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V-Moda M-200 Test

V-Moda ist ein ursprünglich italienischer Hersteller von Kopfhörern. Die Firma V-Moda wurde 2004 gegründet und nach einigen Kooperationen mit dem japanischen Instrumentenhersteller Roland von diesem im Jahre 2019 übernommen.

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Die Kopfhörer des Herstellers erkennt man sofort an den charakteristischen sechseckigen Ohrmuscheln, doch der neue V-Moda M-200 möchte nicht nur optisch, sondern auch klanglich aus der Masse hervorstechen und wird als Referenzkopfhörer mit transparenter Klarheit beworben. Hält der V-Moda M-200, was er verspricht?

Details & Praxis

Merkmale und Besonderheiten

Der V-Moda M-200 ist ein dynamischer Studiokopfhörer in geschlossener Bauweise mit ohrumschließenden Ohrmuscheln und 50 mm großen Wandlern. Eine erste Besonderheit liegt in der wahlweisen Verwendbarkeit beider Ohrmuscheln zum Anschließen des Kabels. Bei meinem Testmodell verbirgt sich die Buchse der rechten Ohrmuschel unter einer verriegelbaren Plastikabdeckung (eine Ersatzabdeckung befindet sich im Lieferumfang). Diese Flexibilität ist je nach Anwendung durchaus praktisch und begrüßenswert – praktisch ist ebenfalls der Klappmechanismus des Gehäuses, der die Aufbewahrung und den Transport in dem überraschend kompakten „Exoskelett-Case“ ermöglicht. Die Verarbeitung, Haptik und Materialanmutung entspricht in etwa dem selbstbewussten Preis (UVP 370,- Euro) des M-200, dessen weiterer Clou die magnetisch befestigten, abnehmbaren Ohrpolster sind. Zur Polsterung verwendet der sehr komfortabel sitzende V-Moda-Kopfhörer PU-Leder und Memory Foam. Etwas überraschend für einen (seitens des Herstellers eindeutig als solchen deklarierten) Studiokopfhörer sind die beiden kurzen Kabel (1,2/1,32 m) im Lieferumfang, die nun überhaupt nicht dem Einsatzzweck entsprechen. Die Dämmeigenschaften des V-Moda M-200 sind zwar sehr gut, doch leider trübt die Körperschallübertragung durch das Kabel den Spaß etwas. 

Fotostrecke: 4 Bilder Der M-200 besitzt ein faltbares Gehäuse.
Fotostrecke

Klang

Von dem Hi-Res Audio-Zertifikat der Japan Audio Society (JAS) und dem nach oben hin imposanten Übertragungsbereich bis 40 kHz kommt an meinen Ohren nicht so viel an. Der V-Moda M-200 klingt überraschend bedeckt für einen „Referenzkopfhörer“, sodass Unstimmigkeiten in den hohen Frequenzen kaum beurteilbar sind. Diese Art der Frequenzwiedergabe beeinflusst auch die grundsätzliche Wahrnehmung der Auflösung und Impulstreue des Kopfhörers, da Transienten nicht natürlich dargestellt sind und Bearbeitungen und Beurteilungen der Dynamik erschweren. Bei einem Referenzkopfhörer, der für den Studioeinsatz vermarktet wird, sollte dies eigentlich nicht der Fall sein, sondern eher das Gegenteil.
Ähnlich beurteile ich die räumliche Auflösung des V-Moda Kopfhörers. Hier wirkt die Stereomitte des M-200 sehr dominant, was in einer Wechselwirkung mit den beschriebenen Wiedergabeeigenschaften wenig Räumlichkeit seitens der Bühne und Tiefenstaffelung bietet. Im Vergleich zu meinen Studiokopfhörern der Hersteller AKG, Audio-Technica, Adam Audio, Ultrasone und selbst Superlux erscheint die Wiedergabe eher „Lo-Res“ und verschleiernd als Hi-Res. Ich würde hier gerne etwas Positiveres schreiben, aber die beworbenen Produkteigenschaften und die tatsächliche Wiedergabe liegen beim V-Moda M-200 meilenweit auseinander. Der Vollständigkeit halber möchte ich nicht unterschlagen, dass mir die Wiedergabe des unteren Frequenzbereichs eigentlich ganz gut gefällt.

Fotostrecke: 9 Bilder Die geschlossenen Ohrmuscheln des M-200 bieten eine gute Dämmung.
Fotostrecke

Fazit

Als Mobilkopfhörer und zu einem deutlich niedrigeren Preis würde der V-Moda M-200 in diesem Test besser abschneiden, aber die Wiedergabeeigenschaften des V-Moda M-200 entsprechen überhaupt nicht dem deklarierten Einsatzzweck („kristallklarer neutraler Sound“, „subtile Nuancen“, „für Musiker und Produzenten“) unter dem der selbstbewusst bepreiste Kopfhörer beworben wird. Dank einer guten Dämmung und einem hohen Tragekomfort könnte man den M-200 wenigstens zum Monitoring einsetzen, doch hierfür sind die im Lieferumfang enthaltenen Kabel des ansonsten gut ausgestatteten Kopfhörers viel zu kurz. Aus diesen Gründen wird es für den V-Moda Kopfhörer vermutlich schwierig, sich im Studio zu etablieren.

Unser Fazit:
Sternbewertung 2,5 / 5
Pro
  • Kabel beidseitig anschließbar
  • hervorragender Sitz und Tragekomfort
  • robuste Konstruktion mit Faltmechanismus
  • gute Dämmeigenschaften
Contra
  • Wiedergabeeigenschaften für Klangbeurteilungen ungeeignet
  • zu kurze Kabel für Studioanwendungen und Monitoring
  • Kabel überträgt Körperschall
  • teuer
Artikelbild
V-Moda M-200 Test
Für 319,00€ bei
V_Moda_M_200_B10_Schlussbild
Features & Spezifikationen
  • Studiokopfhörer
  • geschlossene Bauweise
  • dynamische 50mm-Wandler
  • ohrumschließend
  • Transportbox
  • faltbares Gehäuse
  • 2 auswechselbare Kabel (1 Kabel mit Telefoniefunktion) im Lieferumfang (1,2/1,32 m)
  • 3,5 mm Klinkenstecker mit vergoldetem Steckadapter auf 6,35 mm
  • Kabelführung wahlweise links oder rechts
  • weitere Kabeloptionen Design-Individualisierungen als Zubehör erhältlich
  • abnehmbare magnetische Ohrpolster (PU-Leder)
  • maximale Eingangsleistung 1000 mW
  • Empfindlichkeit 101,5 dB (1 kHz/1 mW)
  • Gewicht 290 g (ohne Kabel)
  • Impedanz 30 Ohm
  • Übertragungsbereich 5 – 40000 Hz
  • 2 Jahre Garantie
  • 60-tägiges Rückgaberecht
  • Preis: € 349,– (Straßenpreis am 15. Juni 2020)
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von Peter Könemann

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