Software
Test
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24.08.2018

Praxis

Puuuhh, so nun endlich mal zur Praxis. Vorab: Ich nutze Avenue selber auf meinem aktuellen Windows-Laptop mit den entsprechenden Systemempfehlungen und habe die Spaßgrenze noch nicht erreicht. Also habe ich für den Test meinen Audiorechner, ein älteres MacBook Pro Anfang 2013 mit einem i7 Prozessor, 8 GB RAM und einer NVIDIA 650M 1GB-Grafikkarte und SSD-Platte, präpariert.

Jetzt kann man sich fragen: "Warum macht er denn so etwas?" Weil ich die These aufgestellt habe, dass der Unterschied zwischen Mindestanforderung und Empfehlung zu Spaßverlust führen kann. Also zunächst die drei Ebenen mit einigen Clips aus dem Browser-Fenster gefüttert und die ersten Clips gestartet. Nach einigen Minuten in ruhiger Testumgebung fängt der Prozessorlüfter deutlich an zu arbeiten, was wohl an der verhältnismäßig kleinen Grafikkarte liegt. Dennoch ergeben sich keine Performance-Unterschiede. Auch nach dem Hinzufügen einiger Effekte auf die einzelnen Clips ist kein Ruckeln oder Haken bei dem Outputvideo festzustellen. Ich versuche, das System mit der Record-Funktion noch weiter zu strapazieren, aber das System bleibt weiterhin performant.

Die Record-Funktion finde ich persönlich sehr nützlich, da alle Kompositionen im DXV-Codec aufgenommen werden. Der DXV-Codec ermöglicht einem noch mehr Layer mit einer höheren Auflösung abzuspielen. In meinem Fall hilft es den Rechner weiter zu entlasten. Der Unterschied zu den bereits verwendeten MOV-Dateien im h.264-Codec macht sich bei gleicher Anzahl an Clips bemerkbar, und der Rechner wird deutlich ruhiger. Apropos Auflösung: Was mir sehr gut gefällt, ist, dass egal welche Auflösung für die Clips verwendet wird, es in der unteren Spalte für Composition und Layer unter Layer die Funktion "Auto Size" gibt. "Auto Size" ist gerade entscheidend bei Clips mit unterschiedlicher Auflösung. Die drei Optionen Fill, Fit und Stretch beziehen sich auf die Ausgabeauflösung und sind selbsterklärend nützlich.

Composition und Layer

Erforscht man den Bereich Composition und Layer etwas näher, springen einem die Punkte Dashboard und Autopilot ins Auge. Das Dashboard ist eine coole Verlinkung. Fährt man zum Beispiel neben der Bezeichnung Opacity mit der Maus darüber, erscheint ein Pfeil, der beim Anklicken ein Dropdown-Menü öffnet. Darunter gibt es die Menüpunkte Basic, Timeline, BPM Sync, Dashboard, External FFT und Composition FFT. Wenn man Dashboard wählt, wird der erste Link im Dashboard in Opacity umbenannt. Klingt erstmal nicht so spektakulär, aber man kann den 8 Links nicht nur einen Wert zuordnen, sondern x-beliebig viele Werte, wodurch sich ganz neue Effekte mit einem Regler ergeben. Das Dashboard findet man auch nochmal separat für jeden Clip. Da sind der Kreativität dann wirklich keine Grenzen mehr gesetzt. Der Punkt BPM Sync ist eindeutig. Aber was ist der External und Composition FFT? Mit dem FFT kann ein Audiosignal, entweder das des Clips oder ein extern anliegendes Signal, zur Effektsteuerung genutzt werden. Damit sind blitzschnell audiogenerative Effekte erstellt. Der Autopilot fliegt durch die Clips eines Layers entweder von Anfang bis Ende, umgekehrt oder halt Random.

Clips

Im Vergleich zum Composition- und Layer-Bereich springen einem noch zwei neue Optionen ins Auge: Transport und Cue Point. Transport lässt sich entweder an der Timeline des Clips orientieren oder aber mit BPM Sync steuern. Sofern man Transport auf BPM Sync stellt, erscheint der "BeatLooper" und auch der tut, was der Name verspricht: Er loopt einen Teil des Clips passend zum eingestellten Tempo. Die Funktion "Cue Points" ist schnell erklärt: Bis zu sechs Cue-Punkte können im Clip definiert werden, auf deren Position man per Tastendruck springen kann.

Effects

Die Effekte sind aufgeteilt in Video- und Audioeffekte. Die Videoeffekte lassen sich flexibel aus dem Browser-Bereich auf die Composition, Layer und Clips ziehen. Sie bieten alles, was man an visuellen Effekten kennt. Die Grenze sind der eigene Anspruch und die Rechnerleistung bzw. die der Grafikkarte. Die sogenannten FFGL-Effekte erlauben nicht nur das Programmieren eigener Effekte, also für den, der es kann, sondern es lassen sich auch im Internet einige neue brauchbare finden. Die Audioeffekte sind im VST-Standard integriert und lassen sich, wie soll es anders sein, auf Clips mit Audiospur anwenden.

MIDI

Das MIDI-Mapping ist unkompliziert, da ist es schon schwieriger, den richtigen Controller zum eigenen Workflow zu finden.

Arena

Wer die Features von Arena wie Blend Projection, Steuerung über das DMX-Pult, SMPTE und Sync Color für DMX-Geräte benötigt, kommt nicht darum herum sich Arena zu holen. Für ein reines Mapping bietet Avenue bereits die Software-Schnittstellen Syphon bzw. Spout an, mit der sich das Mapping mit einer günstigeren Software realisieren lässt.

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