Test
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23.02.2021

Resor Electronics Darth Test

Rotary DJ Mixer

„Das ist ja mal ein schöner Mixer!“ Derartiges bekam ich zu hören, nachdem der Resor (schreibt sich im Original „resør“) Electronics Darth-Mixer zum Test bei mir eingetroffen war, noch bevor ich ihn überhaupt angeschlossen hatte. Der Mixer versprüht eine edle Anmutung, die sofort spürbar ist. So minimalistisch, aufgeräumt und elegant, wie es nur geht. Kein Schnickschnack, weder optisch noch Feature-technisch, dafür klare und aufgeräumte Linien. Ich war sehr gespannt, wie sich der Feingeist im Test schlägt.

Details

Aktuelle Rotary-Mixer von kleinen, edlen Boutique-Schmieden wie Condesa, Master Sounds, Superstereo oder Varia Instruments präsentieren sich gerne in einem edlen Ambiente mit oldschooligen VU-Metern und Holzrahmen. Genau da setzt auch Resor Electronics mit dem Darth-Mixer an. Mit edelsten Komponenten in Class-A-Technik aufgebaut verspricht er klanglichen wie optischen Höchstgenuss. Zugeständnisse an das technische Feature-Overload aktueller Clubmixer fehlen jedoch völlig. 

Nun richten sich Rotary-Mixer sowieso eher an DJs, die das gemächliche Drehen dem schnellen Cutten vorziehen und kein Arsenal an Effekten benötigen. Oft soll es dann doch – wie bei vielen Rotaries – zumindest noch ein Dreiband-Isolator sein, um wenigstens etwas zum Herumschrauben zu haben. Aber auch der fehlt dem Resor Darth.

Arbeitskoffer

Der Darth-Mixer wird im eigenen robusten Hartkunststoffkoffer ausgeliefert. Die Schaumstoffteile zur Polsterung wirken etwas dazugestopft, schützen die wertvolle Fracht jedoch optimal.

Neben dem Mixer sind im Lieferumfang enthalten: ein wirklich großes lineares Netzteil, ein kurzes, blaues Stereo-Patchkabel, that’s it. Kein Kaltgerätestromkabel für das Netzteil, die Anschaffung wird aufgrund der verschiedenen internationalen Stecker vom Käufer erwartet. Verständlich, aber trotzdem unpraktisch, zumal man schnell feststellt, dass ein langes und dickes Kabel nur noch schwer in den Tragekoffer zu pressen ist. Das Patchkabel wird übrigens nicht mehr mitgeliefert. Dazu später mehr.

Arbeitsplatte

Die Oberfläche des Darth ist wunderschön symmetrisch aufgebaut. Auf den quadratisch-praktisch-gutem Holzkasten (25 x 25 x 10 cm) ist eine mattschwarze Oberfläche geschraubt. Hingucker sind hier die beiden 7,5 x 3,5 cm großen cremefarbenen VU-Meter. Darunter zwei Reihen schwarze Metallregler und zwei große Lautstärkepotis.

Die sehr soliden Potentiometer für Cue, Kopfhörerlautstärke, Booth- und Master-Ausgang sowie zweimal Bass und Treble mit 1,5 cm Durchmesser sind auf der Oberfläche fest verschraubt, ebenso wie die mit 2,5 cm Durchmesser extra großen Lautstärkeregler. Es gibt keine Cue-Schalter zum Vorhören: durch einen einfachen Blendregler wählt man zwischen den beiden Kanälen.

Isolator? Ebenfalls Fehlanzeige! Nicht einmal die Umschalter zwischen Phono- und Line-Eingang stören die Klarheit des minimalistischen Designs der Oberfläche, sondern sind hinten auf der mattschwarzen aufgeschraubten Anschlussfläche verbaut. Je nach Kundenwunsch sind die Frontplatten in schwarz eloxiert, natur eloxiert und Edelstahl zu haben, dazu ein schwarzer oder holzfarbener Rahmen.

Die Anschlüsse

Der schöne Rücken des Darth ist mit Anschlüssen zugepflastert: zwölf vergoldete Cinch-Buchsen für je zweimal Phono- und Line-Eingang, Booth-Out und Record-Out, zwei XLR- Master-Ausgänge und zwei Stereoklinkenbuchsen für Send und Return. Für Kraft und Erde gibt es noch eine komfortabel mit den Fingern justierbare Ground-Schraube und eine per Schraubverschluss gesicherte PSU-Buchse für den Strom aus dem sehr großen und klobigen Netzteil, das immerhin über 1 kg Gewicht auf die Waage bringt.  Es können übrigens für den Booth-Out statt der Cinch-Buchsen auch alternativ Klinkenbuchsen verbaut werden.

Die Umschalter für Phono- und Line-Quellen befinden sich wie bereits erwähnt ebenfalls auf der Rückseite. Für Nutzer, die sowohl Turntables als auch Mediaplayer anschließen möchten, ist das womöglich etwas umständlich, andererseits wird kein Battle-DJ auf dem Darth Transformer-Cuts ausführen wollen, obwohl die langen und stabilen Metallschalter dafür sicher gut geeignet wären. Auf Nachfrage war zu hören, dass der Mixer optional auch ohne Phono-Preamps lieferbar ist, so dass vier Line-Signale angeschlossen werden können.

Insert-Bus

Die Send/Return-Buchsen im Stereoklinkenformat sind ein wenig spezieller. Hier kann mit zwei Insert-Kabeln (Stereoklinke auf der einen Seite, zwei Monoklinken auf der anderen) ein Effekt eingeschleift werden, also ein Kompressor oder auch ein Delay mit Mix-Regel-Funktion. Weil der Send/Return im Testgerät noch nicht gepatcht war, lag zum Betrieb ohne externe Geräte ein blaues Stereo-Patchkabel bei: Der Mastersignalweg war schlicht unterbrochen. Mittlerweile sind die aktuellen Modelle intern gepatcht. Möchte man ein externes Effektgerät einschleifen, wird der interne Patch durch Stecken des Kabels unterbrochen.

Power

Den An- und Ausschalter sucht man am Mixer selbst vergebens, er ist auf dem großformatigen Netzteil angebracht. Das ist nicht unbedingt praxisnah, wenn der Mixer fest installiert wird, da das sehr großformatige Netzteil nicht irgendwo unter dem Tisch oder hinter dem Rack verschwinden kann. Man braucht es zum Einschalten des Mixers oder muss sich eine andere Lösung ausdenken, wie z. B. eine schaltbare Stromleiste. Der große Vorteil ist jedoch, dass das Netzteil nicht ständig unter Strom steht, wenn der Mixer nicht genutzt wird.

Und das ist gut so, denn das Darth-Netzteil ist hungrig, es ist linear und zweistufig aufgebaut, mit Dual-Power-Rails von +/-24 V. Diese hohe Stromspannung bietet viel Headroom und senkt das Rauschen des Mischers. Durch die beiden getrennten Stufen hat das Netzteil einen Soft-Start, es erzeugt keinen lauten Knacks beim Ein- und Ausschalten und das ist auch beim Schalten über eine Stromleiste so. Zusätzlich werden dadurch die internen Komponenten und Schaltkreise geschont, um ein langes Leben zu gewährleisten.

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