Hersteller_Tama Tama_SLP_Black_Brass_Snare
Test
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11.03.2014

Tama S.L.P. Black Brass Snare

14" x 6,5" Messing-Snare

Schwere Kost aus Fernost

Aus dem Sound Lab Project der Firma Tama erreicht uns heute das Modell LBR1465 "Black Brass", eine 14x 6,5" große Messing-Snaredrum, deren stattliches Gewicht vermuten lässt, dass irgendwo in China versehentlich ein Sack Blei in die Kupfer-Zink Legierung gefallen ist um in Europa für Entzückung unter den Hardcore-Metallern zu sorgen. Dieser Test soll unter anderem klären, ob es sich hier um ein Produkt aus der Kategorie "Masse statt Klasse" oder doch eher "Klasse durch Masse" handelt. Selbstredend wollen wir natürlich auch wissen, ob sich diese schwere Trommel ausschließlich für die vom Hersteller empfohlenen Musikrichtungen Heavy Metal, Hard Rock und Progressive eignet.

Da die Snare ja traditionell im Zentrum des Drum Sets steht und in den meisten Spielarten populärer Musik die entscheidenden rhythmischen Punkte markiert, darf man ihr durchaus auch eine stilprägende Funktion zugestehen. An dieser Stelle setzt das Sound Lab Project von Tama an und versucht, für jede musikalische Anforderung die passende Materialkonfiguration zu erstellen. Anforderungsprofil für die vorliegende Black Brass: Durchsetzungsvermögen im sehr lauten Umfeld. Dann wollen wir doch mal sehen, ob wir gemeinsam gegen das Schnarchen meines Katers ankommen.

Details

Zuerst gilt es aber, das Testgerät genauer zu betrachten. Der nahtlose, in China hergestellte Kessel kommt in den klassischen Rock'n'Roll-Maßen 14x 6,5 Zoll daher, und sein gefühltes Übergewicht könnte daher rühren, dass der Kessel mit einer Stärke von 1,5 Millimetern ein wenig kräftiger ist als vergleichbare Trommeln dieses oder anderer Hersteller. Die makellos im 45 Grad-Winkel nach innen gebogenen Kanten bieten eine saubere Auflagefläche für die hochwertigen Felle aus dem Hause Evans. Namentlich wären das ein G1 coated als Schlagfell und ein Hazy 300 als Resonanzfell. Gleichmäßig und sanft verläuft das Snarebed auf der Unterseite. Darauf gebettet liegt ein ultrabreiter Teppich aus 42 Hi-Carbon Stahlspiralen. Sowohl die 20 Single Lugs aus der Starclassic Serie als auch die 2,3 Millimeter starken Stahlspannreifen tragen eine schwarze Nickelbeschichtung, was auch für die Spannschrauben und die Abhebung gilt. Im Einklang mit dem schwarz polierten Kessel ergibt das ein edel anmutendes, stimmiges Bild. Bei der eben erwähnten Teppichabhebung handelt es sich um eine Klapphebelmechanik mit einer stufenlos verstellbaren Schraube für die Spannung. Sowohl auf der Hebelseite als auch am so genannten Butt End werden die Haltebänder des Teppichs unter Zuhilfenahme zweier Vierkantschrauben zwischen zwei Metallplatten eingeklemmt.

Das Material und dessen Verarbeitung genügt hier allerhöchsten Ansprüchen. Überall da, wo Metall auf Metall trifft, sorgen Plastikunterleger für ein reibungsloses Aufeinandertreffen. Auch die Innenseite des Kessels lässt Konzept und Sorgfalt erkennen, wobei besonders die Befestigung der Böckchen zu erwähnen wäre. Die vier Schrauben der jeweils übereinander liegenden Lugs werden dort durch eine speziell gefertigte, gemeinsame Metallunterlage geführt, während zirka fünf Millimeter breite Zylinder dafür sorgen, dass die Schrauben nicht direkt auf die Kesselwand drücken. Abschließend dann noch der Hinweis auf das Vorhandensein eines obligatorischen Loches zum Entweichen der Luft und eines eigenen Badges, auf dem die Initialien des Sound Lab Project (S.L.P.) in Großbuchstaben prangen. Auf der Innenseite befindet sich als Pendant ein Aufkleber, der die Seriennummer und den Hinweis auf den Herstellungsort enthält.

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