Workshop_Folge
Workshop
2
26.06.2012

REFRAIN

„Primadonna“ hat kein Intro und beginnt gleich mit dem Refrain, was in der heutigen Radiolandschaft nur von Vorteil sein kann. Allerdings baut sich der Song trotzdem etwas auf, weil der Refrain mal wieder ohne Drumgroove auskommt.

Wir beginnen mit einer Fläche, die so klingt, als käme sie direkt aus einem Kinderzimmer-Keyboard aus den frühen Neunzigern. Gesagt, getan. Ich hatte irgendwo noch ein Yamaha-Teil aus jener Zeit herum liegen, und bis auf die Drumpads (musste man damals haben!!!) geht es tatsächlich noch. Eingeschaltet, Sound 0.0 (von Yamaha optimistisch „Synth Brass“ genannt) passt! 

Der Sound hat zwar jede Menge Trash-Charme, ist aber noch etwas zu zahm. Nach einigen erfolglosen Versuchen mit der „Digital Synthesizer“-Sektion des Yamaha habe ich mich dazu entschlossen, einfach noch einen zweiten Klang drauf zu packen – diesmal ein etwas hellerer, sehr digital wirkender Rechteckwellen-Sound.

Damit haben wir den Plastikcharakter schon ganz gut im Kasten. Der Refrain von „Primadonna“ ist aber auch ein bisschen gemütlich-süß. Deshalb kommt noch eine weitere Fläche hinzu, die für die Wärme und diese angenehm süße Wohligkeit sorgt. Dieser Sound kommt aus dem Native Instruments Pro-53.

Jetzt kommt noch ein E-Bass hinzu, der zunächst nur wenig spielt. Ich habe den Scarbee Precision Bass aus Native Instruments Komplete verwendet, weil dieser so schön das „Hochrutschen“ auf die zweite Note simulieren kann.

Für Bewegung sorgt eine gedoppelte Akustikgitarre, die Akkorde in Achtelnoten schrummelt und im Verlauf des Refrains langsam lauter wird. Sie ist mit einem EQ von den meisten tiefen Frequenzen befreit worden, denn dort tummeln sich ja schon die Flächen. Außerdem habe ich sie recht stark komprimiert, um sie relativ leise machen zu können. 

Was wäre Bubblegum-Pop ohne Glöckchen! Wann immer sie auftauchen, erstrahlt ein Arrangement in kindlicher Leichtigkeit – man muss sie dafür noch nicht einmal richtig wahrnehmen. In diesem Fall brauchen wir einen recht gedeckten Glöckchensound. Ich habe den Reaktor-Synth „Prism“ verwendet, der Bestandteil von NI Komplete 8 ist. Den riesigen Hall des Presets habe ich stark zurückgenommen und stattdessen ein leichtes Delay verwendet. Außerdem sind auch die Glöckchen etwas komprimiert, weil das Prism-Preset auch bei gleicher Velocity recht starke Dynamikunterschiede verursachte. Die Glöckchen werden im Verlauf des Refrains langsam leiser und verhalten sich damit gegenläufig zur Gitarre.

Im Übergang zur Strophe setzen alle Refraininstrumente für einen halben Takt aus, damit Marina mit ihrem Auftakt „Primadonna...“ gefeatured werden kann.

Hören wir uns den Refrain schon einmal an, bevor wir in der Strophe richtig loslegen:

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