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Test
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18.07.2018

Testmarathon Fender Jazz Bass

Verschiedene Modelle des Fender Jazz Bass im Vergleich

Welcher Fender Jazz Bass passt zu mir?

Der Fender Jazz Bass kam 1960 auf den Markt und zählt zu den meistverkauften E-Bassmodellen überhaupt. Der kalifornische Radiomechaniker Leo Fender entwickelte den Jazz Bass als klanglich vielseitige und komfortabel zu spielende Alternative zu seinem ersten Design, dem Fender Precision Bass. Typische Merkmale sind die beiden getrennt regelbaren Singlecoil-Tonabnehmer, ein schlankes Halsprofil sowie die asymmetrische "Offset"-Korpusform. Mit den Spezifikationen seines neuen Modells begeisterte Fender schnell Bassisten sämtlicher Stilrichtungen. Bekannte User des Fender Jazz Bass waren bzw. sind Jaco Pastorius, Marcus Miller, Larry Graham, John Paul Jones (Led Zeppelin) oder Noel Redding (Jimi Hendrix).

Auch heute noch ist der Jazz Bass mit seinen vielfältigen Klangmöglichkeiten für viele Tieftöner - egal, ob Anfänger oder Profi - die erste Wahl. So wundert es nicht, dass Fender für jeden Geldbeutel ein passendes Modell im Programm hat.

Einen sehr günstigsten Einstieg bekommt man mit den Jazz-Bässen vom Fender Budget-Label Squier. Für ambitionierte Amateure, die etwas mehr Geld ausgeben wollen, sind die in Mexiko gefertigten Jazz-Bässe aus der Standard-Serie zweifellos ein gute Wahl. Für Instrumente aus den amerikanischen Fender-Werken muss man wesentlich tiefer in Tasche greifen, bekommt dafür aber auch ein außerordentlich solide konstruiertes Instrument mit deutlichen Upgrades in Sachen Tonabnehmer und Hardware.

Die Speerspitze stellen Bässe aus dem Fender Custom Shop dar. Hier fertigen erfahrene Gitarrenbauer aus handselektierten Materialien atemberaubende Unikate für Bassisten, die spezielle Spezifikationen bevorzugen und bereit sind, den hohen Preis für aufwändige Handarbeit zu bezahlen.

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Welcher Fender Jazz Bass ist der richtige für mich?

Natürlich wird sich ein jeder Jazz-Bass-Interessent fragen, welches der auf bonedo getesteten Instrumente denn nun das richtige für seine Bedürfnisse ist. Letztendlich muss diese Frage natürlich jeder für sich selber beantworten - bei der Entscheidung für ein Instrument sollte der persönliche Geschmack immer mehr Gewicht haben als die (sicherlich ohne Frage auch hilfreichen) Testkriterien oder die Spezifikationen auf dem Papier. Hier ein paar grundsätzliche Gedanken:

Schon im Günstig-Segment richtig gut: ein Fender Jazz Bass für Einsteiger

Ein schlagkräftiges Argument ist für die meisten Interessenten natürlich der Preis - erstens in Bezug auf das persönliche Budget, und darüber hinaus auch auf den Gegenwert, welchen das Instrument liefert. Die gute Nachricht: Diesbezüglich kann man mit keinem Bass aus unserer Auswahl etwas falsch machen! Mit jedem der vorgestellten Jazz-Bass-Modelle bekommt man ein solide verarbeitetes Instrument mit guten Klangeigenschaften an die Hand, das seinen jeweiligen Preis wirklich wert ist und dem Spieler über eine lange Zeit Freude bereiten wird.

Die preisgünstigen Squier Vintage Modified Jazz-Bässe sind trotz der Upgrades gegenüber einem normalen Squier Jazz Bass sehr schlichte Instrumente. Als Korpushölzer kommen Linde beziehungsweise Agathis zum Einsatz, die Modelle liefern aber dennoch einen gesunden und runden Ton - ideale Bässe für den Einsteiger, der einen Allround-Bass zum freundlichem Tarif sucht.

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Fender-Bässe aus Mexiko - eine tolle Alternative!

Die mexikanischen Kollegen, wie der Fender Standard und der Fender Classic 70's, liegen preislich eine Stufe über Squier, was in der Hauptsache der klassischen Holzauswahl mit Erlekorpus und den qualitativ etwas besseren Tonabnehmern geschuldet ist. Die Bässe klingen deshalb etwas luftiger und offener als die von Squier und empfehlen sich für Hobbybasser, die ihr Einsteigerinstrument upgraden möchten, oder als Backup-, Zweit- oder Drittbass für den ambitionierten Amateur oder Profi.

Wer eher auf Vintage-Optik und einen etwas bissigeren Sound steht, wird hier eher zum von uns getesteten Classic 70's mit Blockinlays und Binding greifen, wohingegen der Standard Jazz eine Spur runder und wärmer klingt, weswegen er eher Freunde der Instrumente aus den 60er-Jahren ansprechen wird. Bezüglich Bespielbarkeit und Verarbeitung liegen beide Instrumente auf demselben Niveau.

Darf es etwas mehr sein? Jazz Bass American Elite-Serie und Signature-Modelle von Fender

Die von uns getesteten Artist-Modelle von Geddy Lee und Adam Clayton sowie der aktive Jazz Bass aus der American Elite Serie aus amerikanischer Fertigung legen in allen Aspekten - logischerweise auch bezüglich des Preises - eine Schippe drauf. Die bessere Hardware mit den leichten Tunern und der massigen Brücke sorgen gerade auch in Verbindung mit dem grafitverstärkten Hals des Clayton-Modells für einen sehr kultivierten und ausgeglichenen Ton. Zudem hängen die Instrumente etwas besser ausbalanciert am Körper und lassen sich durch die exaktere Verarbeitung (vor allem bezüglich des Halses und der Bundierung) ultra komfortabel einstellen - die Bespielbarkeit der USA-Modelle ist wirklich klasse!

Aus klanglicher Sicht bietet der aktive American Elite Jazz Bass mit seinem hochwertigen 18-Volt-Preamp die größte Flexibilität unter den USA-Modellen. In Sachen Handhabung hat er durch moderne Features, wie den Compound-Radius und das praktische Truss-Rods-Wheel, die Nase leicht vor den beiden Artist-Modellen. Dennoch handelt es sich bei allen drei Modellen aus amerikanischer Fertigung um außerordentlich zuverlässige Arbeitsgeräte für den Profi, der im Studio und auf der Bühne einen immer funktionierenden und schnörkellosen Basssound braucht.

Aber auch der ambitionierte Amateur, der nicht jeden Euro umdrehen muss und die deutliche Mehrausgabe gegenüber den mexikanischen Modellen nicht scheut, wird mit diesen Instrumenten eine Anschaffung fürs Leben tätigen!

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Ungeschlagen: ein Jazz Bass aus dem Fender Custom Shop!

Von allen getesteten Jazz-Bässen liefert ohne Frage der 64 Jazz Bass Relic SGM MBDG aus dem Fender Custom Shop in Sachen Haptik und Sound die authentischsten Jazz-Bass-Vibes. Kein Wunder, denn er wurde vom erfahrenen "Master Builder" Dennis Galuszka aus selektierten Hölzern komplett in Handarbeit gefertigt und anschließend per Relic-Behandlung durch die Zeitmaschine gejagt. Hier ist kein Bass wie das nächste - aber allesamt sind unterm Strich überdurchschnittlich gute Musikinstrumente!

Das hat natürlich seinen Preis, aber wer auf der Suche nach dem originalen Jazz-Bass-Sound der Sechziger ist und preislich kaum Limits hat, bekommt mit dem 64er Relic Modell aus dem Fender Custom Shop einen extrem hochwertigen und wertstabilen Boutique-Bass mit authentischen Vintage-Vibes, der meiner Ansicht nach sein Geld durchaus Wert ist.

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Fender Jazz Bass - Gesamtfazit und Kaufempfehlung:

Das Erfolgsmodell Fender Jazz Bass gibt es in den unterschiedlichsten Preisklassen, die allesamt über eine sehr gute Verarbeitung verfügen. Natürlich existiert qualitativ eine deutlich wahrnehmbare Spanne von den günstigsten bis zu den teuersten Instrumenten, doch letztlich kann einem sogar ein Einsteigerinstrument jahrelangen Spielspaß bescheren! 

Einen echten Testsieger kann es daher bei unserem Testmarathon nicht geben - immerhin bewegt sich die Preisspanne zwischen knapp unter 300,- bis über 5000,- Euro. Die grundsätzliche Frage vor dem Kauf sollte daher immer darauf abzielen, wie die Bedürfnislage des Bassisten sind und was sein Geldbeutel hergibt.

Das ansprechendste Preis-Leistungs-Verhältnis kann man sicherlich den Bässen aus mexikanischer Fertigung bescheinigen, dicht gefolgt von den beiden Signature-Instrumenten sowie dem Fender American Elite Jazz Bass - für die allerdings auch prompt ein guter Tausender mehr fällig wird!

Vor allem eine Erkenntnis zieht sich aber durch alle Einzeltests der hier unter die Lupe genommenen Instrumente: Ein Fender Jazz Bass - ganz gleich in welcher Ausführung - ist immer ein zeitloser Begleiter, mit dem man in allen erdenklichen Stilistiken stets eine gute Figur machen kann!

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