2012_Jahresrueckblick Workshop_Folge
Workshop
2
25.10.2011

REFRAIN

Im Refrain setzt der Beat aus. Das ist bei vielen der aktuellen Dance-Hits zu beobachten und hat seinen Ursprung in den Breakdown-Parts, die in so gut wie jedem Club-Track zu finden sind. Durch das Weglassen der Kickdrum entsteht eine Spannung, die sich dann umso extatischer entlädt, wenn die Drums wieder einsetzen.

Der Refrain wird von einem Hollywood-tauglichen Effekt eingeleitet, den ihr im letzten Soundbeispiel schon gehört habt. Wer Sounddesigner-Ambitionen hat, kann sich so etwas aus diversen Rauschgeneratoren, Filtern, Trommeln und Halleffekten selber bauen. Für Faulenzer wie mich gibt es eine reiche Auswahl an Sample-Libraries, die entsprechende Sounds bereithalten (u.a. Stromdrum, Stylus RMX, Omnisphere, etc.). Wetten, dass David Guetta auch nichts anderes benutzt?

Der erste Teil des Effekts, der für die Steigerung hin zum Refrain sorgt, wird durch einen rabiaten Pump-Kompressor zum Grooven gebracht. Wie man so etwas macht, haben wir ja in dieser Serie schon einige Male gesehen. Ich speise den Sidechain-Eingang des Kompressors gern mit einer „stillen“ Kickdrum, die im Mix gar nicht zu hören ist. Dadurch kann der Effekt – falls gewünscht – auch weiterlaufen, wenn die hörbare Kick aussetzt.

Der zurückhaltende Flächensound aus der Strophe bekommt im Refrain Unterstützung von einer strahlenden Fläche, die ebenfalls aus dem Access Virus TI kommt. Im Verlauf des Refrains wird das Filter per Automation langsam etwas aufgedreht.

Für die rhythmische Komponente sorgen im Refrain die verschiedenen Synths. Der schon aus der Strophe bekannte Vanguard-Sound und der Pluck-Sound aus dem Virus wechseln beide zu einer Achtel-Akkord-Figur:

Dazu kommt noch ein weiterer Akkord-Synth, der noch etwas mehr Höhen hat und im Verlauf des Refrains zu Steigerungszwecken langsam eingeblendet wird. Dafür habe ich den Native Instruments Pro-53 benutzt.

Für die ultimative Steigerung sorgt in der zweiten Hälte des Refrains eine brachiale Snare. Sie hämmert zunächst Viertelnoten, um sich dann in einem Trommelwirbel zu entladen, der in dieser Weise schon seit Jahrzehnten zum Dance-Standardrepertoire gehört. Das Sample einer Roland-TR-909-Snare bekommt von einem EQ noch etwas Druck am unteren Ende des Spektrums verpasst. Danach wird die Snare stark komprimiert und durchläuft noch einen Bitcrusher-Effekt. Im Soundbeispiel hört ihr die Snare zunächst unbearbeitet und dann am Ende der Effektkette:

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