Hersteller_NativeInstruments Gear_DJ-Controller
Test
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04.08.2021

Praxis

Die Verkabelung beginnt, indem ich den Z1 mit dem Camera Connection Kit und dem iPad Air 2 verbinde. Das Audiorouting in der App erfolgt automatisch. Connection established. Wer sich den Apple-CCK-Adapter sparen möchte, kann alternativ ein Lightning-to-USB-Kabel nutzen, das bedauerlicherweise nicht beiliegt, aber das es im NI-Webstore zu kaufen gibt.

Traktor DJ 2 für iPad

Die Kombination aus iOS-Device (Navigation, Tracks starten und syncen, Cues und Loops abfeuern, was ja in der Tat eher „Tastenwerk“ ist) und den „althergebrachten“ Mixer-Aufgaben wie Blenden und Frequenzfrickeln an der Konsole gefällt mir gut.

Überhaupt erschließt sich die Bedienung auf Anhieb und das Teil macht richtig Spaß. Die Fader und Drehregler arbeiten präzise, das Filter filtert oder steuert Effekte (Delay, Gater, Reverb) gemäß eurer Auswahl über die Mode-Taste. Im GUI kann für die FX ein Hold-Modus aktiviert werden. Allerdings führt dies in diesem Modus mangels Pick-Up zu Wertesprüngen, wenn man wieder zum Regler greift. Ähnlich verhält es sich bei den EQ-Reglern, wenn die Position im GUI verändert wurde. Wenn man vom Filter dann zu einem der FX wechselt, wird der aktuelle Wert weiterverwendet. Mit dem Post-Fader Delay und Reverb lassen sich auch sanfte Fade-Outs für Übergänge erzielen.

Auflegen mit dem iPad

Im Gegensatz zum iPad-only-Mix mit oder ohne Verwendung eines (Traktor DJ) Audiosplitter-Kabels (mono) wandern hier zwei separate Stereo-Kanäle für das Master-Signal und den Kopfhörer über die Platine. Vielleicht ist dies nicht für jeden Anwender oder jedes musikalische Genre „lebensnotwendig“, sicherlich jedoch für DJs wichtig, die mit verspielteren Tracks hantieren, bei denen die Tiefenstaffelung und das Panorama dem akustischen Geschehen zuträglich oder gar für die Dramaturgie des Titels von essenzieller Bedeutung sind (Verhallung, Effektverlauf, etc.).

Das Interface hat neben der Möglichkeit, zwei Stereo-Signale auszugeben und adäquat vorzuhören, aber noch einen zweiten Nutzen. Schließlich ist das iPad ja nun nicht gerade ein „Dampfhammer“, wenn es um seine Ausgangsleistung geht. Der Z1 schafft hier Abhilfe, denn er sorgt für den nötigen Boost. Dazu mal ein Vergleich im Bild. Aufgezeichnet wurde hier (bereits im ersten Test aus 2015) die Ausgangsleistung bei gleichen Einstellungen einmal direkt vom iPad (damals noch Version 4) und einmal vom Z1 - mitgeschnitten vom Komplete Audio 6.

Im Test stellte sich heraus, dass das Audiointerface des Z1 gut und druckvoll klingt. Sinnvollerweise sind die Channel-Meter (5x blau, 2 x rot, post-EQ, Pre-Fader, mono) beschriftet, sodass hier eine visuelle Kontrollmöglichkeit beim Angleichen der Kanallautstärke erfolgen kann. Das Display zeigt jedoch nicht - auch nicht optional - die tatsächliche Ausgabelautstärke gemäß Master-Drehregler an, der über der farblich abgesetzten Vorhör-Abteilung (Cuemix, Volume, 2x Cue-Buttons) thront.

Punkten kann auch der Kopfhörerausgang. Er klingt nicht nur transparent und ist laut genug für Bedroom-Einsätze. Nein, ich würde die Ausgangsleistung und die allgemeine Klangqualität des Interfaces sogar als angemessen einstufen, um das kompakte Leichtgewicht mal eben zur nächsten Party im Freundeskreis zu schleppen oder in die Kiezbar und hätte keine Hemmungen, dort mit dem Z1 abzurocken.

In der Szene-Kneipe oder und so manch anderem Tanz-Etablissement ist Stellplatz ja bekanntlich ein hohes Gut, und sollte der DJ hinter den Tresen gequetscht werden, wo es teilweise sehr eng und busy zugehen kann, ist die Kombination aus iPad und Z1 eine gute Option. Erst recht, da der Akteur aufgrund der Touch-Bedienung der App (Browsing, Touch-FX, Hotcues, Slicer …) nicht unbedingt einen zweiten Controller oder einen ausgewachsenen S4 MK3 mitschleppen muss. Dies gesagt ist es etwas schade, dass Traktor DJ 2 - im Gegensatz zu beispielsweise Algoriddim Djay - nicht für das iPhone erhältlich ist wie der Vorgänger Traktor DJ iPhone.

Das iPhone als DJ-Tool mutet - bei allem Respekt an die Apple-Hardware - im Vergleich zum Tablet selbstredend etwas fummeliger an, wäre aber in einer aktuellen Version im privaten Rahmen für mich kein Showstopper mehr, denn sowohl Performance als auch Auflösung und Screen-Größe haben in den letzten Jahren ordentlich zugelegt. (Kennt ihr eigentlich die Boiler Room Performance von „iPhone DJ“ ?)

Am Notebook: Traktor DJ 2

Auch hier macht sich der Z1 zur Aufgabe, das Mixen, Equalizing und Filtern zu dirigieren. Die Stromversorgung darf via USB erfolgen. Der DJ kann zwischen Classic, Waveform und Jogwheel-GUI selektieren, die Mix-Session auch mitschneiden. Hotcues, Slicer und Soundcloud-Anbindung sind softwareseitig ebenfalls an Bord. Die Tracks können mittels „Mode+Preview“ eingestartet werden. Eine runde Sache, wie ich finde, um einen Einstieg in das NI-Universum zu bekommen.

Traktor Pro 3 LE

Das ist mit dem ebenfalls verfügbaren Traktor Pro 3 LE ebenfalls möglich. Zwar bietet auch dieses Programm integrierte FX, die können aber mittels Z1 nicht zusätzlich zum Filter bedient werden, ebenso wie Hotcues versteht sich. Es gibt allerdings einen MIDI-Modus („Mode+RCue+LCue), der sich mit einem User Mapping belegen ließe. Es wäre noch zu erwähnen, dass auch hier beim Wechsel kein Pickup erfolgt.

Wer möchte, kann natürlich auch Keyboard Shortcuts für Loops und Cues einsetzen oder (wer´s etwas haptischer mag) einen weiteren MIDI-Controller einbinden. Das könnte, muss allerdings kein X1 oder F1 sein, obwohl diese Modularität bei Native Instruments natürlich eine tolle Sache ist. Sollte der geneigte Käufer auch ein iPad besitzen, kann er sich beispielsweise via TouchOSC selbst etwas Passendes zusammenschustern (zum Artikel: die besten MIDI-Controller-Apps für iOS)

Statt Soundcloud werden in Traktor Pro 3 LE übrigens Beatport Link und Beatsource Link unterstützt, hier wäre ein einheitliches Bild über beide Programme mitunter wünschenswert.

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