Test
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22.03.2017

Roland TT-99 Test

DJ-Turntable

Limited Edition

Roland bietet mit dem TT-99 einen DJ-Turntable in limitierter Auflage an, der mit dem Vintage-Design der legendären Drum Maschine TR-909 aufwartet. Neben dem vorliegenden Plattenspieler und diversen anderen Produkten, wie zum Beispiel dem DJ-Controller DJ-808 (Test hier), brachte der Hersteller anlässlich der letztjährigen Feierlichkeiten auch gleich den passenden Battlemixer, namentlich DJ-99 (Test hier) heraus, der ebenfalls im Vintage-Gewand daherkommt.

Ob der TT-99 neben seinem Designpreis-verdächtigen Äußeren auch gute klangliche Eigenschaften mitbringt und sich die Performance für den DJ-Betrieb als praxistauglich erweist, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Details

Der TT-99 trifft effektiv und sorgfältig verstaut in seiner Kartonage, die doch ein wenig leichter ist, als ich erwartet hatte, per Kurier bei mir ein. Nach und nach befördere ich nachstehende Ingredienzien ans Tageslicht: den TT-99, ein auf dem Roland-Headshell vormontiertes Tonabnehmersystem von Audio Technica, einen 45-RPM-Adapter, das Tonarmgegengewicht, eine Abdeckhaube aus Acryl, den Aluminium-Platter, eine Slipmat, ebenfalls im 909-Design, ein Cinch/GND-Kombikabel (1 Meter Länge) sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung.

Montage

Nun, wo wir doch schon alles ausgepackt haben, geht’s an die Montage, die in diesem Fall ihrem Namen nicht so richtig gerecht werden kann, da der Zusammenbau wirklich kinderleicht ist und auch Vinylanfängern ohne den Hauch eines schlechten Gewissens zuzumuten ist. Plattenspieler aufstellen und mit den höhenverstellbaren Gerätefüßen und einer behilflichen Libelle ist das Chassis auch schnell ausbalanciert, Stromkabel in die Steckdose, Cinch- und Massekabel an den DJ-Mischer angeschlossen, Haube aufstecken und zuletzt arretiere ich das Headshell vorne am Tonarm. Montage – fertig! Alles Weitere fällt unter „Fein-Justage“.

Erste Eindrücke

Ganz schön helle kommt er daher, der TT-99. Das Chassis eines Plattenspielers ist selten so auffällig wie dieses, „glänzen“ sie doch normalerweise eher mit mattschwarzen Hi-Fi-Oberflächen und gespielter Bescheidenheit denn durch mehrfarbiges Vintage-Design und auffälligen Retro-Elementen. Nicht so hier.

Der TT-99 erhält seinen auffälligsten Farbtupfer durch den orangefarbenen Tonarm. An der vorderen Gehäusekante fußt professionell das Roland-Logo und um 90 Grad hierzu gedreht schmiegt sich der „909“-Schriftzug an die Längsflanke des Pitchfaders, der mit einer orange eingefärbten Skala kurz meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dem Pitch ist eine LED anheimgestellt, die in der rastenden Mittelstellung grün und in jedweder anderen Position rot leuchtet. Im Trockenlauf lässt er sich nur sehr schwerfällig über seine 100 Millimeter lange Leiterbahn schieben.

Die Geschwindigkeitsauswahl erledigen zwei Taster (33/45). Beide zusammengedrückt, ergibt die Abspielgeschwindigkeit 78 rpm. Naja, wer’s braucht. Ich hätte mir an dieser Stelle zwei Taster, die ein leiseres akustisches Feedback von sich geben, gewünscht und auf 78 rpm verzichtet.

Eingeschaltet wird der TT-99 mit dem allseits bekannten Drehschalter, der wie der 45-RPM-Adapter olivgrün gefärbt ist. Der Start- und Stopp-Schalter für den Motor befindet sich ebenso an prominenter Stelle vorne links wie einst beim 1210er. Auch er gibt neben dem eindeutig fühlbaren Druckpunkt ein leider gut hörbares akustisches Feedback ab. Die Bedienelemente können sich eines auffälligen Plastik Look&Feels nicht erwehren.  

Feinjustage

Nachdem ich den Testprobanden lange genug trocken befingert habe, geht es nun an die Konfiguration des Tonarms, sprich dessen Ausbalancierung, Gegengewichtsskala auf Null gestellt, Einstellung des empfohlenen Auflagegewichts und abschließender Feinjustage des Antiskating-Werts. Das Ausbalancieren stellt kein Problem dar, ebenso wenig wie das Nullen der Skala. Das empfohlene Auflagegewicht für das mitgelieferte Audio Technica AT 3600 L beträgt drei bis vier Gramm und so drehe ich das Gewicht auf drei Gramm und messe anschließend mit meiner digitalen Tonarmwaage nach: 2,75 Gramm. Naja, ein wenig genauer könnte es schon sein, aber nun gut.

Zudem stelle ich fest, dass der Tonarm nicht parallel zum Vinyl aufliegt, nachdem die Nadel aufgesetzt ist. Da der Arm nach vorne hin abfällt, liegt die Tonarmbasis im Verhältnis zum Platter zu hoch; sie lässt sich aber hinsichtlich der Höhe nicht verändern. Es hilft also nur die Manipulation auf der Plattentellerseite, sprich ich probiere Kombinationen von verschiedenen Auflagen aus, bis es passt. Gesagt, getan: Am Ende „gewinnt“ die Kombination aus einer antistatischen Gummimatte (3,2 Millimeter) und einer Acrylauflage (2,1 Millimeter). Die Gummimatte, die ich beim Auspacken bereits vermisst habe, gehört meiner Ansicht nach eigentlich auch zum Standard-Lieferumfang, ist hier aber nicht so. Nicht dem üblichen mitgelieferten Zubehör zuzuzählen wäre eine Acryl- oder Vinylauflage. Beides zusammen kostet etwa 40 bis 50 Euro.

Ein schöner Rücken

... kann auch entzücken, so wenden wir uns, aber nur kurz, der Rückseite zu, auf der wir auch nicht sooo viel zu finden haben, außer den beiden Cinch-Buchsen, die das Signal aus dem TT-99 führen. Ob Phono- oder Line-Signal, darüber entscheidet ein kleiner zweistufiger Schiebeschalter. Der Vollständigkeit halber sei noch das Ground Terminal erwähnt, an dem die Masseader des mitgelieferten Kombikabels Anschluss findet.

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