Gitarre Hersteller_TC_Electronic
Test
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25.02.2016

Praxis

Um mich mit dem BodyRez vertraut zu machen, schalte ich das Bodenpedal vorerst vor meinen AER Alpha Combo. Als Testinstrument kommt eine Sigma JRC 40-E Akustikgitarre zum Einsatz, die mit einem Fishman Presys+ Pickup-System ausgestattet ist. Den dreibandigen EQ des Tonabnehmersystems habe ich völlig neutral eingestellt. Der Sound des Piezo Pickups ist im Zusammenspiel mit meinem AER-Amp zwar brauchbar, wirkt aber ohne EQ-Einfluss im Mittenbild irgendwie "nölig" und lässt auch so das gewisse Pfund im Bassbereich vermissen. Normalerweise bemühe ich also immer den EQ des Pickupsystems, um diese Problematik ein wenig zu entschärfen.

Nun schalte ich aber das BodyRez hinzu und der resultierende Effekt ist in der Tat erstaunlich.

Die angesprochene Mittenproblematik verschwindet komplett aus dem Klangbild, der Sound und auch das Spielgefühl werden durch die Kompression des Signals deutlich griffiger, ohne, egal in welcher Einstellung, sich zu aufdringlich in den Vordergrund zu spielen. Auch der Bassbereich bekommt deutlich mehr Gewicht. In höheren Lautstärken kann dies jedoch schnell zu Feedbackproblemen führen, die sich dann im Phase Control Modus zumindest bis zu einem gewissen Grad eindämmen lassen. Insgesamt wird dem Sound ein etwas Hifi-artiger Charakter übergestülpt, der dem Klangbild ohne Frage schmeichelt, aber auch in hohen Einstellungen nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass wir es nach wie vor mit einem Piezo-Pickup zu tun haben. Generell kann man sagen, dass die 12-Uhr-Einstellung des Potis eine gute Ausgangsbasis bietet, den Einfluss des Pedals wahrzunehmen.

Um das Klangverhalten des BodyRez nun genauer unter die Lupe zu nehmen, schalte ich das Pedal vor meine Sunday Driver DI-Box von Lehle und schicke das Signal von dort aus in den Wandler meines Motu-Interfaces. Und los gehts mit einer Strumming-Figur.

Im ersten Durchlauf ist das Pedal noch im Bypass-Modus. In den Wiederholungen drehe ich dann das Poti des Pedals ab 12 Uhr in drei Stufen auf.

Wie man gut hören kann, nimmt der Bassbereich zu, sobald das Pedal in der 12-Uhr-Stellung aktiviert wird. Das daraus resultierende Klangbild mutet wärmer an, kann aber in höheren Einstellungen in dieser Spielweise auch überhand gewinnen, wie der letzte Durchlauf der Aufnahme deutlich zeigt. Gerade in einer Bandsituation ist dort also Vorsicht geboten.

Nun spiele ich eine Pickingfigur und schalte das Pedal erneut im zweiten Durchlauf hinzu. Das Body-Poti steht auf 15 Uhr.

Hier zeigt das Gerät ganz deutlich seine Vorzüge, das Signal wirkt präsenter, griffiger und lebendiger. Allerdings ist die Grenze im Bassbereich bei 15 Uhr auch erreicht.

Abschließend spiele ich noch ein grooviges Akkordpattern. Ihr hört wieder erst das Pedal im Bypass und danach auf 12 Uhr.

Auch in dieser Spielweise schmeichelt das Gerät dem Frequenzbild. Bestimmte Probleme eines Piezo-Pickups, wie die generell sehr harte und etwas unsensible Auflösung des Signals, kann das BodyRez aber dennoch nicht mindern.

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