Hersteller_Reloop
Test
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21.08.2014

Praxis

Die Verarbeitung des Kopfhörers und die Qualität der verwendeten Materialien wissen zu gefallen. Zwar dominiert auf der Außenseite vornehmlich Kunststoff als „Material der Wahl“, doch verleiht die innere Aluminiumkonstruktion unserem Testkandidaten eine beispielhaft hohe Stabilität. Auch die beweglichen Teile, beispielsweise die Drehgelenke oder die Höhenverstellung, erscheinen mir hochwertig und strapazierfähig, sodass der geneigte Käufer wahrscheinlich lange Freude an seinem RHP-30 haben dürfte, wozu auch die robusten Kabel ihren Teil beitragen. Die Tatsache, dass sich der Proband zusammenklappen lässt, macht ihn obendrein zu einem attraktiven Begleiter für den „DJ auf Reisen“. Der im Lieferumfang enthaltene Transportbeutel bewahrt seinen Inhalt zwar unterwegs vor Staub und Schmutz, doch einen wirklich effektiven Schutz vor Beschädigungen dürfte nur ein robusteres Case gewährleisten, dass leider nicht im Lieferumfang enthalten ist, obwohl man dies bei einem DJ-Kopfhörer, der an der 200-Euro-Marke kratzt, eigentlich erwarten könnte.

Tragekomfort

Obwohl die Höhenverstellung beim RHP-30 nur neun Stufen anbietet (Vergleich Sennheiser HD8, 15 Stufen), lässt er sich problemlos an jede Kopfgröße anpassen. Die Polsterung des massiven Bügels macht dabei einen guten Job und sorgt dafür, dass der Hörer nicht unangenehm auf die Schädeldecke drückt. Reloops weiche Memory-Foam-Polster umschließen meine Ohren komplett und sorgen für ein sehr angenehmes Tragegefühl. Und obwohl der Bügel keinen übermäßigen Druck auf die Lauscher ausübt, sitzt der Nahbeschaller sehr sicher auf dem Kopf und lässt sich auch durch impulsivere Bewegungen nicht so schnell abschütteln. Diese Eigenschaft ist besonders für den Discjockey wichtig.

Bedauerlicherweise jedoch entpuppt sich die starre Bauweise im DJ-Alltag als Nachteil, da sich die beiden Ohrmuscheln nicht horizontal drehen lassen. Für die beliebte „Ein-Ohr-frei-Abhöre“ ist der RHP-30 ergo nur bedingt geeignet. Positiv zu werten ist hingegen, dass der Bügel die Ohrmuscheln beim Absetzten des Kopfhörers nicht komplett zusammendrückt, sondern mehrere Zentimeter Raum lässt. Daraus resultierend hängt unser Testkandidat, anders als viele andere Headphones auf dem Markt, beim Absetzen locker um den Hals und fühlt sich nicht an, wie ein viel zu enger Hemdkragen. Sicher, das relativ hohe Gewicht von 355 Gramm macht sich bei längerem Gebrauch auf dem Schädel etwas bemerkbar, doch für den DJ-Einsatz ist dies in meinen Augen nicht wirklich relevant, da der durchschnittliche Plattenreiter seinen Kopfhörer erfahrungsgemäß zwischendurch immer wieder mal absetzt. Bei stundenlangen Nonstop-Sessions im Studio verhält sich dies natürlich anders. In der Summe möchte ich dem RHP-30 dennoch einen hohen Tragekomfort bescheinigen.

Remote-Einheit

Die Fernbedienungseinheit des Mobilgerätekabels teste ich mit meinem iPhone 4 und komme zu dem Schluss, dass ich mit der Drucktaste die Musikwiedergabe komfortabel steuern und Gespräche problemlos annehmen oder wieder auflegen kann. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist dank des hochwertigen integrierten Mikrofons überdurchschnittlich gut. Schade nur, dass die Fernbedienung keinen Wippschalter zur Verfügung stellt, um die Lautstärke des Smartphones zu kontrollieren.

Klang

Kommen wir nun aber zum wichtigsten Aspekt dieses Testberichts, nämlich der Bewertung der Klangeigenschaften. Ich beginne mit der Abschirmung vor äußeren Schallereignissen. Ein Kriterium, das gerade für DJs sehr wichtig ist. Nicht zuletzt die dicht aufliegenden, weichen Ohrpolster und die geschlossene Rückwand sorgen dafür, dass die Ohren gut vor Umgebungsgeräuschen geschützt sind. In diesem Punkt habe ich nichts zu meckern. Die 40-Millimeter-Treiber produzieren auch bei geringeren Signalstärken einen erfreulich hohen Schalldruck, andererseits steckt der Kopfhörer selbst höhere Pegel ohne wahrnehmbare Verzerrungen weg. Prima. Der maximale Schalldruck liegt dabei in einem Bereich, der ohnehin jedes gesunde Gehör „zerschießen“ würde. In dieser Disziplin spielt der Kandidat für mich definitiv in der Oberliga. Klanglich präsentiert der RHP-30 einen sehr druckvollen und vor allen Dingen satten Gesamtsound. Die Bässe sind sehr kraftvoll und reproduzieren auch den Sub-Bereiche kompetent. Warm und durchsetzungsstark zeigen sich zudem die Mitten, während die hohen Frequenzbereiche zwar sehr transparent rüberkommen, aber im Gesamtbild ein wenig präsenter sein dürften. Im Schulnotensystem bekäme der RHP-30 von mir eine „2“ für seinen Sound.

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