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Test
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07.07.2021

t.akustik Desktop Absorber 120 Test

Tisch-Absorber für Sprachaufnahmen

Einfacher Steckabsorber im schicken Design

Mit dem t.akustik Desktop Absorber 120 gibt es von der Thomann Akustik-Hausmarke eine äußerst unkomplizierte Absorberlösung, die einfach auf den Tisch gestellt werden kann. Damit erscheint er ideal für Podcast-Anwendungen, Demo-Gesang sowie Home-Producer und generell Büro-Arbeitsplätze.

Musikhaus Thomann hat schon lange günstige Absorber-Materialien im Angebot, aber erst vor kurzem wurde das Angebot um hübsche Fertigmodule erweitert; sogar eine eigene Website mit vielen Tipps für Akustik-Maßnahmen für den Musik- und Proberaum, das Studio oder Heimkino wurde erstellt.

DETAILS & PRAXIS

Verarbeitung und Optik

Der t.akustik Desktop Absorber 120 ist ein Tisch-Absorber zur akustischen Optimierung im Nahbereich. Das heißt, man kann ihn einfach auf den Tisch stellen und schon werden dank seiner porösen Eigenschaften störende Reflexionen unterbunden und der Nachhall auf der Aufnahme reduziert

Der Absorber besteht aus gehärtetem Polyurethan-Weichschaumstoff, der mit einen hellgrau melierten Filzstoff beklebt wurde. Dadurch erhält man eine deutlich ansprechendere Optik als mit gewöhnlichem Noppenschaum oder dergleichen erzielt wird.  

Er ist ferner flammhemmend (DIN 4102 B3) und geruchsneutral sowie ziemlich steif, wodurch er solide und sicher von alleine steht. Geliefert werden drei Teile, die durch eine Art Zähne ineinander gesteckt werden können. So lässt sich ein U, I oder L zu formen. Die Plattenstärke beträgt dabei 80 mm.

Alle Teile sind 60 cm hoch, die Seitenteile plus Zähne messen 58 cm in die Tiefe und das große Mittelteil ist inklusive Zähnen 120 cm breit, woher auch der Name rührt. U-förmig aufgebaut beträgt das Innenmaß dann 1040 x 600 x 500 mm und ist ideal für den typischen Schreibtisch, Computer-Arbeitsplatz und kleineren DJ-Tisch. Für den etwas größeren Producer-Tisch ist der Absorber aber zu klein, weitere „Puzzle-Teile“, um ihn zu erweitern, gibt es aktuell nicht. 

Wirkungsweise

Ähnlich wie bei einem Mic-Shield, nur eben deutlich größer und damit auch viel weniger Klaustrophobie erzeugend, werden Rückwürfe im typischen Mitten und Höhenbereich nahezu vollständig absorbiert, sodass man tatsächlich nur noch mit wenigen Reflexionen im Nahfeld zu rechnen hat.  

Typische Reflexionen hat man eventuell noch von der Decke bzw. vom Tisch und der geöffneten Seite, wobei man diese mit dem Körper erheblich blockiert. Mit den entsprechenden Mikrofonen hat man also nur noch Diffusschall auf der Aufnahme, allerdings auch diesen deutlich geringer. Mit weiteren Absorbern im Raum kann diesen Nachhall auch noch relativ einfach einfangen und somit das Klangergebnis weiter optimieren.

Ein gutes Mic hilft natürlich zusätzlich, um die Aufnahme zu verbessern. Gut heißt dabei, dass das Mikro gerichtet arbeitet und nicht rundherum Schall aufnimmt. Die Richtcharakterisik Niere ist zu bevorzugen und genrell würde ich zu einem dynamischen Mikrofon anstatt eines Großmembran-Kondensators raten. Letzteres nimmt zwar sehr detalliert auf, aber eben auch leider Details wie euren Raumklang, den ihr nun aber nicht unbedingt auf der Aufnahme haben möchtet.

Ich verwende bei dem ersten Audiobeispiel in meinem relativ spartanisch eingerichteten Wohnzimmer mein Mac Book mit dem eingebauten Mic, stellvertretend für Facetime, Skype und Co. 

Der Effekt ist sehr gut zu hören: Der Nachhall der Aufnahme wird deutlich reduziert und das Gesamtsignal klingt weniger „verwaschen“ und blechern. Mit dem Absorber hat meine Stimme auch den deutlich angenehmeren Bass. Der Unterschied wird auf Kopfhörern am besten deutlich.

Hört ihr euch die Aufnahm über Boxen in einem ebenfalls halligen Raum an wird man den Unterschied nicht so hören. Auf Dauer werden es einen die Ohren dennoch danken, da weniger Reflexionen einfach weniger Stress beim Hören verursachen und man so weniger schnell ermüdet. 

Zweiter Test: Ein vollkommen nackter Raum und in Verbindung mit einem vernünftigen Sprecher-Mikrofon, dem Shure SM7B. Hier fallen einem die Unterschiede noch stärker auf – das Teil bringt richtig was! Besser wird es nur mit deutlich mehr Aufwand, von daher alles super.

Interessant dürfte der Absorber auch im Studio sein, um Sprecher, die sich einen Tisch teilen, besser separieren zu können. Gleiches gilt für Büroarbeitsplätze, wo viel telefoniert wird. Der Effekt dürfte auch in einem Großraumbüro mit vielen Arbeitsplätzen immer gut genug sein – kostengünstiger als der Akustik-Profi ist es allemal.

Testweise hab ich den Absorber auch einmal um meinen DJ-Platz mit den Genelec 8030 aufgestellt, wobei dieser eigentlich dafür zu breit bzw. der Absorber zu schmal ist, sodass ich ein Seitenteil gerade lassen musste (L-Form) oder eine Lücke lassen musste. Der Effekt war auch hier deutlich: Die Bässe waren im Nahfeld spürbar trockner und das Stereobild ebenfalls präziser, weniger schwammig. Mit ein wenig Fantasie kann man sich vorstellen, wieviel besser das noch werden würde, wenn es weitere Teile zum Erweitern geben würde oder man gleich eine noch größere Variante vom t.akustik Desktop Absorber kaufen könnte, sagen wir 180x80x60 (BxHxT). 

Fazit

Mit dem t.akustik Desktop Absorber 120 Test hat thomann einen äußert funktionalen Absorber zum Aufstellen auf dem Tisch im Programm, der im Nahfeld wirklich kleine Wunder wirken kann. Er sieht außerdem schick aus, steht sicher und ist relativ einfach wieder verstaut, wenn er nicht benötigt wird. Der Preis ist angemessen, aber der Absorber ist auch kein Schnäppchen.

  • Pro
  • unkomplizierte Lösung für Sprachaufnahmen
  • schnell aufgebaut und auch wieder verstaut
  • dezentes, schickes Finish
  • Contra
  • aktuell nur eine Größe erhältlich
  • Features
  • Tisch-Absorber zur akustischen Optimierung
  • für Podcast Anwendungen, Demo-Gesang, Home Producer sowie Büros und Call Center
  • aus gehärtetem Polyurethan-Weichschaumstoff (Rohdichte: 25 kg / m³, Bruchdehnung: min. 80 %) und grau-melierten Filzstoff - 370 g/m2
  • einfache Montage durch einfaches Ineinanderstecken der drei Komponenten
  • flammhemmend nach MVSS 302 (Brennrate < 100 mm / Min.) entspricht nach DIN 4102 B3 (brennbar)
  • Plattenstärke: 80 mm
  • Innenabmessungen (B x H x T): 1040 x 600 x 500 mm
  • Außenabmessungen (B x H x T): 1200 x 600 x 580 mm
  • Preis: € 139,– (Straßenpreis am 7.7.2021)

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