Workshop_Folge
Workshop
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30.01.2015

Produce-alike #26 - Calvin Harris feat. Ellie Goulding

Der Hit "Outside" zum Nachproduzieren

In dieser Folge unseres Produce-alike Workshops nehmen wir uns den Hit "Outside" von Calvin Harris feat. Ellie Goulding vor und versuchen den Song nachzubauen. Einen Hit von Ellie Goulding hatten wir schon einmal unter dem Skalpell, hier geht's zum Produce-alike zu ihrem Song "Burn". Nun war die Engländerin zu Gast im Studio des schottischen Erfolgsproduzenten Calvin Harris, der zuvor bereits mit KünstlerInnen wie Rihanna, John Newman oder Ne-Yo die Charts gestürmt hatte.

"Outside" ist ein schönes Beispiel dafür, wie man einen kompletten Charthit mit einer viertaktigen Hookline bestreiten kann. Ein "Four Chord Song" im engeren Sinne wie im berühmten Video von "Axis of Awesome" ist "Outside" zwar nicht, aber die vier Akkorde mitsamt der kurzen Melodie ziehen sich durch den gesamten Track, vom ersten bis zum letzten Takt. Auch die Gesangshookline greift Teile davon auf. Das Prinzip ist so simpel wie effektiv: Wenn dir ein paar ohrwurmtaugliche Töne eingefallen sind, hau sie den Hörern einfach dreieinhalb Minuten lang so oft um die Ohren, bis sie sie garantiert noch nachts im Traum summen. So wird es in der Popmusik seit Jahrzehnten praktiziert und in Songs wie "Outside" wird besonders deutlich, wie das funktioniert.

Intro und erste Strophe

"Outside" beginnt etwas untypisch für einen Dance-Hit, nämlich mit drei Gitarren. Zu Workshopzwecken habe ich sie mit Gitarrensounds aus Native Instruments Komplete 9 nachgebaut. Die erste davon spielt gebrochene Akkorde mit einem abgedämpften (Mute-) Sound und präsentiert die Akkordfolge, die wir für heute nicht mehr verlassen werden. Ich habe dem Sound mit einem EQ die Bässe weggenommen und mit einem Kompressor den Attack zurecht gestutzt. Außerdem bekommt die Gitarre einen recht großen Hall. Hier hört ihr die Gitarre ohne und mit Effekten.

Die zweite Gitarre spielt langgezogene, hohe Töne mit einem verzerrten Sound. Auch sie bekommt eine ordentliche Dosis vom großen Hall:

Die dritte Gitarre übernimmt im Intro und in der ersten Strophe die Aufgabe, uns an die immer gleich bleibende Melodie zu gewöhnen. Sie tut das noch recht dezent, ebenfalls mit einem abgedämpften Sound. Ein Bitcrusher sorgt für ein bisschen künstliches Klirren. Diese Gitarre bekommt auch den großen Hall und zusätzlich zwei Delays: ein ganz kurzes Slapback-Echo und ein Viertelnoten-Delay.

Hier hört ihr die drei Gitarren zusammen:

Nach vier Takten fängt Ellie Goulding an zu singen und die Gitarren spielen weiter. Hinzu kommt neben dem Gesang zunächst nur eine ganz leise Hi Hat:

Das geht eine Weile so weiter, bis ein leiser, gefilterter Drumgroove einsetzt und für eine leichte Steigerung zum Chorus hin sorgt. Ich habe dafür ein Stück des Grooves später im Song gebounct, durch das Bandpassfilter meiner Novation Bass Station II geschickt und wieder aufgenommen. Der Groove wird per Automation langsam eingeblendet.

Hier hört ihr nun die komplette erste Strophe:

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