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Test
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27.09.2014

Randall NB King100 Test

E-Gitarren Topteil

Topteil Extreme

Das Randall NB King100 Topteil im bonedo-Test - Um jeglichen Spekulationen vorzubeugen: Das Kürzel NB in Randalls Topteil-Kreation NB King100 entstammt den Initialen von Nuno Bettencourt, dem Gitarristen der US-Band Extreme, dem der amerikanische Hersteller sogar eine komplette kleine Signature-Serie widmet. Don Randall, der 1970 mit „Randall Amplifiers“ sein eigenes Unternehmen gründete, hatte zusammen mit Leo Fender die Anfangsjahre des Weltunternehmens Fender bestritten, wurde 1953 dessen Präsident und blieb in der Führung bis zur Gründung seiner eigenen Marke. 

Mit dieser großen Erfahrung im Rücken verschaffte sich Randall über die Jahre einen respektablen Namen innerhalb der Branche und wurde mit seiner Marke für viele Jünger vor allem der etwas härteren Gangart zum Haus- und Hoflieferanten. Auch unser Testkandidat fügt sich nahtlos ein in die Reihe von Signature-Amps namhafter Saitenakrobaten. In unserem Fall handelt es sich um keinen Geringeren als Nuno Bettencourt und wir sind gespannt, ob sich der NB King100 zu Recht mit den Initialen des Meisters schmücken darf.

Details

Konzept und Aufbau

Der NB King100 ist reinrassiges Röhrentopteil mit einer Endstufenleistung von 100 Watt. Optisch hat man sich an Designs der Sechziger orientiert, während das Innenleben auf dem neuesten Stand der Technik ist. Irgendwie erinnert mich das Frontpaneel an eine Mischung aus alten Echolette-Verstärkern und dem Binson-Scheibenecho aus den 60er Jahren. Die Vorderseite ist zweigeteilt. Während die linke Hälfte mit dem identischen Boxenbespannstoff und Logo wie die im gleichen Design erhältliche 4 x 12 Box versehen ist, präsentiert sich die rechte Hälfte mit ihrer rustikalen Metallfront und den fleischigen Potiknöpfen sehr vintageorientiert. Sogar ein VU-Meter, wie ich es eher mit einem Studiokompressor wie dem UREI 1176 in Verbindung bringe, findet sich hier. So etwas habe ich bei Gitarrenverstärkern jedenfalls noch nicht gesehen, aber das Auge hört ja bekanntlich mit. Die weitere Bezeichnung „King“ soll nicht etwa auf den König der Gitarrenverstärker hinweisen. Peter King ist der begabte Verstärkerfriseur des erlauchten Saitenvirtuosen und hat seine Ideen und Modifikationen in die Konstruktion des NB King100 einfließen lassen. 

Die Bedienelemente

Schaut man sich das Bedienpaneel an, fällt zuerst der große Masterregler ins Auge. Er ist für die Gesamtlautstärke des Verstärkers zuständig und befindet sich in direkter Nachbarschaft zum erwähnten VU-Meter. Letzteres zeigt den Ausgangspegel an und reagiert auf die Dynamik des Sounds. In gleicher Höhe liegen die bei Röhrenverstärkern obligatorischen Standby- und Power-Schalter. Randall selbst bezeichnet den NB King100 in seiner Beschreibung als „klassischen zweikanaligen Amp mit drei Betriebsmodi“, spricht aber ansonsten von drei Kanälen. Jedenfalls warten Overdrive- und Clean-Kanal mit Level- und Drive-Regler auf, die für Lautstärke und Gain zuständig sind, und bieten außerdem jeweils eine klassische Dreiband-Klangregelung, bestehend aus Treble, Mids und Bass. Der Solo-„Kanal“, den man wohl eher als Boost-Modus des Overdrive-Kanals bezeichnen könnte, verfügt lediglich über die beiden Potis zum Justieren von Drive und Level, nutzt ansonsten aber die Parameter des Overdrive-Kanals mit. Rechts unten liegt die Eingangsbuchse und ein Taster für die Kanalwahl. 

Die Rückseite

Hinten geht es optisch weitaus nüchterner zur Sache, aber um auch professionellen Ansprüchen zu genügen, bietet der NB King100 jede Menge Features für’s Geld. Neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse, der Sicherung und den Lautsprecheranschlüssen mit Impedanz-Wahlschalter für 4, 8 und 16 Ohm Gitarrenboxen warten mit MIDI in und -thru zwei Buchsen auf, mit denen sich nicht jeder Amp schmücken darf. Der Servicetechniker findet außerdem zwei Trimmpotis zum Einstellen des Bias der Endstufenröhren, von denen man ohne das nötige Wissen und das passende Messgerät eher die Finger lassen sollte. Und last, but not least verfügt unser Kandidat über einen Einschleifweg, der hier als serielle Variante vorliegt. Ehrlich gesagt bin ich ein Vertreter paralleler Loops, weil dort die Dynamik des Verstärkers vollständig erhalten bleibt. Effekte werden nur beigemischt und das Ampsignal wird nicht, wie beim NB King100, durch alle eingeschleiften Effektgeräte geschleust. Deshalb ist hier wirklich qualitativ hochwertiges Equipment vonnöten. Folglich haben Geräte aus den Anfängen der digitalen Revolution hier nichts zu suchen, sondern ausschließlich erstklassiges, modernes Equipment mit einem großen Dynamikumfang, wie es zum Beispiel von Firmen wie Eventide, TC, Boss, Strymon oder Lexicon angeboten wird. Das Umschalten zwischen den drei Kanälen geschieht von Hand per Ch. Select Taster, der sich unmittelbar neben dem Gitarreneingang befindet, oder mit dem zum Lieferumfang gehörenden Midi-Fußschalter samt 7-Pin-Kabel. Soll der Verstärker in ein größeres Setup eingebunden werden, können dafür ebenfalls die Midi-Buchse in Anspruch genommen und so auch zum Beispiel Midi-kompatible Effektgeräte geschaltet werden.

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