Hersteller_Roland
Test
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08.03.2013

Praxis

In der Praxis interessieren uns natürlich vor allem die Sounds. Hier hat Roland sich auf vier Kandidaten der Kategorie „Tasteninstrument“ konzentriert. Streicher, Bell- oder Drum-Sounds sucht man also vergeblich. Stattdessen gibt es jeweils drei akustische Pianos, E-Pianos, Clavinets und Orgeln.

Das akustische Klavier kommt in den Geschmacksrichtungen „Konzert-Flügel“, „Bright Piano“ und „Mono Piano“. Vor allem der Flügel gefällt mir recht gut. Er lässt sich sehr nuanciert spielen und erfüllt absolut jegliche Anforderung an einen Bühnenpiano-Sound. Als Effekte können hier noch ein Enhancer und Dämpferresonanz-Samples dazugeschaltet werden. Wem der Sound nicht durchsetzungsfähig genug ist, kann entweder am EQ drehen oder sich für das brillantere „Bright Piano“ entscheiden.

Die Kategorie „E-Pianos“ umfasst eine eher mittige und eine glockige Rhodes-Variante sowie ein Wurlitzer. Den ganz hohen Standard, etwa im Vergleich zu Nord, erreichen diese Sounds meiner Ansicht nach nicht. Vor allem der glockige Sound gefällt mir aber ebenfalls gut. Allerdings sind die dazugehörigen Effekte etwas uneindeutig. Die Übergänge von Tremolo, Chorus und Phaser sind überraschend fließend. 

Die Clavinet-Sounds bieten drei Pickup-Varianten, die alle, auch in Verbindung mit den Effekten, sehr ordentlich klingen. Auch die drei Hammond-Orgel-Sounds gehen qualitativ in Ordnung. Allerdings fehlt mir persönlich eine eher soulige Drawbar-Variante. 

Insgesamt merkt man spätestens bei den Orgel-Sounds, dass man durch die fehlenden Editiermöglichkeiten doch etwas eingeschränkt ist. Man muss mit den Presetsounds ebenso leben wie mit den Effekten. Die Zugriegel und die Percussion der Orgel, die Effekttiefe des Halls, die Geschwindigkeit des Tremolo-Effekts – man hat beim RD-64 keinerlei Einflussmöglichkeiten auf den Sound. Hier wird klar, was die (wesentlich teureren) Konkurrenten Nord Electro oder Korg SV-1 so unwiderstehlich macht.

Die Controller-Fähigkeiten des Stagepianos erschöpfen sich mit dem Pitch/Mod-Hebel, den beiden EQ-Drehpotis und dem D-Beam Controller. Das ist nicht gerade luxuriös. Ebenfalls bedauerlich ist die fehlende Möglichkeit, die Tastatur zu splitten. Man ist hier auf die Fähigkeiten seines externen Klangerzeugers angewiesen. An dieser Stelle ist allerdings lobend darauf hinzuweisen, dass mittels Camera Connection Kit auch Sounds aus dem iPad angesteuert werden können. Das ist dann die ultra-mobile Synthie/Stagepiano Lösung. 

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