Workshop_Folge
Workshop
3
09.06.2009

Es ist normalerweise nicht üblich, Septakkorde als Slashakkorde zu notieren. Dieses Modell soll dir aber helfen, den Dreiklang in einem Septakkord zu erkennen.

Aus Notenbeispiel 7 lassen sich folgende Regeln ableiten:

Maj7 Akkorde enthalten den Mollakkord, der eine große Terz über Ihrem Grundton liegt.

Imaj7 = IIIm / I
Bsp: Gmaj7 = Hm/G


Moll7 Akkorde enthalten den Durakkord, der eine kleine Terz über Ihrem Grundton liegt.

Im7 = bIII / I
Am7= C/A


Dur7 Akkorde
enthalten den verminderten Akkord, der eine große Terz über ihrem Grundton liegt.

I7 = IIIdim / I
Bsp: D7=F#dim/D

Das Schöne an diesem Modell ist, dass die gleichen Regeln für Umkehrungen und Stimmführung gelten, die du schon kennst. Du musst nur lernen, welcher Dreiklang sich in welchem Septakkord versteckt!

Methode 2:
Wie so oft in der Musiktheorie gibt es mehrere Wege, die zum gleichen Ziel führen. Deshalb soll eine andere Methode nicht unerwähnt bleiben:

  1. Spiele den Stammakkord des Voicings in einer beliebigen Umkehrung.
  2. Ersetzte den Grundton in der rechten Hand durch die benachbarte Septime.

F-Dur wird zu Fmaj 7, indem der Grundton F durch die benachbarte große Septime E ersetzt wird.

Septimen schnell gefunden
Oft tut man sich damit schwer, große Intervalle schnell zu bestimmen. Um die kleine Septime von einem Grundton zu finden, muss man 10 Halbtonschritte aufwärts gehen, bei der großen Septime sind es 11 Halbtonschritte. Das kann schon mal ein bisschen dauern ... Es geht aber auch schneller! Denn anstatt vom Grundton aufwärts zu gehen, kannst du auch von der Oktave des Grundtons abwärts gehen. Die große Septime liegt nämlich nur ein Halbtonschritt unter der Oktave, die kleine Septime liegt zwei Halbtonschritte darunter! Und die Oktave eines Tons ist ja schnell gefunden, oder? Wie heißt die große Septime von A? Einen Halbtonschritt unter der Oktave (A) wirst du schnell fündig...

Kannst du jetzt bestimmen, welche Septakkorde im Notenbeispiel 4 entstanden sind? Es ist normalerweise nicht üblich, Septakkorde als Slashakkorde zu notieren. Dieses Modell soll dir aber helfen, den Dreiklang in einem Septakkord zu erkennen.

Hier kommt das Bandbeispiel, erweitert mit einigen Septakkorden:

Welche Dreiklänge stecken in den Septakkorden?

Notenbeispiel 10

Übetipps:

Du kannst dich an den Übungen aus dem letzten Workshop orientieren und sie auf die neuen Voicings übertragen. Suche dir ein Septakkord-Voicing in einer der drei Umkehrungen aus und übe es durch den Quintenzirkel. Sagen wir, du willst Maj7-Voicings in der Grundstellung üben und mit Cmaj7 starten. Die linke Hand spielt also den Ton C im Bass, während die rechte Hand ein Em-Voicing in der Grundstellung (1-3-5) spielt. Danach geht es weiter im Quintenzirkel mit Fmaj7, Bbmaj7, Ebmaj7, Abmaj7, Dbmaj7, usw . . . . Probiere das Gleiche auch mit den beiden anderen Akkordumkehrungen aus. Das folgende Notenbeispiel soll dir als Modell dienen. Bestimme die übrigen Voicings selbst!

Notenbeispiel 11

Als nächstes solltest du versuchen, die Umkehrungen der Maj7-Voicings miteinander zu verbinden. Stichwort: Stimmführung! (Siehe auch Notenbeispiel 11 aus Voicing Workshop 1!) Auch dazu gibt es noch ein kleines Beispiel, das du selbst vervollständigen sollst!

Notenbeispiel 12

Damit dir das alles nicht zu trocken erscheint, kannst du dir auch Akkordfolgen deiner Lieblingssongs vorknöpfen. Achte auf eine schöne Stimmführung!

So, das war's für diese Folge. Ich wünsche dir viel Spaß beim Üben und hoffe, dass du die neu gewonnenen Erkenntnisse auch in deine eigene Musik einfließen lässt!

In der nächsten Folge werden wir die Geheimnisse vieler gefürchteter Akkordsymbole mit Hilfe des ersten Voicing-Tools und des Prinzips „Drei gegen Einen“ entschlüsseln!

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