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Test
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29.11.2018

Thenatan Trapstar Test

Trap Drum Plugin

Klein, aber oho…

Trap-Musik ist in den USA ein Riesenhit geworden und auch hierzulande wird der markante Musikstil immer präsenter. Ein sehr wichtiges Element dieser Musik sind die harten, kompromisslosen und oftmals auch ziemlich verzerrten Drums. Hinzukommen verzerrte Sub-Bässe, um durch das Hinzufügen der dadurch entstehenden Obertöne die Bässe auch auf kleineren Speakern hörbar zu machen.

Inzwischen ist daraus ein eigens stilistisches Mittel geworden und gerade im amerikanischen Trap werden die Drums und Bässe heftig verzerrt. Und als Trap- und Hip-Hop-Producer ist man ständig auf der Suche nach neuen Drum-Tools inklusive Distortion. Denn damit die eigenen Beats nicht wie alle anderen klingen, braucht man immer wieder neue Drum-Sounds. Der noch recht unbekannte Plug-in-Schmied Thenatan bietet uns dabei mit seinem Trapstar-VST Hilfe an. Ob sich das Plug-in lohnt, liest du im Test. Die kostenlose Demo kommt zwar mit nur drei Kits, da es die restlichen 27 Kits aber für gerade mal USD 4,43 veranschlagen, führen wir das trotzdem unter der Rubrik "Freeware".

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Details

Allgemeines

Trapstar ist für Windows im VST-Format in 32- und 64-Bit und für MacOS im AU- und VST-Format erhältlich. Ihr könnt das Plug-in direkt auf der Herstellerwebseite kaufen, die Zahlung ist unter anderem auch über PayPal möglich. Durch den Download erhaltet Ihr dann ein Zip-File mit 183 MB, in dem die Plug-ins, die Drum Kits und die MIDI-Files enthalten sind. Schmeißt am besten alles in den Plug-in-Ordner eurer Wahl und kopiert diesen anschließend in euren VST-Ordner. 

GUI

Bei Trapstar ist alles ein bisschen kleiner, auch die GUI. Oben links haben wir einen großen Master-Output-Regler, von Min bis Max. Rechts oben wählt man unter Preset die Drum-Kits aus und dort wird das jeweils ausgewählte Preset auch angezeigt. Über Expansion lässt sich ein Preset auch manuell auswählen, für den Fall, dass man es an einem anderen Ort abgespeichert hat oder dass man über ein weiteres Produkt von Thenathan noch andere Presets zur Verfügung hat. Durch einen darauf Klick öffnet sich eine Load-Instrument-Maske. Darunter stellt man die Sample-Rate/-Quality ein, entweder mit Low, Mid oder High. Und zum Schluss lässt sich noch einmal darunter die Velocity einstellen. Normal, Weak und Strong stehen zur Verfügung. 

In der Mitte der GUI prangen die Hüllkurven-Einstellungen. Klassischerweise gibt es einen Drehregler jeweils für Attack, Decay, Sustain und Release. Hier vorgenommene Einstellungen wirken sich immer auf das ganze Kit aus. Flankiert werden die Envelope-Einstellungen von insgesamt drei Effekten. Auf der linken Seite gibt es einen Regler für Reverb und einen Filter (Low Pass, High Pass und None). Rechts wurde ein Amp-Effekt verbaut, der das Signal im tiefen und hohen Bereich verzerren kann.

Zum Schluss finden wir ganz unten dann noch sechs Drum-Pads, die in jedem Kit immer gleichartig belegt sind. Das erste Pad beinhaltet immer einen Kick-Sound. Es folgen zwei Snare-Sounds und eine Clap auf den Pads zwei, drei und vier. Zum Schluss gibt es dann noch ein Closed- und Open-Hi-Hat-Sound auf den Pads fünf und sechs. Unter den Pads finden wir sechs korrespondierende Lautstärkeregler sowie die Kanalzuordnung. Jeder Sound lässt sich einem von 16 Kanälen zuordnen.  

Hören wir uns also nun einmal an, wie Trapstar klingt. Ich habe ein paar der MIDI-Spuren, die bei Trapstar mitgeliefert werden, in Studio One gezogen. Ich verwende außer den eingebauten keine weiteren externen Effekte. 

  • Kit 1: Die Kick ist verzerrt und dadurch präsent. Die 808-artige Snare klingt satt mit viel Attack und die Clap/Snap-Kombination bringt ein bisschen Raum in die ganze Angelegenheit. Diese Roh-Sounds kann man mit einer ordentlichen Effektkette noch ordentlich aufmöbeln.
  • Kit 2: Im zweiten Kit haben wir nun eine ganze andere Kit. Sie kommt mit ihrem hohen Klick-Sound schon fast ein bisschen EDM-mäßig daher. Allerdings hat sie viel Sub-Bass und wirkt rund und warm. Die kurze Snare hat wieder sehr viel Attack, das ist immer gut. Und die Hi-Hat pflatscht angenehm vor sich hin. Als Basis ist auch dieses Kit sehr gut zu gebrauchen. 
  • Kit 3: Dieses Kit ist nicht ganz so stark. Die Kick ploppt zwar nur, in manchen Beats kann das aber genau das sein, was man braucht. Die Snare ist dieses Mal die Standard-Hip-Hip-Trap-Snare, die man Anfang des Jahres wirklich in jedem Beat gehört hat. Egal, ob er aus Deutschland, Frankreich oder den USA kam. 
  • Kit 4: Im diesem Kit hat die Kick wieder ganz schön Body, dadurch wummert sie in den tiefen Frequenzen angenehm. Die Snare hat dieses Mal nicht so viel Attack, aber genau das kann ja in einem bestimmten Beat gewünscht sein oder später noch korrigiert werden.
  • Kit 6: Kit 6 ist sehr kicklastig. Diese ist dazu ziemlich verzerrt, wodurch sie sich sehr gut durchsetzt. Außerdem sind die anderen Sounds eher dünn, was aber kein Nachteil sein muss. In vielen amerikanischen Beats findet man genau diese Energieverhältnisse in den Drums. 
  • Kit 26: In diesem Kit haben wir eine 808-artige Kick mit sehr viel Sub-Bass. Die Snare und Clap klingen eher nach Percussion und gehen bei der großen Kick etwas unter.  

Fazit

Trapstar von Thenatan ist purer Minimalismus. In Zeiten, in denen bei anderen Drum-Plug-ins,wie zum Beispiel Raw Kick von Rob Papen, einfach alles möglich ist, überzeugt Trapstar von Thenathan mit wenigen Funktionen. Natürlich kommt es dadurch auch zu Einschränkungen, allerdings hat man das Plug-in sofort im Griff und muss sich nicht erst damit vertraut machen oder nach bestimmten Funktionen suchen. Die 30 Drum-Kits sind nicht immer erstklassig, liefern aber im wahrsten Sinne des Wortes eigentümliche und individuelle Sounds, die man eben nicht überall hört – und das ist durchaus gut. Die Kicks sind mit persönlich allerdings oft etwas zu schwach auf der Brust. Auch wenn es keine richtige Freeware ist, beim aktuellen Preis von gerade mal USD 4,43 kann man nun wirklich nicht viel falsch machen.

  • Pro
  • 30 Drum-Kits
  • 180 Drum-Sounds, viele davon recht unbekannt
  • gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis
  • Contra
  • Kick-Sounds oft zu schwach
  • eigene Sounds sind nicht verwendbar
  • Hüllkurve nur für Master-Output verfügbar
  • FEATURES
3 Drum-Kits in der kostenlosen Demo
  • 30 Drum-Kits aus den verschiedensten Trap-Genres für unter EUR 5,-
  • 180 Drum-One-Shots
  • Multi-Output
  • einstellbare Sample-Rate/-Quality
  • drei Effekte: Reverb, Filter, und Amp
  • geringe CPU-Auslastung
  • Preis
  • USD 4,43 ( Straßenpreis 29. Nov 2018)

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