Hersteller_Novation
Test
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22.11.2009

Details

Gemeinsam von Ableton und Novation entwickelt, soll das Launchpad die zukünftige Schnittstelle Mensch/Maschine von Ableton Live 8 sein. In Form einer hintergrundbeleuchteten Multi-Color-LED Matrix aus 8 x 8 Gummipads mit 16 weiteren Zusatzschaltern kommt das Launchpad mit seinen Abmessungen von 240mm x 240mm x 20mm und einem Gewicht von runden 700 Gramm recht kompakt daher. Trotz Kunststoffgehäuse zeigt sich der Controller sehr robust und wertig verarbeitet.

 

Er kommuniziert bidirektional, das heißt, er sendet nicht nur Steuerdaten zum Instrument (z.B. Live), sondern kann auch dessen Parameterwerte durch verschiedene Farbcodes über die Matrix visualisieren. Das ist natürlich nur möglich, wenn das Instrument auch MIDI-Noten senden kann. So weit die Theorie. Dem Programmierfreak sei schnell erklärt, dass die Pads auf Notenbefehle reagieren und ihre Farbinformation aus dem Velocitywert beziehen. In Anbetracht des bald erscheinenden Max for Live Features wird einigen bestimmt jetzt schon warm ums Herz.

„Normale“ Ableton Live Nutzer brauchen sich darüber fürs Erste aber keine Gedanken zu machen, denn das Launchpad wurde der Version 8.0.8 geradezu auf den Leib geschneidert und funktioniert deshalb auch ohne graues MIDI-Hintergrundwissen. Freundlicherweise gibt’s beim Kauf gleich eine Ableton Live 8 Launchpad-Edition mit Samplefutter per DVD gratis dazu. Diese Version ist gegenüber der Vollversion in einigen Funktionen eingeschränkt. Keine Überraschung, denn die Vollversion von Live 8 kostet immerhin rund 450 unverbindliche Euros und ist damit mehr als doppelt so teuer wie das Launchpad.

 

Für die Steuerung von Ableton ist ein ausgeklügeltes System von Mehrfachbelegungen der Matrix verantwortlich: So gibt es zum Beispiel einen speziellen Session Modus der - wie bei der Akai APC40 - Clips und Szenen starten kann. Deshalb taucht in der Session View von Live auch wieder das rote Quadrat auf. Deutlich sichtbar schmiegt es sich um die Clips, die aktuell ausgewählt sind und so über das Launchpad getriggert werden können.

Des Weiteren stehen verschiedene Pages für die Mixersteuerung zur Verfügung, sowie zwei spezielle User Pages, die beliebige MIDI-Befehle senden können. Per Default lässt sich so zum Beispiel das Ableton Drumrack mit 72 Samples gleichzeitig spielen, oder auch jeder andere Synth. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Gummipads ohne Anschlagsdynamik keine ernsthafte Alternative zu einer Klaviatur oder einem MPC-Pad darstellen.

Hauptsächlich wird man das Launchpad also zum Triggern von Audio- oder MIDI-Clips in der Session View benutzen. Dennoch muss man nicht auf Parametersteuerung verzichten und die Lösung ist denkbar einfach: Acht Spalten der Matrix werden acht zu steuernden Zielen zugeordnet. Jedes aktive (= leuchtende) Pad einer Spalte erhöht dabei den an das Parameterziel gesendeten Wert. Da es nur acht Pads in vertikaler Richtung gibt, heißt das im Klartext: Quantisierung auf nur acht Werte.

Prinzipbedingt mangelt es diesem Konzept natürlich an Präzision. Für viele Anwendungen aus dem „Live“-Kontext heraus reicht die gebotene Auflösung. Die Idee, komplexe, filigrane Automation damit einzeichnen zu wollen, sollte man sich aber aus dem Kopf schlagen! Wer dennoch nicht auf Fader und Drehregler verzichten kann, dem sei verraten, dass Novations Nocturn zufällig das gleiche Breitenmaß wie das Launchpad besitzt …

 

Zur sinnvollen Verwendung mehrerer Controller aus dem Hause Novation ist die hauseigene Verwaltungssoftware Automap 3.3 oder die kostenpflichtige Version Automap Pro angedacht. Der Editor bietet neben einfachen Möglichkeiten zum Patch-Bau auch den Zugang zur sogenannten Automap-Technologie, die eine spontane Zuweisung von Parameterzielen innerhalb der DAW ermöglicht.

 

Bei einer ausschließlichen Verwendung mit Ableton Live ist Automap keine Pflicht. Da in Live bis zu 6 Bedienoberflächen ausgewählt werden können, lassen sich so auch bis zu sechs Launchpads kaskadieren. Überprüfen konnte ich das allerdings nicht.

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