bassdrum-Kessel geschoben werden und mit Memoryclamps versehen sind, welche dafür sorgen, dass die gewählte Position bei jedem neuen Aufbau erhalten bleibt. An der anderen Seite der Arme werden die Toms nach dem bekannten "Pearl-Prinzip" aufgesteckt. Auch hier sind Memoryclamps montiert. Die drei Beine des Standtoms werden in den für diese Preisklasse üblichen einfachen Böckchen befestigt, bei denen eine Flügelschraube das Bein fixiert.

Bei der Hardware werden die Sparmaßnahmen sichtbar

Zum Lieferumfang gehört auch ein Hardwaresatz, bestehend aus einer Hi-Hat-Maschine, einem einfach ausziehbaren Beckenständer und einem Snareständer, dessen Haltearme in etwas altertümlicher Bauart konstruiert sind, d.h. es gibt zwei ausklappbare Arme und einen dritten in der Länge verstellbaren, der die Trommel fixiert. Ebenfalls nicht mehr zeitgemäß ist die Höhenverstellung des Drumhockers. Hier gibt es ein ausziehbares Rohr mit einer Reihe von Löchern, in die an der gewünschten Position eine Schraube mit Flügelmutter gesteckt wird. Passend zum Hi-Hat-Pedal verfügt auch die Fußmaschine über ein schwarzes Trittbrett und eine Antriebskette. Zwei Federn sind für die Spannungseinstellung zuständig, zur Befestigung am Bassdrum-Spannreifen gibt es eine Flügelschraube unter dem Trittbrett. Der Schlägel ist ein Standardmodell mit Filzkopf.

Die Felle und Becken fallen sehr dünn aus

Sämtliche Felle des Sets bestehen aus einer sehr dünnen einlagigen Folie, schwarz beim Bassdrum-Frontfell, ansonsten weiß. Das durchsichtige Resonanzfell der Snare fällt naturgemäß nochmals deutlich dünner aus. Auch die mitgelieferten Messingbecken gehören zur leichten Sorte. 14 Zoll misst die Hi-Hat, bei der beide Becken identisch sind, 16 Zoll beträgt der Durchmesser des Crash-/Ride-Beckens, das dieselbe Stärke wie die Hi-Hat besitzt. Auf der Unterseite sind die Becken komplett glatt, während auf der Oberseite Rillen zu sehen sind, die aber eher der Optik dienen und kaum einen klanglichen Einfluss haben dürften. An Zubehör liegt dem Set noch ein Stimmschlüssel sowie ein Paar Drumsticks bei. Nun bin ich gespannt, wie das Kampfpreis-Drumset sich im Praxistest schlägt.

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