Gitarre Hersteller_MXR
Test
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19.01.2021

MXR Timmy Test

Overdrive-Pedal

Transparenz par excellence

Mit dem MXR Timmy stellt die amerikanische Effektpedal-Institution eine Minipedal-Variante des Kult-Overdrives von Paul Cochrane vor. Dieser entwickelte Anfang der 2000er Jahre den handgefertigten Timmy, bzw. seinen großer Bruder Tim, und definiert damit bis heute den Begriff des „transparenten“ Overdrive-Pedals. Gemeint ist damit ein Verzerrer, der eher im Low-Gain-Gefilde arbeitet und als besonders klangneutral gilt.
Der Name des Pedals geht übrigens Anekdoten zufolge auf den Magier "Tim" aus Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" zurück. Leider haftet nicht nur dem Namen des Overdrives, sondern auch seinem Gebrauchtmarktpreis etwas sehr magisches an, denn letzterer ist aufgrund der hohen Nachfrage in den vergangenen Jahren drastisch in die Höhe gestiegen. Umso erfreulicher erscheint die Nachricht, dass der Overdrive jetzt in einer neuen Serie aufgelegt wird, die zu einem relativ normalen Kurs über die Ladentheke geht. Wie sich der kleine Timmy in der Praxis bewährt, erfahrt ihr hier.

Details

Gehäuse/Optik

Die originalen Timmys kamen in diversen Farben, häufig jedoch in Blau- oder Türkistönen, und so überrascht es nicht, dass auch die MXR-Variante in einem attraktiven, himmelblau-türkisen Metallgehäuse erscheint. Die Maße von 92 x 40 x 49 mm entsprechen typischen Minipedalgrößen. Rechtsseitig zeigt sich der Input und links der Output, jeweils im 6,3 mm Format. Der Anschluss für das optional erhältliche 9V-Netzteil ist stirnseitig angebracht und muss lediglich 2,2 mA liefern. Auf der Pedaloberseite werden alle Bedienelemente bereitgestellt, vier Potis, ein Dreifachkippschalter und der Fußschalter. Hinter dem Fußschalter zeigt eine blaue LED an, wenn das Pedal eingeschaltet ist. Die Unterseite ist mit vier Kreuzschrauben arretiert, muss jedoch nur zu Wartungsarbeiten entfernt werden, denn Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen.

Zum Lieferumfang gehören ein Manual, ein Sticker und vier anklebbare Gummifüße.

Bedienung

Auch wenn die Potibelegung vertraut erscheint, gibt es schaltungstechnisch doch ein paar Besonderheiten, auf die ich hier eingehen will. Volume bestimmt wie gewohnt die Lautstärke und Gain natürlich den Grad der Verzerrung. Die Regler für Bass und Treble sind reine Cut-Potis, wobei das Drehen entgegen des Uhrzeigersinns die Bässe beim Basspoti oder die Höhen beim Treble-Poti beschneiden. Fun fact: Damit arbeiten die Regler hier genau umgekehrt wie bei Cochranes Original, der im Prinzip die Potiauslegung spiegelverkehrt gestaltet hat. Auch hinsichtlich der Platzierung innerhalb der Schaltung hat er sich etwas besonderes ausgedacht, und so liegt der Bassregler vor der Verzerrung, der Treble-Regler jedoch dahinter. Dadurch lassen sich undefinierte Bassfrequenzen bereits vor der Verzerrung aufklaren, spitze Obertöne z.B. bei Singlecoils nach der Zerrstufe mildern. Will man einen reinen Cleanboost, kann man Gain auf den Minimalwert setzen, Bass und Treble hingegen auf Maximum, sprich, nichts wird beschnitten. Bei komplett zurückgedrehtem Gainregler entspricht Volume auf ca. 12 Uhr in etwa Unity Gain.

Wie beim Original besitzt das Pedal einen dreifachen Clipping-Mode-Schalter, bei dem die linke Position asymmetrisches Clipping mit moderater Sättigung und mittlerer Komprimierung für einen offenen, dynamischen Sound liefert. Die mittlere Position benutzt symmetrisches Clipping mit leichter Sättigung und viel Headroom und Dynamik und ist für viele das favorisierte Setting. Die rechte Position bringt dann symmetrisches Clipping mit starker Sättigung und wenig Headroom. Das Pedal ist mit einem "True Hardware Bypass" ausgestattet, was die MXR-Bezeichnung für einen True Bypass ist.

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