Hersteller_NativeInstruments Software
Test
10
30.11.2010

Praxis:

Akustisch wird das Plug-In dem Begriff „Vintage“ mehr als gerecht. Den gesamten Grundsound möchte ich als schmutzig und bissig mit leicht aggressiven Höhen beschreiben, was dem Ganzen Charakter, Charme und Durchsetzungsfähigkeit verleiht.


Die 100 mitgelieferten Presets sind nach Orgelmodellen, Stilistiken (Funk, Gospel, Jazz, Rock), Organisten (R.I.P. Mr. Preston) und Songs (Green Onions) gegliedert und geben den typischen Charakter dieser Kategorien sehr treffend wieder. Ich muss gestehen, dass ich mich während des Tests immer wieder in ausufernde und beinahe schon ekstatische Improvisationen (mancher würde es mit Gedudel umschreiben) verloren habe.

Die Ladezeiten der Presets sind aufgrund des geringen Speicherbedarfs von max. 90 MB relativ kurz, wodurch die Vintage Organs auch für den Live-Betrieb brauchbar werden.

Die Hammondmodelle sind sehr detailreich gesampelt und lassen sich ebenso spielen. Bei den einzelnen Drawbars ist der Leackage-Effekt unterschiedlich stark wahrnehmbar, die Percussion verstummt beim Legato-Spiel und das Volumen-Pedal beeinflusst den Verzerrungsgrad und die Brillanz des Sounds.

Die fehlenden Parameter zur Anpassung der Leackage, des Key-Clicks und der Percussion habe ich nicht vermisst. Dies hängt damit zusammen, dass die Modelle B3, C3 und M3 darin unterschiedlich klingen. Die B3 wirkt sehr clean und jazzig „brav“, während die C3 das abgerockte Rockgroupie mit viel Leackage, schärferen Höhen und „böserem“ Charakter ist.

Das fehlende Foldback beim M3-Modell lässt diese Orgel etwas matter klingen. Dennoch hat der Klang genug Schärfe und viel Key-Click.

Die Transistororgeln wurden mit derselben Liebe zum Detail gesampelt und klingen sehr authentisch. In Kombination mit der Vox Amp-Simulation kommt bei der Vox Continental echtes Doors- und Beach Boys-Feeling auf, während die Farfisa über den virtuellen Tweed Alnico Verstärker herrlich „cheesy“ klingt.

3 / 4
.

Verwandte Artikel

User Kommentare