Eurolite LED PLL-704 3200K und 6000K Test

PRAXIS

Zunächst möchte ich die Standalone-Modi der Eurolite LED PLL-704 testen. Der Aufbau geht erwartbar schnell von der Hand: Habe ich die Fluter an den Strom verbunden, richte ich sie aus, drehe den Standbügel fest und öffne die Flügelklappen. Die lassen sich ohne größere Mühe bewegen, wirken aber vertrauenserweckend stabil, sodass ich mir um ein unabsichtliches Verstellen keine Sorgen machen muss. Jetzt muss ich nur noch den Schalter umlegen und voilà! Es werde Licht.

Dieses fällt bei der 3200K Variante natürlich sehr viel wärmer aus als bei der 6000K-Lampe. Eher wie eine gemütliche Wohnzimmer-Beleuchtung. Die Kaltweiß-Variante dagegen wirkt eher steril. Beide Lampen machen jedoch bei 100 % Dimmerleistung genug Licht, um einen kleinen bis mittelgroßen Raum auszuleuchten.

Eurolite LED PLL-704, eingeschaltet
Die PLL-704 6000K bei voller Leistung

Steuerung der Eurolite LED PLL-704 am Gerät

Arbeite ich mich anhand der Display-Knöpfe durch die einzelnen Menüs, fällt mir auf, dass es effektiv drei Unterkategorien zur Helligkeitsregelung gibt: „BRIGHTNE“ (ja „Brightness“ – das passt aber so nicht aufs Display), „DIMMING“ und „COLOR“. Da die Lampe nur über weiß als Farbe verfügt, dient letztere Funktion also eigentlich auch nur als Regulator der Lichtstärke.

Was mich zugegebenermaßen anfangs verwirrte, stellt sich allerdings als sehr nützlich heraus. „BRIGHTNE“ lässt sich nämlich stufenweise von 0-10 regeln. So lässt sich schnell ein brauchbares Ergebnis erreichen. 

„DIMMING“ und „COLOR“ jedoch sollen zu einer detaillierteren Helligkeitssteuerung verhelfen. Der Dimmer lässt sich nämlich von 0-100 und der Weißanteil von 0-255 regeln. Das funktioniert meines Empfindens auch wirklich gut – sehr geschmeidig wechselt die Lichtintensität.

Ab etwa einem Drittel Leistung geben die Geräte leider einen zwar leisen, aber doch hörbaren Piepton von sich, der bei 100 % Helligkeit wieder verschwindet.

Je nach Anwendungsbereich kann das störend sein. Unter „FLASH“ kann ich die Strobe-Geschwindigkeit zunehmend von 0-100 (0-20 Hz) einstellen. 

Steuerung einer einzelnen Lampe

Mir persönlich sagt bei der Steuerung einer einzelnen Lampe jedoch eher die Potentiometer-Funktion zu, die ich im Menü einschalte. Nun können Dimmer und Strobe anhand der Drehknöpfe geregelt werden. Auch die fühlen sich robust an und lassen sich leicht drehen. 

Einerseits kann ich so schnell ein zu fotografierendes Objekt ausleuchten, ohne mich groß mit dem Display beschäftigen zu müssen. Andererseits lassen sich etwaige Effekte so sehr dynamisch steuern. Möchte ich also ein Blitzlichtgewitter nachahmen, muss ich nur die Dimmleistung wie gewünscht hochstellen und kann dann die Strobe-Frequenz variieren.

Die Musiksteuerung funktioniert auch erstaunlich gut. Die Lampe reagiert bei hoher und geringer Mikrofonempfindlichkeit zuverlässig auf Klangimpulse. Dabei stehen mir neun Ablaufgeschwindigkeiten zur Verfügung. Außerdem lässt sich noch festlegen, ob die LEDs bei Stille aus- oder eingeschaltet bleiben sollen. 

„Pulsbreiten“ – was?

Als besonderes Feature haben Eurolite die PLL-704 Lampen mit einer variablen Pulsbreitenmodulation ausgestattet. Dementsprechend kann der Anwender die Frequenz der An- und Aus-Phasen der LEDs der Lampen selbst bestimmen, wodurch vor allem Filmartefakten vorgebeugt werden soll. Das geschieht schrittweise von 900 Hz bis hin zu 25 kHz.

Das habe ich ganz einfach mal mit der Kamera meines iPhones 13 Mini getestet – und siehe da: je höher die Frequenz, desto weniger Flimmern. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass ich direkt auf die LEDs und nicht auf ein zu beleuchtendes Objekt gefilmt habe, also einen Extremfall darstelle. So sollte jedem bewusst werden, wie hilfreich dieses Feature eigentlich ist. 

Achtung: Außerdem zeigt der Clip offensichtlich flackernde Bilder – falls solche bei dir, lieber Leser, aus medizinischen oder anderen Gründen Unbehagen verursachen, lass das Video lieber aus.

Und wie machen sich die Eurolites im DMX-Test?

Wie eigentlich alle LED-Lampen heutzutage, können auch die PLL-704 in ein 512er DMX-Universum integriert werden. Dazu lege ich eine Leitung vom Gerät zu meinem Cameo-Interface, das mit einem Mac-Mini verbunden ist. Ansteuern möchte ich sie per Daslight 4.

Die Lampe lässt sich im 1CH, 2CH oder 3CH-Modus betreiben, dafür gibt es zwar im Daslight-Katalog keine Fixture-Presets, das ist aber nicht weiter schlimm. Drei Kanäle sind schnell programmiert. Im 1CH-Modus lässt sich lediglich die Helligkeit des Fluters regeln. Das gleicht der Bedienung per Dimmer-Drehknopf am Gerät und funktioniert wie erwartet sehr geschmeidig.

Bei zwei Kanälen wird mir auch die Strobe Steuerung zu Verfügung gestellt, wobei von 000-009 kein Effekt auftritt. Von 010 – 255 wird dann die Blitzgeschwindigkeit geregelt. Auch das funktioniert wieder sehr gut. 

Mit dem dritten Kanal stehen mir nun der Master-Dimmer mit dem ich die Gesamthelligkeit von 0-255 regulieren kann sowie der Weiß-Kanal zur Verfügung, ebenfalls 0-255. Strobe bleibt erhalten. Dementsprechend kann ich nun die Helligkeit noch sensibler steuern. Mir persönlich reichen hier zwar zwei Kanäle, aber ich denke, dass es den einen oder anderen Nutzer geben mag, der gerne Gebrauch von davon machen wird.

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