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Test
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09.02.2021

Novation Circuit Tracks Test

Hardware Groovebox

Darf es etwas mehr sein?

Novation hat das Circuit-Konzept weiterentwickelt und schickt mit Circuit Tracks und Circuit Rhythm gleich zwei Grooveboxen ins Rennen, die den Markt beleben wollen: Während Circuit Rhythm eine Drummachine ist und auf Sampling basiert, ähnelt Circuit Tracks seinem Vorgänger Circuit, bietet jedoch zusätzliche praktische Features und Anschlüsse, die den Umfang der Groovebox nochmals deutlich aufstocken.

Wie sich die generalüberholte Version des Circuits in der Praxis schlägt, zeigt der Test.

Details

Bedienoberfläche und Konzept

Kurz und knapp: Circuit Tracks ist im Prinzip eine aktualisierte Version des ersten Circuits. Sonderlich viel hat sich im Grunde nicht getan: Das Kernkonzept und der Aufbau der Bedienoberfläche sind nahezu identisch. Bei Circuit Tracks handelt es sich wie beim Vorgänger um eine patternbasierte Hardware Groovebox, die eine 4-Part-Drum-Machine und zwei Synthesizer vereint. Mit Circuit Tracks gesellen sich nun auch zwei zusätzliche MIDI-Spuren mit entsprechenden I/Os dazu. Anders als die meisten Grooveboxen kommt Circuit Tracks ohne Display aus.

Vielmehr spielt sich die Groove-Erstellung auf den 32 hintergrundbeleuchteten RGB-Pads ab, die je nach Modus eine andere Funktion einnehmen. So dienen diese nicht nur zum Livespiel und zur Step-Programmierung, sondern auch zur Bedienung weiterer Parameter. Etwa zur Auswahl von Presets, der Steuerung von Mixer- und Effektparametern oder zum Abfeuern von Patterns. Im Ansatz lässt sich die Bedienung mit dem Novation Launchpad vergleichen. Mit dem Unterschied, dass man keine DAW-Software fernsteuert, sondern mit dem Gerät selbst Beats baut.

Auch die acht Macro-Regler bedienen je nach Modus unterschiedliche Parameter, wie etwa Soundparameter, Mixer-Volume, Effekt-Sends und mehr. Auf der linken Seite befindet sich der Master-Volume-Regler und auf der rechten Seite das Master-Filter, das zugleich Low- und High-Pass darstellt. Verbindet man die Hardware mit einem Rechner, ist der Einsatz als MIDI-Controller möglich. Als richtigen DAW-Controller in Launchpad-Manier lässt sich die Groovebox ohne Weiteres nicht einsetzen.

Mehr Tracks, mehr Steps, mehr Connection

Zu den zwei Synthesizern und den vier Drum Tracks des ersten Circuits kommen fortan zwei MIDI-Tracks inklusive neuer MIDI-I/O-Sektion hinzu, mit denen sich externe Klangerzeuger ansteuern lassen. Dazu gesellen sich zwei Line-Eingänge für die MIDI-Tracks und microSD-Karten-Anschluss. Für den mobilen Betrieb wurde das Batteriefach der Vorgängerversion kurzerhand durch einen wiederaufladbaren Akku ersetzt. Die bisherigen 16 Steps wurden auf 32 Steps erweitert, die sich wahlweise mit dem entsprechenden Button aktivieren lassen. Ferner wurde die Groovebox mit einem Random-Feature namens „Mutate“ – ungünstige Wortwahl im Jahre 2021 – ausgestattet, das die Patterns zufällig variiert.

Äußerlichkeiten

Das Design der Groovebox wurde rundum erneuert. Circuit Tracks wirkt insgesamt weniger verspielt und ähnelt nunmehr modernen Bedienoberflächen à la Native Instruments Maschine oder Ableton Push. Das liegt nicht zuletzt an den quadratischen, hintergrundbeleuchteten Buttons und Reglern, sondern auch an der insgesamt kantigeren Hardware, die komplett in Mattschwarz gehalten ist.

Gerade einmal 760 g bringt das Fliegengewicht auf die Waage und ist damit deutlich leichter als das Vorgängermodell. Dabei hat sich an den Abmessungen von 240 x 200 x 30 mm (B x T x H) an der Größe nicht wirklich viel geändert, was Circuit Tracks zu einem perfekten Reisebegleiter macht. Die Hardware macht auf Anhieb einen wertigen Eindruck. Alle Bedienelemente wirken solide verarbeitet und fügen sich optisch einheitlich in die Hardware ein.

Anschlüsse

Glücklicherweise wurden die 3,5-mm-TRS-MIDI-Jacks durch 5-Pol-Buchsen für MIDI-I/O ersetzt und mit MIDI-Thru aufgestockt. Hinzu kommen auch gleich noch zwei 6,3-mm-Line-Eingänge. Diese dienen allerdings nicht zur Aufnahme eigener Samples, sondern sie machen Circuit Tracks zur zentralen Steuereinheit für ein Hardware-Setup. Die Line-Eingangssignale lassen sich nämlich genau wie die Synth-Tracks im Mixer und mit den Effekten mischen und mit Sidechain zum Pumpen bringen.

Eine zusätzliche 3,5-mm-TRS-Sync-Buchse dient zum Senden einer Clock, deren Ratio sich im Setup View justieren lässt. Der 3,5-mm-Kopfhöreranschluss wurde ebenfalls rückseitig platziert. Projekte, Samples und Synthpatches lassen sich auf einer microSD-Karte (nicht im Lieferumfang enthalten) abspeichern. Hinzu kommen Kensington-Slot und Power-Button. Ein USB-C-Port dient indessen zur Stromversorgung bzw. zur Verbindung mit dem Rechner. USB-C auf USB-A-Kabel sowie ein entsprechendes Netzteil liegen der Groovebox bei. Zieht man bei Circuit Tracks (versehentlich) den Stecker, schaltet sie praktischerweise auf Akkubetrieb.

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